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Ribnitz-Damgarten Kreis kippt Kulturscheune in Dändorf
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Kreis kippt Kulturscheune in Dändorf
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14:36 11.07.2019
Manfred Retzlaff vor der Kulturscheune im Dierhäger Ortsteil Dändorf. Quelle: Timo Richter
Dierhagen

An der Kreisverwaltung beißt sich Manfred Retzlaff seit geraumer Zeit die Zähne aus. Der selbstständige Veranstaltungsorganisator will in seiner Kulturscheune im Dierhäger Ortsteil Dändorf wieder Veranstaltungen anbieten. Im April 2017 verfügte die Kreisverwaltung eine Nutzungsuntersagung für die Scheune. Seitdem, so Manfred Retzlaff, finden in dem Gebäude keine Veranstaltungen mehr statt. Für manche konnte ein anderer Spielort gefunden werden, manche erfolgten provisorisch im Garten Retzlaffs, die Terrasse war dann die Bühne.

Dass es in der Kulturscheune so still ist, liegt an einer fehlenden Baugenehmigung. Seit März 2017 quält sich der 57-Jährige über immer neue Auflagen. Brandschutz wurde wie gefordert eingebaut, die Be- und Entlüftung den Vorgaben entsprechend installiert und ebenso wurden Maßnahmen zum Schallschutz getroffen. Ein eigens zur Überprüfung lautstark gespieltes Konzert blieb unterhalb der Grenzen, sagt Manfred Retzlaff. Das habe der TÜV Nord in einem Gutachten so festgestellt.

Barrierefreiheit „nachgeschoben“

Da wähnte sich der Dierhäger schon am Ziel. Das war im Jahr 2018. Schließlich sollte das Veranstaltungsprogramm spätestens in diesem Jahr wieder an Fahrt aufnehmen. Doch dann wird Manfred Retzlaff mit der Forderung nach Barrierefreiheit ausgebremst. „Davon war bis zu dem Zeitpunkt nie die Rede, die wurde einfach nachgeschoben.“

Um überhaupt weiterzukommen, holte Manfred Retzlaff ein Angebot für einen Hublift ein. Menschen mit Behinderung sind anders nicht in den Zuschauerbereich im oberen Teil der Scheune zu bekommen. Es halft nichts, der Bauantrag für die Scheune wurde Ende 2018 endgültig abgelehnt, unter anderem mit dem Hinweis auf fehlende Angebote für besagten Hublift, um so die Barrierefreiheit herzustellen.

Der Veranstaltungsorganisator versteht die Welt, vielmehr die Genehmigungsbehörde in der Kreisverwaltung nicht mehr. Er schlussfolgert: „Das Bauamt des Landkreises versucht mit allen möglichen Mitteln, die Zulassung meiner Veranstaltungsstätte zu verhindern.“ Zumal nach Auffassung Manfred Retzlaffs im Ablehnungsbescheid falsche Annahmen gemacht und falsche Aussagen getroffen worden seien. So habe er entgegen der Darstellung der Verwaltung sehr wohl ein Angebot für den Hublift eingereicht. So gar der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Vorpommern-Rügen habe in einer Stellungnahme bestätigt, dass der angebotene Hublift den Ansprüchen der Barrierefreiheit genüge, so Manfred Retzlaff. In der Ablehnung werde auf laut Manfred Retzlaff nicht vorhandene Beschwerden zu Lärmbelästigung hingewiesen und das Tüv-Gutachten für ungültig erklärt.

Fehlende Reaktionen beklagt

Inzwischen hat der Veranstaltungsorganisator auch noch einen Bußgeldbescheid erhalten, weil er angeblich doch in der Scheune Veranstaltungen durchgeführt haben soll. Dem widerspricht Manfred Retzlaff entschieden. Inzwischen hat sich der Dierhäger zweimal mit einer „Dienstaufsichtsbeschwerde“ an Landrat Stefan Kerth gewandt. Bemängelt werden vor allem der laut Manfred Retzlaff unzureichenden Reaktionen seitens der Genehmigungsbehörde. Wochenlang erfolgte nichts, dann zweifelhafte Ablehnungen. Kreissprecher Olaf Manzke verwies in diesem Zusammenhang auf die bestehenden Möglichkeiten, auf einen Bescheid zu reagieren: mit Widerspruch und Klage.

Ungemach droht Manfred Retzlaff auch auf anderem Gebiet. Auf seinem Grundstück hat er bislang maximal fünf Stellplätze für Wohnwagen vorgehalten. Maximal durften die Camper dort drei Nächte verbringen. Laut Kreis wird das nun als illegal betriebener Campingplatz eingestuft, die Nutzung der Stellplätze untersagt. Erst einmal hat Manfred Retzlaff mit anwaltlicher Hilfe Widerspruch gegen die Entscheidungen der Kreisverwaltung eingelegt, will aber auch den Klageweg beschreiten.

Timo Richter

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