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Ribnitz-Damgarten Eine gute Hälfte reicht dem RHV gegen den Ligaprimus nicht
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Eine gute Hälfte reicht dem RHV gegen den Ligaprimus nicht
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16:41 03.02.2019
RHV-Trainer Phillip Kaiser will mit seiner Mannschaft ins Final-Turnier des Pokal-Wettbewerbs.
RHV-Trainer Phillip Kaiser will mit seiner Mannschaft ins Final-Turnier des Pokal-Wettbewerbs. Quelle: Marco Schwarz
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Ribnitz-Damgarten

Die erhoffte Überraschung ist ausgeblieben: Nach einer starken ersten Hälfte haben die Handballer des Ribnitzer HV ihr Heimspiel der MV-Liga vor 168 Zuschauern in der Mühlenberghalle gegen den noch ungeschlagenen Ligaprimus Güstrower HV mit 22:30 (13:16) verloren.

Im ersten Spielabschnitt konnten die Bernsteinstädter noch mithalten. Nach dem Seitenwechsel häuften sich allerdings die Fehler. In 21 Minuten nach Wiederanpfiff gelangen den Hausherren lediglich drei Tore. Das nutzte der Tabellenführer und siegte letztlich ungefährdet. Im Gespräch mit der OZ analysiert RHV-Trainer Philipp Kaiser die Niederlage und wagt einen Ausblick auf die verbleibende Saison

Wie fällt Ihr Fazit zur Partie gegen den Güstrower HV aus?

Philipp Kaiser: Wir wussten vorher, das die Güstrower eine Klasse besser sind als wir. Deshalb hatten wir uns vorgenommen, etwas anders zu machen, ihrem Spiel destruktiv entgegenzuwirken. Wir haben uns in der Deckung nicht mit sechs Mann hinten reingestellt, sondern versucht, die gefährlichen Spieler des Gegners durch eine 4+2-Ausrichtung in der Defensive aus dem Spiel zu nehmen. Das hat in der ersten Hälfte phasenweise ganz gut funktioniert. Wenn wir dann ein paar freie Würfe nicht ausgelassen hätten, wäre zur Pause eine Remis, wenn nicht sogar eine knappen Führung drin gewesen. Dann hätten wir unseren Zuschauern vielleicht ein Handballspektakel bieten können.

In der zweiten Hälfte gab es einen im Spiel Bruch Ihrer Mannschaft. Woran lag es?

Die Güstrower haben dann Lösungen gefunden. Und wir haben viel zu viele Technik- und Regelfehler begangen. Das hat der Kontrahent konsequent genutzt, während wir unsere Linie, auch im Torabschluss, verlassen haben.

Was fehlt Ihrer Mannschaft noch, um vielleicht auch mal ein Spitzenteam der Liga ärgern zu können?

Uns fehlt einfach die Kompensation, wenn unser Spielmacher Nick ­Meyer, wie gegen Güstrow, durch kurze Deckung aus dem Spiel genommen wird. Da fehlt uns ein wenig die individuelle Klasse. Zudem konnten wir mannschaftstaktische Abläufe im Training zuletzt nicht durchspielen. Die Spieler müssen diesbezüglich mehr Ehrgeiz entwickeln und sich eigenverantwortlich damit auseinandersetzen. Es fehlt gelegentlich noch an Eigenantrieb. Die Mannschaft verlässt sich diesbezüglich zu häufig auf externe Reize aus dem Trainerteam.

Wie sehen Ihre Ziele für die MV-Liga in den verbleibenden Saisonspielen aus?

Nach oben brauchen wir nicht zu schielen. Der Güstrower HV und die TSG Wismar sind zu weit weg. Der SV Warnemünde auf dem dritten Platz direkt vor uns ist ebenfalls ein schwerer Gegner, den wir aber noch zu Gast haben. Wir haben derzeit ein fast ausgeglichenes Punktekonto (16:14/d. Red.). Ich denke aber, dass wir besser sind, als nur 50 Prozent unserer Spiel zu gewinnen. Das wollen wir bis zum Saisonende auch zeigen.

Am 16. Februar bestreitet Ihre Mannschaft das Viertelfinale im Pokal gegen den HC Vorpommern-Greifswald. Bei einem Sieg würden Sie ins Final-Four des Wettbewerbs einziehen. Liegt darauf jetzt ein besonderer Fokus?

Absolut! Das wollten wir von vornherein. Zudem haben wir mit den Greifswaldern nach der 24:27-Niederlage in Ribnitz noch eine Rechnung offen. Wir wollen uns nicht noch einmal so dämlich anstellen. Wir wollen uns unbedingt mit einem Sieg für das Finalturnier qualifizieren. Das wäre ein echter Saisonhöhepunkt.

Sie haben den Ribnitzer HV vor der Saison als Trainer übernommen. Wie fällt ihre ganz persönliche Bilanz bis heute aus?

Wir haben in der ersten Halbserie gemeinsam versucht, das Maximale aus dem Team herauszuholen. Und ich denke, dass die aktuelle Tabellensituation widerspiegelt, was für uns möglich ist. Das soll jetzt nicht nach Resignation klingen. Wir werden im Training weiter arbeiten und hoffen, zu den kommenden Spielen, aber auch den Höhepunkten gegen den SV Warnemünde und im Pokalwettbewerb Akzente setzen zu können.

Statistik

Ribnitzer HV: Kleinecke, Lürken – Meyer 3, Jacobsen 8, Voss, Dukart 2, Brandt, Ahrens 1, Nucklies 7, Bux 1, Bohnenstengel, Mehr, Nemcinov. Siebenmeter: Ribnitz 0, Güstrow 5/5. Strafminuten: Ribnitz 10, Güstrow 2. Spielverlauf: 6:5 (10.), 6:8 (13.), 10:14 (22.), 12:14 (24.), 13:16 (39.) – 14:20 (42.), 16:25 (52.), 19:29 (57.), 22:30 (60.).

Marco Schwarz