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Ribnitz-Damgarten Raus aus dem Teufelskreis Alkohol – Betroffene berichten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Raus aus dem Teufelskreis Alkohol – Betroffene berichten
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13:33 10.09.2019
Der Griff zur Flasche – in Vorpommern-Rügen keine Seltenheit. Alkoholkonsum ist nach Angaben von Carolin Langbein, Psychiatriekoordinatorin des Landkreises, die häufigste Todesursache in der Region. Quelle: Arno Burgi/dpa
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Ribnitz-Damgarten

Der Griff zur Flasche kann zum „tödlichen Freund“ werden. Wie ihm die „Freundschaft“ aufgekündigt werden kann, wollen Experten der Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Sucht und des Arbeitskreises Suchtprävention im Landkreis Vorpommern-Rügen aufzeigen. Sie veranstalten erstmals und in Kooperation mit der Stadt und den Bodden-Kliniken in Ribnitz-Damgarten sowie dem Helios Hanseklinikum Stralsund Suchtfachtage. Die stehen unter dem Motto „Sucht kennt kein Alter“ und finden am 18. und 19. September jeweils von 9 bis 15 Uhr im Begegnungszentrum in Ribnitz-Damgarten statt.

Spitzenplatz beim Alkoholkonsum

„Beim Alkoholkonsum rangieren Vorpommern-Rügen und unser Bundesland republikweit auf einem Spitzenplatz. Leider“, sagt Carolin Langbein, Psychiatriekoordinatorin des Landkreises. „Alkohol ist in der Region die häufigste Todesursache.“ Diese Sucht einzudämmen, sei Ziel der zwei Fachtage. Bei denen werden Experten keineswegs unter sich sein, betont sie. „Diese Fachtage zeichnen sich durch eine sogenannte trialogische Besetzung aus. Das heißt, dass neben Fachleuten auch Betroffene und Angehörige dabei sind. Sie können sich nicht nur über den Suchtmittelkonsum in den verschiedenen Altersphasen sowie Behandlungs-, Hilfs- und Therapiemöglichkeiten informieren. Betroffene werden über ihr Schicksal auch selbst sprechen und schildern, wie sie mit der Sucht umgehen oder sogar einen Ausweg gefunden haben.“

„Mein tödlicher Freund“

Einer der Betroffenen ist Steffen Krumm. Mit 18 Jahren war er süchtig, hat viele Jahre seines Lebens dem Suff geopfert, ist heute trockener Alkoholiker. Das hat er in einem Buch mit dem Titel „Mein tödlicher Freund“ niedergeschrieben. „Er wird auf den Fachtagen daraus lesen“, kündigt Carolin Langbein an. Auch der Pianist und Sänger Steffen Rausch, der neben Rapperin Samy Joe die musikalische Umrahmung der Fachtage übernimmt. Für die konnten hochkarätige Referenten aus ganz Deutschland gewonnen werden, die den Fachkräften neue Impulse für ihre tägliche Arbeit liefern. Zudem sind eine Vielzahl von Kliniken sowie in der Suchtprävention und -behandlung tätige Einrichtungen und Vereine vor Ort. An 20 Ständen informieren sie über das vielfältige Angebot für Suchtkranke und Suchtbedrohte in Vorpommern-Rügen.

Anonymität bleibt gewahrt

Für den Besuch der Suchtfachtage wird kein Teilnehmerbeitrag erhoben. Die Anonymität bleibe gewahrt, hebt Carolin Langbein hervor. Interessierte Betroffene und Angehörige können sowohl die Info-Stände als auch die zahlreichen Fachvorträge ohne Anmeldung besuchen, lädt sie zum Kommen ein. Wer vorab Fragen hat, kann sich an die Psychiatriekoordinatorin des Landkreises wenden. Carolin Langbein ist telefonisch unter der Rufnummern 0 3831/3571712 oder per Email an carolin.langbein@lk-vr.de zu erreichen.

Von Udo Burwitz

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