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Ribnitz-Damgarten „Es sind viele kleine Dinge umgesetzt worden“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Es sind viele kleine Dinge umgesetzt worden“
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06:24 28.12.2018
Frank Ilchmann auf dem Rathausbalkon in Ribnitz. Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

Das Jahr 2018 geht zu Ende, für Ribnitz-Damgarten ein Jahr mit wenigen sichtbaren Erfolgen, aber mit viel Bewegung hinter den Kulissen. Die OSTSEE-ZEITUNG hat Bürgermeister Frank Ilchmann um ein Resumé gebeten. Im OZ-Interview erklärt er, warum das Sanierungskonzept für die Bernsteinschule trotz des steinigen Weges ein guter Kompromiss ist, welche Herausforderungen das neue Jahr bringt und ob in der Bernsteinstadt weiter so gefeiert werden kann wie bisher.

OZ: Wenn Sie auf das Jahr 2018 zurückblicken: Wie fällt Ihr Fazit aus?

Frank Ilchmann: Es war ein sehr aufregendes, abwechslungsreiches Jahr. Es gab viele positive Dinge. Wir haben aber auch ein paar Rückschläge erlitten.

Was sind die positiven Dinge?

Die Kurabgabe ist seit Januar wirksam. Die Fremdenverkehrsabgabe hat sich etabliert. Beides ist sicherlich nicht so erfolgreich gelaufen, wie geplant. Aber es ist ein Anfang und wird im nächsten Jahr weniger Verwaltungsarbeit verbrauchen. Wir haben die Homepage der Stadt neu gestaltet. Das war für unsere Außenwirkung sehr wichtig. Die Seite sieht gut aus und ist für die Nutzer sinnvoll. Einiges haben wir trotzdem schon verbessert. Für weitere Informationen sind wir offen. Wir konnten mit dem neuen Rudergebäude in Damgarten die Trainingsbedingungen der Ruderer verbessern. Der PSV Ribnitz-Damgarten und die Stadt haben einen Kooperationsvertrag mit dem FC Hansa Rostock abgeschlossen. Es freut mich, dass wir seit diesem Jahr wieder zwei Kinderärzte in der Stadt haben. Wir konnten außerdem einige Leader-Projekte auf den Weg bringen. Auch die Vermarktung von Baugrundstücken läuft richtig gut. Der Geh-Radweg Hirschburg-Klockenhagen konnte endlich übergeben werden. Wir haben viele Jahre darum gekämpft und als Stadt Vorleistungen gebracht. Auch die Straße Klockenhagen-Graal Müritz wurde mit einer neuen Asphaltdecke versehen.

Kann auch das beschlossene Sanierungskonzept für die Bernsteinschule als Erfolg angesehen werden?

Ja. Eigentlich sollte der Bildungscampus anders aussehen. Jetzt wird weitestgehend der Bestand erhalten und nur ein Neubau für die Grundschule errichtet. Wir haben zwar einen guten Kompromiss gefunden. Aber der entspricht nicht dem, was wir eigentlich wollten. Wir sind froh, dass neun Millionen Euro Fördermittel fließen. Wenn wir gesagt hätten, das ist uns zu wenig, die wollen wir nicht, dann hätten wir wahrscheinlich wieder ein paar Jahre warten müssen, bis es für das ganz große Schulprojekt Fördermittel gibt.

Warum hat der große Sprung nicht geklappt?

Weil die Förderkulissen so sind und das Geld im Land nicht für alle Projekte reicht.

Ist das jetzt beschlossene Konzept denn die finale Lösung?

Die Planungen sind so gestaltet, dass wir die Möglichkeit haben, später, wenn weitere Fördermittel zur Verfügung stehen, zu erweitern. Jetzt bekommen erst einmal die Grundschüler ein neues Gebäude. Und das bestehende Gebäude in der Demmler-Straße wird kernsaniert.

Die Bernsteinschule ist ja nicht das einzige größere Schulprojekt. Auch in Damgarten muss etwas passieren. Kann es da besser laufen?

Ich glaube, es wird noch schwieriger, weil wir mit dem Landkreis, der Stadt und der evangelischen Schulstiftung drei Schulträger haben, die unmittelbar oder zumindest mittelbar beteiligt sind. Die ersten Gespräche sind gelaufen.

In welche Richtung kann soll es gehen?

Die Grundschule ist zu klein. Die Toiletten sind marode. Auch die Harbig-Schule braucht mehr Räume. Wir bemühen uns um einen Kompromiss, wie das gestaltet werden soll. Es soll einen Anbau an der Grundschule geben. Möglicherweise können wir dann auch bestimmte Gebäudeteile gemeinsam mit der Harbig-Schule nutzen, vielleicht als gemeinsame Mensa. Das ist aber alles noch nicht zu Ende gedacht. Im kommenden Jahr soll ein Konzept erstellt werden, um konkret sagen zu können, wie es am Ende aussehen soll.

