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Ribnitz-Damgarten Diskussion um Parkdeck am Barther Hafen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Diskussion um Parkdeck am Barther Hafen
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13:30 10.04.2019
Auf dem früheren Bossow-Gelände neben dem Speicher am Hafen in Barth sollen bis zu 250 Ferienwohnungen entstehen. Quelle: Volker Stephan
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Barth

Noch nie habe er während seiner gesamten Mitarbeit im Barther Bauausschuss erlebt, dass man derart intensiv versucht habe, den Ausschussmitgliedern das Schlucken einer Kröte schmackhaft zu machen, kritisierte Tobias Bork die Verantwortlichen der Stadt nach deren Erläuterungen zur möglichen Hinzuziehung der Barther Hafen-Invest GmbH in ein Umlegungsverfahren im südlichen Teil des Osthafenbereiches (Großparkplatz). Konkret ging es dabei um den Bau eines Parkdecks mit fünf Ebenen durch die Investoren der elf Appartementhäuser mit bis zu 250 Ferienwohnungen auf dem früheren Bossow-Gelände. „Wo liegt der versteckte Haken?“, fragte Bork in die Runde. „Warum erhielt ein in der Fischerstraße lebender Barther, der im Rathaus nach einem Anwohnerparkplatz fragte, die Antwort, er könnte ja am Theater parken, während es die zukünftigen Bewohner der Ferienwohnungen nicht weiter als 30 bis 40 Meter haben dürfen?“

Eigentlich hatten Bauamtsleiter Manfred Kubitz und Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig die Antwort bereits zuvor geliefert: Weil nämlich die Investoren kaum eine Chance hätten, ihre teuren Wohnungen ohne Stellplätze zu verkaufen. „Ursprünglich wollte die Bauherren drei Tiefgaragen bauen“, so Manfred Kubitz. „Doch dann wurde festgestellt, dass der Aufwand am Haus 5 so enorm wäre, dass sich die Umsetzung nicht rentieren würde. Wir wurden deshalb gebeten, andere Lösungsvorschläge zu finden.“ Nach der Konsultation des Wirtschaftsministeriums – immerhin war der Parkplatz am Osthafen einst mit Fördermitteln errichtet worden – wolle man nun den Vorschlag unterbreiten, einen Teil der Stellplätze an die Investoren abzutreten. Das Wirtschaftsministerium hege keine Einwände, sofern dafür ein gleichwertiger Ersatz geschaffen werde.

Parkhaus mit 100 Stellplätzen

Genau um diesen Ersatz drehte sich die in Gang kommende Diskussion. Auf der westlichen Seite des Großparkplatzes, wo sich früher die Lagerhallen der Fischfabrik befanden, wollen die Investoren nämlich ein mehrgeschossiges Parkdeck mit 100 Stellplätzen bauen, in dem 35 Stellplätze durch die Bewohner der Häuser 9 und 10 (das sind die unmittelbar an das Hotel Speicher angrenzenden) mitgenutzt werden können. „Wir tauschen 1:1 und erhalten für unsere offenen Stellflächen hochwertigere im Parkdeck“, zählte der Bauamtsleiter einen der Vorteile auf. Als weitere Vorteile kämen – ebenfalls auf Kosten der Investoren – öffentliche Toiletten und Duschen, ein neues Hafenmeisterbüro sowie ein verschließbarer Müllsammelstandort hinzu, alles seit langer Zeit gehegte Wünsche der Stadt. Dabei wäre das halb unterkellerte Parkdeck mit seiner Höhe von 8,40 Metern nicht einmal höher als ein Einfamilienhaus.

Einen Haken hat ein Umlegungsverfahren aber doch: Teilnehmer müssen Eigentümer ihrer zu tauschenden Flächen sein. Die Stadt Barth als alleiniger Eigentümer müsste deshalb zuvor den Bauherren etwa 3000 Quadratmeter des Parkplatzes am Osthafen als späteres Tauschobjekt verkaufen. Dafür könnte der für Gewerbeflächen übliche Preis von 17,50 Euro/Quadratmeter angesetzt werden, erklärte Manfred Kubitz weiter. „Wer etwas haben will, muss dafür auch etwas geben“, räumte er ein.

Parkhaus würde Geräusche abschirmen

Für die Stadt wäre es eine sichere Angelegenheit, denn sie würde die prozentuale Mehrheit am Parkhaus behalten, versicherte der stellvertretende Bauausschuss-Vorsitzende Peter Papenhagen. Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig, der sich als früherer Bauamts-Mitarbeiter schon seit 2005 mit dem Thema beschäftigt, fand weitere Argumente für das Umlegungsverfahren. Seiner Ansicht nach schirme das Parkhaus lästige Parkplatzgeräusche zum Speicher II ab, perspektivisch würde die Nachfrage nach geschützten Stellflächen steigen, woraus wiederum höhere Einnahmen generiert werden könnten. Und um nicht langfristig auf Betriebskosten sitzen zu bleiben, könne man die Bewirtschaftung ja auch an einen Dritten übergeben.

„Mit der Ablehnung des Grundstückverkaufs würden wir uns aber Probleme auf den Tisch legen, deren Tragweite wir gegenwärtig nicht abschätzen können“, warnte Manfred Kubitz. Er informierte, dass der Investor beim gegenwärtigen Vorbereitungsstand im Sommer mit dem Bau der Häuser 1 bis 4 beginnen könne. Im September solle auch das Rammen der Spundwände für das Sportbootbecken beginnen. „Nach der Fertigstellung werden die Hälfte des Sportboothafens sowie die Zufahrtsstraße zum Anglerverein zur kostenfreien Nutzung an die Stadt übertragen.“

Mehr zu dem Thema: Parkpalette am „Hafenquartier“ geplant

Volker Stephan

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