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Ribnitz-Damgarten Eine Radtour wird 25 Jahre alt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Eine Radtour wird 25 Jahre alt
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14:39 24.06.2018
Es war die 25. Radtour rund um den Saaler Bodden. Quelle: Carolin Riemer
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Ribnitz-Damgarten

53 Kilometer können sich bei Gegenwind ganz schön weit anfühlen. Diese Erfahrung machten die 650 Teilnehmer der großen OZ-Jubiläumstour „Rund um den Saaler“ Bodden am Sonnabend.

650 Radler umrundeten am Sonnabend den Saaler Bodden ohne Zwischenfälle aber mit viel Gegenwind.

Mit Rockmusik für den richtigen Rhythmus

Sven Zander aus Greifswald startete am Morgen aus der ersten Reihe im Stadion am Bodden. Mit Rockmusik auf den Ohren, weil ihm das helfe, den Rhythmus besser zu halten. „Ich versuche mal, als erster wieder durch das Ziel zu kommen“, sagte der 22-Jährige vorsichtig. Elke Krüger (66) aus Proseken bei Wismar sicherte sich den Startplatz aus einem anderen Grund: „Ich möchte nicht in das große Gedränge am Start geraten.“ Sie war zum fünften Mal dabei und freute sich auf die lockere Atmosphäre und die schöne Landschaft, für die die Radtour seit einem Vierteljahrhundert steht.

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„Das ist kein Kaffeeklatsch“

Donia Hamdami (49) aus Berlin benötigte schon vor dem Start die Hilfe des Pannendienstes: „650 Fahrräder und keiner hat eine passende Luftpumpe für mich“, sagte sie lachend. Das Problemchen löste sich schnell in Luft auf. Keine Unfälle. Kein Regen. Die Tour hielt was sich die Teilnehmer wünschten. Die erste Etappe bis Ahrenshoop fuhren die Radler sehr zügig – noch behinderte sie der Wind nicht allzu sehr. Maik Niedballa (40) nutzte die Saftbar vor dem Dorint-Hotel in Wustrow, um zu Kräften zu kommen: „Kein Kaffeeklatsch ist das hier. Wir sind echt zügig unterwegs.“ Seine Begleiterin Urte Jacob (48) aus Rostock versuchte ihn derweil zu überreden, auf die Schiffsfahrt zu verzichten und lieber die große Runde mit dem Rad zu fahren. Umsonst. Maik Niedballa wollte sich lieber die Kraft für das abendliche Fußballspiel der Deutschen aufheben.

Per Schiff von Ahrenshoop nach Bodstedt

Vier Sattelzüge und ein kleinerer Transporter warteten bereits in Ahrenshoop auf das lang gestreckte Feld der Radler. Starke Männer hievten die Räder in die Hecks der Fahrzeuge, um festzustellen, dass der Platz knapp wird. Doch das stellte die Organisatoren vor kein großes Problem. Einer der Transporter holte die Räder etwas später ab, und fuhr sie nach Bodstedt. Dort endetet nämlich die Schiffstour der Radler. Für viele war die Überquerung des Boddens das Highlight. Am Hafen in Ahrenshoop genossen sie vor dem Ablegen noch ein Eis, dann bestiegen sie eines der vier Schiffe, das sie sicher ans andere Ufer nach Bodstedt brachte. Doch von dort aus folgte der harte Teil der Tour. Der Wind frischte auf und blies den Radlern ins Gesicht. Fast eine Stunde länger als gewöhnlich brauchten sie, um das Ribnitzer Stadion gegen 14 Uhr zu erreichen.

Viele hielten sich nicht an den Streckenverlauf

Sven Zander hatte geschafft, was er sich vornahm. Von denen, die die Schiffsfahrt nutzen und sich an die festgelegt Strecke hielten, war er der erste. „Um 13 Uhr war ich hier“, sagte er. Zeit genug, um sich umzuziehen, einen Happen im Stadion zu essen und auf die restlichen Radler zu warten. Ulf Müller-Axt aus Rostock war nicht viel langsamer. Und das obwohl der 60-Jährige den gesamten Bodden auf seinem Rad umrundete: „Dazu hab ich mich entschlossen, als ich die lange Schlange vor den LKW sah, die die Fahrräder nach Bodstedt transportierten.“ Schnell fasste er den Entschluss allein weiterzuradeln: „Und noch eine Pause einzulegen, um eine Viertelstunde in der Ostsee baden zu gehen.“

Zwei Polizistinnen auf Rädern und zwei Kollegen auf Motorrädern begleiteten die Tour erstmals. „Alle haben sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten“, sagte Bernd Sorokin. Doch gemeinsam mit Reimo Nickel von der Sparkasse waren sie sich einig, dass nicht alles vorbildlich lief. Etliche Radler waren schon vor dem offiziellen Start losgefahren. Andere hielten sich nicht an den Streckenverlauf und fuhren anstelle über Neuhaus weiter bis nach Dierhagen. Doch dort gab es keinen Streckenposten und sie überquerten die viel befahrene Straße. „Hätten sie sich an die Absprachen gehalten, hätten sie keinen Meter über Straßen fahren müssen, nur entlang der Radwege“, sagte Reimo Nickel: „Durch solche Aktionen geht der Tourcharakter verloren.“

Die Tour lebt nur dank viele Unterstützer:

Organisatoren: OSTSEE-ZEITUNG, Barmer, Sparkasse Vorpommern, Verkehrswacht, Famila Ribnitz

Unterstützer: Dorint und Feuerwehr aus Wustrow, Zweirad Lange, Eisbär Eis, die Spedition Bela, Labuzinski und Zaepernik, die Fahrgastbetreiber Kruse & Voß, Rasche, der Toom-Baumarkt, die Hem-Tankstelle von Steffen Dwars, die Bierhandelsgesellschaft Brinkmann, Polizeisportverein Ribnitz, Ribnitzer Sportverein, Verein zur Förderung der Arbeit und Qualifizierung, Forstetal, Rettungsdienst und Polizei Ribnitz-Damgarten und viele weitere fleißiger Helfer.Vielen Dank!

Carolin Riemer

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