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Ribnitz-Damgarten Dierhagen: Haushalt 2019 beschlossen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Dierhagen: Haushalt 2019 beschlossen
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09:29 18.12.2018
Größter Wunsch der Dierhäger Bürgermeisterin Christiane Müller ist, dass "Dat Schnitzelhus" künftig wieder wie ursprünglich "Meeresrauschen" heißt. Quelle: Timo Richter
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Dierhagen

 Ein heftiges „Gewitter“ ist während der jüngsten Zusammenkunft der Dierhäger Gemeindevertreter niedergegangen. Die Diskussion um den Etat des Ostseebades für das kommende Jahr war laut Bürgermeisterin Christiane Müller (Linke) „hart“. Teile des Gremiums warfen ihr einen Verstoß gegen die Kommunalverfassung vor. Beschlossen wurde der Haushalt dennoch.

Was war passiert? Zweimal haben die Mitglieder des Finanzausschusses der Dierhäger Gemeindevertretung getagt. Im September wurden die Wünsche aller Ressorts aufgenommen, während der Zusammenkunft im November wurde bilanziert. Unterm Strich kam dabei ein Defizit von fast einer halben Million Euro bei den liquiden Mitteln heraus, der Haushalt im Ganzen aber war ausgeglichen.

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Zahlenwerk auseinandergenommen

Trotz mancher Unwägbarkeit, etwa steht die Höhe der Amtsumlage noch in den Sternen, hat die Bürgermeisterin noch einmal nachgerechnet. Welche Investitionen sind entbehrlich, hat sich Christiane Müller gefragt. Und hat das Zahlenwerk daraufhin auseinandergenommen. Ergebnis: Die Feuerwehr muss auf eine Drohne mit Wärmebildkamera erst einmal verzichten, der Kauf eines neuen Trailers für das neue Boot des Wassergefahrenzuges verschiebt Christiane Müller ins Jahr 2020, und sie macht Abstriche bei den Kosten für die Fahrzeugunterhaltung.

Mit den gerade zuvor beschlossenen Drei-Jahres-Beiträgen für den Wasser- und Bodenverband und den im kommenden Jahr erwarteten Zahlungen für den Straßenausbau im Ortsteil Dändorf, allein dafür rechnet die Bürgermeisterin mit 160 000 Euro, schafft Christiane Müller schließlich den Ausgleich – und löst damit einen Sturm der Entrüstung aus.

Kritik vom Wehrführer

Vor allem sind es Wehrführer Kay Mittelbach (Freie Wählergemeinschaft) und Burghard Warnke (CDU), die mit dem Vorgehen der Bürgermeisterin nicht einverstanden sind. Weil die Beschlussvorlage nun nicht vom Finanzausschuss erarbeitet worden war, wird der Bürgermeisterin ein Verstoß gegen die Kommunalverfassung vorgeworfen. In Dierhagen – selten genug – wird aufgeregt diskutiert. Aber der Wehrführer stellt keinen Antrag, seine Wünsche zu finanzieren; auch Burghard Warnke, selbst von Straßenausbaubeiträgen betroffen, fordert nicht, die erhofften Einnahmen aus der Jahresbilanz herauszurechnen.

Christiane Müller wollte den Etat unter allen Umständen unter Dach und Fach bringen. Nämlich ging es ihr um die Kindertagesstätte. Weil dort immer mehr Kinder betreut werden, muss eine neue Kraft eingestellt werden. Das ändert den Stellenplan. Doch ohne beschlossenen Haushalt kann das nicht erfolgen. Also, so Christiane Müller, musste der Ausgleich bei den liquiden Mitteln her, um zu einem Beschluss zu kommen. Mittelbach lehnte den Haushalt ab, die Mitglieder von CDU und Freien Wählern enthielten sich. Der Etat wurde allein mit der Mehrheit der Fraktion der Linken beschlossen.

Personalzuwachs in der Kita

„Damit ist Dierhagen auch im kommenden Jahr handlungsfähig“, sagt die Bürgermeisterin. Vor allem der Blick auf die Betreuung von Kindern habe ihr Handeln geleitet. War noch eine Extra-Ausgabe für die Einstellung einer Erzieherin im Laufe dieses Jahres bestätigt worden, ist mit dem Haushalt auch der Stellenplan für die Einrichtung um eine weitere Kraft aufgestockt worden. Nur mit Beschluss des Etats ist der Personalzuwachs aufgrund der steigenden Zahl zu betreuender Kinder gesichert.

Schon während der Einwohnerfragestunde war die anvisierte Erweiterung der Horträume im Zusammenhang mit der Sanierung der Turnhalle der Grundschule begrüßt worden. Eine Mitarbeiterin berichtete von einer Steigerung der zu betreuenden Hortkinder von 22 auf nun mehr als 40. Entsprechend müssten die räumlichen Kapazitäten wachsen.

Wunsch der Bürgermeisterin

Größter Wunsch der Bürgermeisterin war, dass das einstige „Meeresrauschen“ wieder seinen ursprünglichen Namen erhält. Das Restaurant in Dierhagen-Strand sei denkmalgeschützt, nicht allerdings der Name. Christiane Müller hofft, dass „Dat Schnitzelhus“ wieder zum „Meeresrauschen“ wird.

Timo Richter

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