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Ribnitz-Damgarten Dorschsaison: Seenotretter warnen Angler vor Leichtsinn
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Dorschsaison: Seenotretter warnen Angler vor Leichtsinn
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00:00 19.09.2015
Sicherer als auf einem Boot ist das Angeln von der Seebrücke, wie hier in Wustrow. Quelle: Fotos: Kay Nietfeld, Reinhard Labs
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Barth

/Zingst. Die Dorschsaison hat begonnen. Überall in der Region bereiten sich Angler auf die Ausfahrten auf die Ostsee vor. Doch manchen Freizeitkapitänen fehlt die Sachkenntnis, bemängeln Experten. Bootsfahrschullehrer Hannes Werner (37) von der Bootsfahrschule Peter Maaß aus Rostock, der auch in Barth einen Stützpunkt hat, ist entsetzt über die tragischen Wasserunfälle, die sich fast jedes Jahr ereignen. Erst vor kurzem kamen auf der Ostsee vor Warnemünde zwei Personen ums Leben. „Mit besserer Ausbildung und Ausrüstung wären diese Unfälle vermeidbar gewesen“, sagt Hannes Werner. „Die Ostsee ist nicht mit einem Binnengewässer zu vergleichen.“

Vormann Siegfried Tornow von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Zingst erklärt: „Bei einer Wellenhöhe von über 50 Zentimetern und Windstärken über fünf sollten die Angler mit ihren kleinen Booten nicht mehr auf die Ostsee hinausfahren.“ Er rät, vor allem vorab einen Blick in die Wettervorhersage zu werfen.

Vor allem Urlauber seien sich der Gefahr auf dem Meer nicht bewusst, sagt Hannes Werner. Das Wetter kann umschlagen, der Bootsmotor kann streiken. Auch in solchen Situationen müsse man sich zu helfen wissen. Auch wenn man erst ab einer Motorstärke von 15 PS einen Bootsführerschein machen muss, empfiehlt Werner, dies auch bei geringerer Motorstärke zu tun. Alle wichtigen Voraussetzungen werden in den Führerschein-Kursen vermittelt.

Auf das richtige Boot kommt‘s an

Olaf Lingrön, Chef der Barther Firma Sportboote &Industrie-Motoren, findet es richtig, dass die Leistung für ein führerscheinfreies Fahren auf dem Meer von fünf auf 15 PS angehoben wurde. Er erklärt: „Ein Boot mit stärkerem Motor kann im Notfall bei Wetterumschwung und hohen Wellen sichererer und schneller das Ufer erreichen.“

Auch könne man immer wieder beobachten, wie jedes Jahr beim Heringsangeln in kleinen Booten zu viele Angler sitzen. Die Boote seien dann so beladen, dass manchmal nur noch 30 Zentimeter Bordhöhe vorhanden seien. „Wenn dann eine Welle ins Boot schlägt, ist die Gefahr der Kenterung groß.“

Es gebe CE-Zertifikationsmerkmale für die Klassifizierung der Boote die nach A, B , C und D- Klassen unterschieden werden. Wer auf die Ostsee rausfährt, sollte mindestens die Klasse C haben. Diese Boote sind bis zu Windstärke sechs und einer Wellenhöhe einschließlich bis zwei Metern zugelassen. Eine weitere Möglichkeit: „Manche Leute wissen nicht, dass es tatsächlich unsinkbare Boote gibt, die selbst bei einem Crash nicht untergehen können“, meint Lingrön.

Welche Ausrüstung muss mit?

Hannes Werner empfiehlt, dass jeder im Boot eine Rettungsweste tragen sollte. Es sei außerdem ratsam einen Anker mit einem Gewicht, entsprechend der Bootsgröße mit mindestens 30 Metern Ankerleine und einem Kettenvorlauf von vier Metern an Bord zu haben. Auch sollte ein Treibanker vorhanden sein, falls der Motor ausfällt. Dadurch kann das Boot stabil gehalten werden. Zur weiteren Sicherheit sollten eine Abschleppleine, ein Kompass, eine Taschenlampe, ein Bootslicht in einem Meter Höhe über die Bordkante und Positionsleuchten installiert sein.

Ein Gerät, mit dem man ein kräftiges Schallgeräusch abgeben kann, sollte auch vorhanden sein. Weiterhin empfiehlt Hannes Werner Leuchtraketen, die mindestens 300 Meter hoch steigen können. Dafür muss man allerdings einen pyrotechnischen Kurs belegen. Nur mit diesem Nachweis darf man diese Leuchten kaufen.

Dann sollte man darauf achten, dass der Benzintank gefüllt ist und genügend Proviant auch für einen ungewollten längeren Aufenthalt auf dem Wasser vorhanden ist. Ein wasserdichter Behälter für trockene Kleidung und wichtige Ausrüstungsgegenstände wie GPS-Sender, Handy, Verbandskasten macht das Bootsfahren auf der Ostsee und auf dem Bodden sicherer. Man sollte auch seine Freunde oder Verwandten informieren, wann und wo man rausfährt.

Ein Tipp zum Schluss: Alkohol sollte auf dem Wasser sowieso nicht getrunken werden.

Mit besserer Ausbildung und Ausrüstung wären viele Unfälle vermeidbar gewesen.“Hannes Werner,
Bootsfahrschullehrer



Reinhard Labs

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