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Ribnitz-Damgarten Drama im Vogelpark Marlow: Volieren eingestürzt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Drama im Vogelpark Marlow: Volieren eingestürzt
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17:17 03.04.2018
Durch den starken Schneefall sind am Sonnabend alle Flugvolieren im Vogelpark Marlow eingestürzt. Quelle: Vogelpark Marlow
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Marlow

Es war zumindest ein kleiner Lichtblick am Sonntagmorgen, als die Marlower Familie Genilke bei Jan Greit, dem Kaufmännischen Leiter des Vogelparks Marlow, klingelte. „Meine Frau hat einen eurer Vögel gefangen“, sagte Frank Genilke. Einen Waldrapp hatte Kerstin Genilke in ihrem Garten entdeckt. „Wir haben das Drama auf Facebook gesehen. Das ist so traurig“, sagte die Marlowerin, die zupackte und das Tier im Vogelpark abgab. „Unsere größte Sorge ist momentan, alle Tiere wiederzubekommen“, sagte Jan Gereit. Aufgrund der heftigen Schneefälle waren im Vogelpark Marlow am Samstagabend sämtliche Flugvolieren unter den Schneemassen eingestürzt.

Der Schaden für das beliebte Ausflugsziel in Vorpommern ist enorm. Der Verbleib etlicher Vögel ist unklar. Die Betreiber haben ein Spendenkonto eingerichtet.

 

Vogelsichtungen melden

 „So schlimm war es noch nie“, sagte Jan Gereit. Schätzungsweise 50 Tiere werden vermisst, darunter mehr als 30 Waldrappe, zwei Schneeeulen, drei Bartkäuze, ein Seeadler, zwei Schwarzstörche und mehrere Loris und Wellensittiche. „Wir bitten die Menschen in der Umgebung, die Augen offen zu halten und uns zu informieren, falls sie einen Vogel entdecken“, so Jan Gereit. Unter der Telefonnummer 038221/265 können Sichtungen gemeldet werden.

Noch am Samstagabend konnten die Mitarbeiter bei starkem Schneetreiben immerhin die meisten Loris im Haus einsperren, auch die meisten Wellensittiche seien gerettet worden. Die Flamingos wurden ebenfalls rechtzeitig eingesperrt.  „Alle die konnten, haben geholfen. Die Anteilnahme ist groß, viele möchten helfen“, berichtet Jan Gereit.

Sachschaden im sechsstelligen Bereich

Der Park bleibt vorerst geschlossen. Eigentlich sollte am Montag ein großes Osterfest die Saison einläuten. „Wir werden am Dienstag entscheiden, wie es weitergeht und wann wir wieder öffnen“, sagte Jan Gereit. Der Sachschaden sei enorm, liege geschätzt im sechsstelligen Bereich. „Nach erster Betrachtung vielleicht 120000 oder 130000 Euro“, so der kaufmännische Leiter.

Nun gelte es erst einmal, die Schneemassen zu beseitigen. An eine schnelle Reparatur der Anlagen sei nicht zu denken. „Damit werden wir wohl die ganze Saison zu tun haben“, schätzt Jan Gereit.

Spendenkonto und Hilfe

Der Vogelpark hat ein Spendenkonto eingerichtet und bittet um Unterstützung: IBAN: DE85 1505 0500 0533 0005 48, BIC: NOLADE21GRW.

Auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion wird es auch eine schnelle Hilfe aus dem sogenannten Vorpommern-Fonds geben. Das teilte die tourismuspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Susann Wippermann mit. „Nachdem wir heute morgen von den starken Zerstörungen im beliebten Vogelpark Marlow hörten, setzte sich der SPD-Fraktionsvorstand mit Finanzminister Brodkorb und dem Parlamentarischen Staatssekretär Dahlemann in Verbindung, um auszuloten, wie wir schnell helfen können“, so Wippermann. Im Ergebnis sollen kurzfristig 50000 Euro aus dem Vorpommern-Fonds für die anstehenden Reparaturen zur Verfügung gestellt werden.

Außerdem hat Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) für Montag einen Besuch im Vogelpark angekündigt. „Ich will mir direkt ein Bild von der Lage vor Ort machen, um zu prüfen, wo wir helfen können“, teilte Glawe am Sonntagnachmittag mit.

 Niemeyer Robert

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