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Ribnitz-Damgarten Barth bekommt ersten förderfreien Solarpark Deutschlands
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barth bekommt ersten förderfreien Solarpark Deutschlands
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14:10 06.06.2019
Hammerschlag statt Spatenstich: Frank-Peter Lender vom Landkreis Vorpommern-Rügen (v.l.), der Stralsunder Amtsleiter für Wirtschaftsförderung/Stadtmarketing Peter Fürst, Barths Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig, Albert Schlaak (BayWa r.e.) und Flughafenchef Jan Hufnagel freuen sich auf die Erweiterung des Solarparks auf dem Gelände des Barther Flughafens. Quelle: Anika Wenning
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Barth

In Barth entsteht der erste förderfreie Solarpark Deutschlands. Die Firma BayWa renewable energy (r.e.) erweitert den bereits bestehenden Solarpark auf dem Gelände des Ostseeflughafens Stralsund-Barth und bebaut eine Fläche von insgesamt 22 Hektar. Baubeginn ist bereits am Dienstag, 11. Juni. Insgesamt sind drei Bauabschnitte geplant. Während zwei – Barth IV (elf Hektar) und VI (ein Hektar) – noch gefördert werden, kommt der Solarpark Barth V (zehn Hektar), mit einer Gesamtleistung von 8,8 Megawatt, komplett ohne Förderung durch das Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG) aus.

Der hier erzeugte Strom soll an einen Industriepartner geliefert werden. „Industriekunden setzen immer häufiger auf Grünstrom“, weiß der Projektmanager der Firma BayWa r.e., Albert Schlaak. „Durch den förderfreien Park können Grünstromzertifikate ausgestellt werden, die dem Industriekunden Grünstrom garantieren. Dies geht bei EEG-Anlagen, sofern sie den Tarif wahrnehmen und nicht in der Sonstigen Direktvermarktung sind, eben nicht, auch wenn sie grünen Strom produzieren. Derzeit laufen noch die Verhandlungen, aber wir rechnen damit, dass wir ab 2020 einen Liefervertrag mit einem Industriekunden haben werden. Solange wird der Strom über BayWa r.e. CLENS vermarktet.“

Mehr Freiheiten

Die Ausstellung von Grünstromzertifikaten sei nur ein Vorteil einer förderfreien Anlage. Auch andere Vorgaben, die das EEG vorsieht, könnten umgangen werden. So sehe das EEG nur zehn Megawatt-Anlagen vor und man müsse zudem zwei Jahre warten, bevor man den nächsten Abschnitt bauen kann. All das müsse bei einer förderfreien Anlage nicht berücksichtigt werden.

Schon jetzt ist der Solarpark auf dem Gelände des Barther Flughafens mit einer Fläche von über 60 Hektar einer der größten Solarparks in Mecklenburg-Vorpommern. Zwischen 2012 und 2016 wurden an diesem Standort bereits drei Fotovoltaik-Projekte mit rund 50 Megawatt umgesetzt. Und die Firma habe bereits 2016 weiter in die Zukunft gedacht und geplant. So seien während des Baus des Solarparks Barth III die Kabel für die neuen Parks gleich mit in den Kabelgraben von Barth III verlegt und die Kosten entsprechend umgelegt worden. Durch diese Einsparung sei es überhaupt möglich, das Projekt eines förderfreien Solarparks umzusetzen. Um mehr Sicherheit zu haben, habe sich die Firma aber entschieden, nur einen der drei Abschnitt ohne Förderung umzusetzen. Denn für Barth IV habe BayWa r.e. bereits im April 2018 einen Zuschlag bekommen. „In der Vergangenheit haben wir vorwiegend nach EEG gesucht, daher sind wir auch mit Barth IV in die Förderung gegangen“, erklärt Albert Schlaak.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Damit der Barther Solarpark allerdings auch wirklich der erste förderfreie Deutschlands wird, müssen sich die Verantwortlichen sputen. „Wir wissen von zwei weiteren förderfreien Solarparks in Deutschland, die ebenfalls in Planung sind“, sagte Albert Schlaak. Da es allerdings keine firmeneigenen Projekte seien, kenne man die genauen Standorte nicht. Und auch in der Region sollen weitere Solarparks ohne Förderung entstehen. Die Energiekontor AG plant in Dettmannsdorf und Marlow einen förderfreien Solarpark. Allerdings ist die Inbetriebnahme hier erst für 2020 geplant. „Wir sind zuversichtlich, dass wir auch wirklich die ersten sein werden. Der erste Bauabschnitt soll bereits Ende des Monats fertig sein, der zweite Mitte/Ende August und der dritte Mitte/Ende September, sodass der Netzanschluss dann Ende September oder Anfang Oktober erfolgen kann“, erklärte der Projektmanager.

Erste Erfahrungen zum Bau einer förderfreien Anlage hat die Firma bereits im Ausland gesammelt. Ende vergangenen Jahres wurde in Südspanien (Don Rodrigo) ein solcher Park errichtet. Damit habe das Unternehmen bewiesen, dass Solarstrom bereits heute günstiger erzeugt werden kann als konventioneller Strom. Und auch wenn der förderfreie Solarpark in Barth ein Erfolg werde, werde das EEG auch in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende spielen, denn vor allem für kleiner Anlagen sei eine Förderung immer noch wichtig.

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Anika Wenning

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