Ein wichtiges Thema in diesem Jahr ist der Haushalt gewesen. Die liquiden Mittel nehmen in den kommenden Jahren rapide ab. Steuert die Stadt auf die Pleite zu?

Nein. Das sind Planungen. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass wir weniger Geld ausgegeben haben, als geplant, weil nicht alle Projekte umgesetzt wurden. Wir haben zuletzt immer mit einem Überschuss die Jahre abgeschlossen. In den Planungen stehen viele Sachen, die wir gar nicht schaffen. Wir sind jetzt dabei, den Haushalt nochmal zu überarbeiten. Weitere Projekte, die, Stand jetzt, nicht umsetzbar sind, kommen auf eine Warteliste. Mit dem Abschmelzen der liquiden Mittel bin ich auch nicht glücklich. Wenn wir aber solch große Aufgaben wie den Bildungscampus oder die Entwicklung von Pütnitz stemmen wollen, dann müssen wir Geld in die Hand nehmen.

Wie weit sind die Gespräche zur touristischen Entwicklung der Halbinsel Pütnitz gediehen?

Wir haben noch keine hundertprozentige Zusage des Investors. Wir haben Förderzusagen vom Land für die Altlastensanierung und die äußere Erschließung. Darin enthalten ist zum Beispiel auch eine Umgehung für Damgarten auf der alten Bahntrasse. Das wird aber nur umgesetzt, wenn der Investor grünes Licht gibt. Ich hoffe, dass wir bis zum Ende des ersten Quartals 2019 eine positive Entscheidung haben. Wenn das Projekt klappt, schaffen wir Arbeitsplätze. Ribnitz und vor allem Damgarten werden davon profitieren.

War 2018 für Ribnitz-Damgarten trotz der Rückschläge beispielsweise beim Bildungscampus trotzdem ein Schritt nach vorne?

Ja, es sind viele kleine Dinge umgesetzt worden. Der Geh- und Radweg in Klockenhagen und Hirschburg sowie die Straßensanierung von Graal-Müritz nach Klockenhagen zum Beispiel. Oder die Instandsetzung der Fußgängerbrücken in den Klosterwiesen. Oder die Begleitung des Breitbandausbaus.

Was sind die Herausforderungen für das kommende Jahr?

Wir müssen weiter intensiv an den großen Projekten arbeiten und dürfen dabei die kleinen Dinge nicht vergessen. Im kommenden Jahr soll beispielsweise die Planung der Sanierung für den ersten Teil der Bahnhofstraße von der Langen Straße bis zur Einfahrt zum Bahnhof erfolgen. Und der Abschnitt soll auch saniert werden, wenn Fördermittel kommen. In Damgarten wird endlich ein Fußgängerüberweg in der Barther Straße gebaut. Edeka will in Damgarten umziehen. Wir sind froh, Edeka in Damgarten halten zu können. Da soll Ende nächsten Jahres, wenn alle Formalitäten erledigt sind, schon gebaut werden.

Nach dem Rückzug von Veranstalter Jörg Maletz ist eine Herausforderung ja, zu klären, ob und wie oft die Ribnitz-Damgartener feiern können. Wie sieht's da aus?

Wir versuchen, keine Feste ausfallen zu lassen und sind noch in den Verhandlungen. Gegebenenfalls wird es beim Frühlings- und beim Hafenfest inhaltlich einige Änderungen geben. Bei den anderen Festen müssen wir sehen. Das Schützenfest in Damgarten wird auf jeden Fall so wie immer stattfinden. Die Zusage eines Caterers haben wir, über einige Konditionen müssen wir noch verhandeln. Der Eintritt wird möglicherweise etwas teurer.

Was erwarten Sie von der Kommunalwahl im kommenden Jahr?

Die Zusammenarbeit in der auslaufenden Legislaturperiode war nicht immer so, dass alles im ersten Anlauf erledigt wurde. Die Stadtvertretung und die Ausschüssen haben an einigen Stellen nach intensiven Diskussionen neue Sichtweisen eingebracht und haben einige Sachen anders entschieden. Dazu hat die Stadtvertretung auch das Recht, und in einigen Punkten hatte sie auch Recht. Es wird einige Veränderungen geben, einige Gemeindevertreter werden sicherlich nicht mehr kandidieren. Ich erwarte aber, dass auch die neue Stadtvertretung ebenso sachlich und in Zusammenarbeit mit mir entscheidet, egal, welche Partei die meisten Stimmen bekommt.

Wenn Sie für das kommenden Jahr einen Wunsch frei hätten. Was wäre das?

Dass alle Bürgerinnen und Bürger und auch ich gesund bleiben.

Robert Niemeyer

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