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Ribnitz-Damgarten „Elisabeth Hoej“ baggert in Nothafen-Zufahrt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Elisabeth Hoej“ baggert in Nothafen-Zufahrt
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16:10 23.04.2018
Noch bis zum Ende des Monats kann die „Elisabeth Hoej“ die versandete Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft vertiefen. Quelle: Richter Timo
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Born

Ins Stocken geraten ist die Vertiefung des Fahrwassers Ribnitz in den Boddengewässern. Die „Sirius Hoej“ ist bei Dänemark verunglückt und gesunken. Inzwischen hat die dänische Reederei ein Ersatzschiff im Einsatz, die „Lea Hoej“, wie Firmenchef Sören Hoej gestern auf Nachfrage bestätigte.

„Sirius Hoej“ verunglückt

Die „Sirius Hoej“ war wegen aufgrund zunehmenden Eisganges im Bodden abgezogen worden. Im Zweifelsfall hätte das Baggerschiff regelrecht in der Falle gesessen. Die „Sirius Hoej“ wurde nach Grömitz in Schleswig-Holstein verlegt, um Baggerarbeiten bei Fehmarn erledigen zu können. Dann ging es weiter nach Dänemark. Dort sank das Schiff. Personen kamen laut Sören Hoej nicht zu Schaden.

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Ersatzschiff im Einsatz

In absehbarer Zeit, so der Unternehmer, werde die „Lea Hoej“ in den Bodden verlegt, um die Restarbeiten zu erledigen. Laut des Borner Hafenkapitäns Werner Witt, einem hartnäckigen Verfechter für die Vertiefung des Fahrwassers von der Meiningenbrücke bis nach Ribnitz-Damgarten, sind es lediglich zwei Baggerfelder, die noch abschließend bearbeitet werden müssten. „Das ist schnell gemacht“, sagt der Borner. Vor allem im Bereich der Borner Bülten gebe es noch Untiefen, sei das Fahrwasser noch nicht „sauber“. Immerhin rund 50 000 Kubikmeter Schlick hatte die „Sirius Hoej“ bereits aus dem Fahrwasser geholt. Informationen über die Tiefen in dem Fahrwasser hat Werner Witt in seinen Schaukasten am Hafen in Born ausgehängt.

Restarbeiten im Bodden

Dass die Restarbeiten rasch über die Bühne gehen, hofft auf der Reeder in Dänemark, schließlich habe der Unfall den Terminplan des Unternehmens kräftig durcheinander gewirbelt. Denn rund einen Monat lang fehlte der Spezialreederei ein Schiff.Immer wieder hatte Witt auf eine Vertiefung gedrängt. Denn die millionenschweren Investitionen in die Wasserwanderrastplätze rund um den Bodden würden brach liegen. Denn Segler würden sich wegen der mangelnden Tiefe nicht in die Häfen trauen, so die Überzeugung Witts. Der Borner Hafenmeister hatte sich in dieser Sache sogar persönlich an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt.

Freude über Baggerung

Umso erfreuter war Witt, als das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund in einer Notaktion die nach Stürmen versandete Einfahrt in den Prerowstrom wieder freimachen ließ und auch das Boddenfahrwasser der Kategorie „Sonstige“ nach Jahren vertiefen wollten.

Schwesterschiff am Nothafen aktiv

Aktiv ist die Spezialreederei derzeit auch auf der anderen Seite der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Die „Elisabeth Hoej“ baggert gerade die erneut versandete Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort frei. Rund 19 000 Kubikmeter Sand und Schlick holt das gut 36 Meter lange Baggerschiff bis Ende des Monats aus der Zufahrt. Verklappt wird das Baggergut komplett im Nothafen selbst. Dem Leiter des Nationalparkamtes, Gernot Haffner, wird der Sand für den Rückbau des Nothafens benötigt, sobald der Inselhafen in Verlängerung der Prerower Seebrücke in Betrieb genommen wird. Wenn im Nothafen die Spundwände gezogen werden, drohe Landmasse abzurutschen. Mit dem Baggergut werde eine Böschung aufgebaut, so Haffner. Mit dem jetzt aus der Fahrrinne geholten Sand würden tiefe Stellen im Nothafen aufgefüllt. Teile des Baggergutes müssten für den Aufbau einer Böschung nochmals umgelagert werden, wie der Leiter des Nationalparkamts sagt. Denn die Aussichtsplattform Darßer Ort soll auf jeden Fall erhalten werden.

Seenotretter nach Werftaufenthalt zurück

In den Nothafen zurückgekehrt ist nach einem Werftaufenthalt der Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Richter Timo

23.04.2018
23.04.2018