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Ribnitz-Damgarten Die Unabhängigen setzen auf soliden Haushalt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Die Unabhängigen setzen auf soliden Haushalt
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15:33 15.05.2019
Thomas Huth (l.) und Tino Leipold kandidieren für die Unabhängigen. 16 Bewerber stehen auf der Liste der Wählergruppe. Quelle: Robert Niemeyer
Ribnitz-Damgarten

Die Unabhängigen stellen in der derzeitigen Stadtvertretung Ribnitz-Damgartens die zweitstärkste Fraktion. Sechs Sitze hat die Wählergruppe inne. „Wir möchten mindestens wieder zweitstärkste Kraft werden“, sagt Tino Leipold, der auf Platz zwei der Liste der Unabhängigen gesetzt ist. Insgesamt 16 Kandidaten schickt die Wählergruppe zur Wahl der Stadtvertretung am 26. Mai ins Rennen.

Hoher Frauenanteil

Im Vergleich zu anderen Listen fällt bei den Unabhängigen der hohe Frauenanteil auf. Neun Kandidatinnen kandidieren für die Wählergruppe. Dabei stehe laut Thomas Huth, der an erster Stelle des Wahlvorschlags steht, jedoch nicht die Frauenquote im Mittelpunkt. „Unsere Liste besteht aus Menschen, die mitten im Leben stehen und ohnehin bereits im Stadtleben engagiert sind“, sagt der 47-Jährige. Der Vorteil einer Wählergruppe sei dabei, frei von Parteiideologie handeln zu können.

Im Mittelpunkt des Wahlprogramms der Unabhängigen steht die Forderung nach einer zukunftsfähigen, soliden Haushaltspolitik. Die könne unter anderem dadurch erreicht werden, die Gebäudewirtschaft, kommunales Tochterunternehmen der Stadt, zu stärken, um den Gewinn, den die GmbH an die Stadt abgibt, zu erhöhen. Darüber hinaus müsse die Verwaltungsstruktur auf Effizienz überprüft werden, um an anderer Stelle Geld einzusparen.

Ehrenamtskarte

Auf einer wirtschaftlich soliden Basis müsse es dann das Ziel sein, die sogenannten freiwilligen Leistungen, also beispielsweise die Förderung der Vereine, auszubauen. Um das Ehrenamt zu würdigen, plädieren die Unabhängigen für die Einführung einer Ehrenamtskarte, mit der Ehrenamtler beispielsweise städtische Einrichtungen oder den Öffentlichen Personennahverkehr vergünstigt nutzen können.

Im Bereich Tourismus sehen die Unabhängigen in Ribnitz-Damgarten als Ausflugsziel Potenzial. Deshalb müsse die Anbindung der Urlaubsorte an der Küste verbessert werden. Denkbar sei ein Shuttle-Service, um Urlauber in die Bernsteinstadt zu bringen. Damit würde auch der Einzelhandel in der Stadt gestärkt werden. „Ribnitz-Damgarten ist nicht Küsten-Hinterland“, so Tino Leipold. Die Stadt müsse sich stärker in Richtung Ostseeküste orientieren. Um die touristische Entwicklung zu unterstützen, müssten auch in der Verwaltung „kultur- und tourismusfördernde Strukturen geschaffen werden“, so Leipold.

Gleichzeitig sei die Bernsteinstadt Wohnort für Menschen, die in den Urlaubsorten arbeiten. Auch hier sehen die Unabhängigen weiteres Potenzial. Deshalb müsse die Gebäudewirtschaft tätig werden und bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Mit dem Rückhalt eines soliden Haushalts müsse auch der Bildungsstandort Ribnitz-Damgarten modern und zukunftsfähig ausgestattet werden. In nächster Zeit müsse hier vor allem in die Kita in Klockenhagen und die Rudolf-Harbig-Schule investiert werden.

Begegnungszentrum stärken

Potenzial sieht die Wählergruppe außerdem im Begegnungszentrum in Ribnitz. Die Einrichtung müsse stärker in das Wohngebiet hineinwirken. „Es muss ein kulturelles Zentrum geschaffen werden, das über Generationen wirkt“, so Thomas Huth. Dazu gehöre, dass das Café bewirtschaftet wird. Derzeit gibt es keinen Pächter. „Die kommerzielle Bewirtschaftung funktioniert offenbar nicht“, sagt Huth. Alternative Bewirtschaftungsformen seien gefragt.

Auch sprechen sich die Unabhängigen dafür aus, landwirtschaftliche Flächen der Stadt nur unter der Voraussetzung der ökologischen, also pestizidfreien Bewirtschaftung zu verpachten.

Die Umwelt hat die Wählergruppe auch im Blick, wenn es um die touristische Entwicklung der Halbinsel Pütnitz geht. „Ein sensibles Thema“, sagt Thomas Huth. „Wenn dort jetzt, in der aktuelle Billiggeldphase niemand baut, dann baut dort niemand mehr.“ Die Forderung: Sollte der große Sprung jetzt nicht gelingen, sei es an der Zeit, in kleineren, nachhaltigeren Dimensionen zu denken. Um die bisherigen Investitionen in das Gelände zu refinanzieren, seien weitere Solarparks, die Schaffung von Ausgleichsflächen, um mit Ökopunkten Geld zu verdienen, oder die Nutzung des Geländes für die Forst- und Landwirtschaft denkbar.

Die Kandidaten der Unabhängigen

Am 26. Mai wählt Ribnitz-Damgarten eine neue Stadtvertretung. Folgende Kandidaten stellen sich für die Wählergruppe Die Unabhängigen zur Wahl: Thomas Huth, Rechtsanwalt, Tino Leipold, Studienrat, Christina Bonke, Schulleiterin, Kristina Born, selbstständig, Hans Schoenen, Rentner, Sylvia Hotaß, Friseurmeisterin, Stefan Stuht, Unternehmer, Andreas Dietzel, Diplom-Designer, Jörn Burmeister, selbstständig, Dr. Swantje Petersen, Schulleiterin, Marlies Schuchhardt, Rentnerin, Uta Erichson, Unternehmerin, Ruth Steinke, Rentnerin, Juliane Hecht-Pautzke, Sozialpädagogin, Kathrin Prange, Lehrerin, Jan-Mario Georgi, selbstständig.

Robert Niemeyer

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