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Ribnitz-Damgarten Frischer Sand für geschwächte Dünen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Frischer Sand für geschwächte Dünen
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Nördlich von Ahrenshoop wird der Küstenschutz verbessert, indem Dünen in zwei längeren Abschnitten verstärkt werden. Quelle: Timo Richter
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Ahrenshoop

Für die Möwen ist es ein Festmahl, das die Besatzung der „Thor R“ täglich am Strand nördlich von Ahrenshoop servieren. Bis zum Wochenende in Höhe der Einfahrt in den Nationalparks sowie jetzt knapp einen Kilometer weiter nördlich werden die Küstenschutzdünen aufgespült. Aus dem Wasser-Sandgemisch holen sich die Möwen gekonnt tierische Leckerbissen heraus. Erstmals wird der Sand bereits auf See gesiebt, sodass keine Munitionsrückstände auf die Dünen gespült werden.

Rund 1500 Kubikmeter Sand schippert das dänische Baggerschiff mit jeder Tour aus dem landeseigenen Depot an vor den Strand. Über ein Rohr wird die kostbare Fracht auf die Dünen befördert, wo das Gemisch in hohem Bogen ans Tageslicht kommt und so für die Verstärkung der beiden Dünenabschnitte sorgt. Die Dünenabschnitte werden dann mit schwerem Gerät mit einer flach zur Ostsee abfallenden Böschung profiliert. Um den Sand an Ort und Stelle zu halten, werden die verstärkten Dünenabschnitte bepflanzt.

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Luftbilder dokumentieren Dünenrückgang

Das ist nämlich dringend erforderlich, wie die zurückliegenden Überfliegungen der Küstenlinie ergeben hat. Anhand der so erstellten digitalen Karte konnten die Experten feststellen, dass im Falle einer Sturmflut nicht nur Ahrenshoop selbst, sondern auch Born gefährdet seien, überflutet zu werden, wie Dr. Lars Tiepolt während einer Bauberatung sagte. Laut des Dezernatsgruppenleiters Küste im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg war der Mindestschutz durch die Dünen in den beiden Bereichen nicht mehr gegeben.

„Der Bereich ist ein Abtragungsgebiet“, sagt Lars Tiepolt. Bis zu 80 Zentimeter Küste gehen infolge der Strömung im Bereich Ahrenshoop verloren – jährlich. Dort verhindern ein Wellenbrechen und Buhnen einen noch schnelleren Rückgang der Uferlinie. Weiter nördlich beträgt der Rückgang der Küste bis zu anderthalb Meter innerhalb eines Jahres. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Rückgang der Küstenlinie infolge Sandverlustes beträgt 35 Zentimeter im Jahr.

Sand aus landeseigenem Depot

An die 50 000 Kubikmeter Sand werden für die Verstärkung eines 450 Meter langen Dünenabschnitts an der Nationalparkgrenze benötigt. Weitere 32 000 Kubikmeter Sand sind für einen zweiten Spülbereich etwa einen Kilometer weiter nördlich vorgesehen. Der Sand stammt aus einer Lagerstätte des Landes Mecklenburg-Vorpommern nordwestlich des Darßer Ort. Dieses Sanddepot ist eines von insgesamt 15 Lagerstätten, das Land sein eigen nennt.

Für die Verstärkung der Dünen kommt sogenannter Mittelsand zum Einsatz. Dessen Korngröße sorgt für eine bessere Haltbarkeit der Dünen, als es beispielsweise mit ganz feinem Sand möglich wäre.

Interessengemeinschaft will Steilufer retten

Zuletzt hatten Hochwasser Anfang des vergangenen Jahres auch an Strand und Dünen in Ahrenshoop gezehrt. So war in Ahrenshoop in einem Abschnitt der schmale Strand aufgespült worden. Ein Gutteil des damals gerade erst angespülten Sandes wurde durch die Hochwasserereignisse gleich wieder weggerissen. Bei den aktuellen Arbeiten handelt es sich ausschließlich um die Wiederherstellung und Verbesserung des Küstenschutzes. „Das ist keine touristische Aufgabe“, sagt Lars Tiepolt.

Seit geraumer Zeit macht die Interessengemeinschaft Hohes Ufer Druck für einen Küstenschutz zwischen Wustrow und Ahrenshoop (die OZ berichtete). Befürchtet wird aufgrund des anhaltenden Abbrechens der Steilküste eine später weitreichende Überflutung. Mit Hinweis auf eine fehlende zu schützende Bebauung hatte das Land Arbeiten für den rund zwei Kilometer langen Küstenschutz bislang stets zurückgewiesen.

Die Interessengemeinschaft hatte erste Planungen aus Spenden finanziert. Letzter Stand ist der Bau von Wellenbrechern. Für die Planung eines Wellenbrechers hatte das Umweltministerium im Sommer eine Unterstützung in Höhe von 88 000 Euro zugesagt. Wer am Ende die Baukosten trägt, die die Interessengemeinschaft auf rund 5,5 Millionen Euro schätzt, ist noch unklar.

Auf See gesiebt

82 000 Kubikmeter Sand werden für die Verstärkung von zwei Dünenabschnitten nördlich von Ahrenshoop benötigt. Der Sand wird aus einer landeseigenen Lagerstätte nordwestlich des Darßer Orts mit Wasser versetzt an Land gepumpt. Insgesamt verfügt das Land über 15 Sandlagerstätten.

Erstmals wird der Sand aus dem unterseeischen Depot schon vor dem Transport an die Baustelle gesiebt. So soll unter anderem Munitionsrückstände erst gar nicht an Land gelangen. Vor einiger Zeit waren beispielsweise nach einer Aufspülung in Rerik zahlreiche Munitionsreste gefunden worden. In der Folge wurde der Strand dort teilweise gesperrt.

Rund 1500 Kubikmeter Sand kann die unter dänischer Flagge fahrende „Thor R“ pro Tour in Richtung Einsatzort bringen. Durch eine Rohrleitung wird das Wasser-Sandgemisch auf die zu verstärkenden Dünenabschnitte gepumpt.

Timo Richter

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