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Ribnitz-Damgarten Feuerwehren kämpften 2018 gegen Brände, Schneechaos und Wassermassen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Feuerwehren kämpften 2018 gegen Brände, Schneechaos und Wassermassen
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20:59 31.03.2019
Am 16. März 2018 brannte in Petersdorf ein Schuppen. 33 Feuerwehrleute aus Ribnitz, Damgarten und Klockenhagen waren vor Ort. Quelle: Freiwillige Feuerwehr
Ribnitz-Damgarten

 Es ist genau ein Jahr her. In der Nacht zum ersten April 2018 brachen Schneemassen über Mecklenburg-Vorpommern ein. Die freiwilligen Feuerwehren in der Region waren im Dauereinsatz. Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten blickten die Brandschützer auf ein ereignisreiches Jahr zurück. 198 Alarmierungen zählte die Wehr der Stadt, zu der die Züge Ribnitz und Damgarten sowie die Einheiten Klockenhagen und Tempel gehören. Zum Vergleich: 2017 waren es 175 Alarmierungen und 2016 gerade einmal 82.

Allein der Löschzug Ribnitz hatte am 1. April 2018, Ostersonntag, 26 Einsätze. „Wir waren zwölf Stunden im Einsatz“, sagte Zugführer Robert Berndt. „Und nach den Schneemassen kamen die Wassermassen.“ Und diese hätten vor allem an bekannten Stellen, wie Am Holtacker in Damgarten, zu Problemen geführt, erklärte Damgartens Zugführer Matthias Behrend. „Hier muss die Stadt endlich etwas tun. Alle Verantwortlichen müssen sich an einen Tisch setzten, sonst wird uns das Wasser dort auch in den kommenden Jahren ein treuer Wegbegleiter sein. Es gibt technische Möglichkeiten, das Problem in den Griff zu bekommen, aber die kosten nun mal Geld.“

Auch wenn die Einsatzbereitschaft am Tag trotz der zahlreichen Ereignisse im vergangenen Jahr stets gewährleistet werden konnte, mahnte der Gemeindewehrführer Oliver Rybicki Bürgermeister Frank Ilchmann sowie einige anwesende Stadtvertreter bei der Besetzung der Stellen in der Verwaltung an die Feuerwehr zu denken. „Außerdem möchte ich mich bei allen Arbeitgebern bedanken, die unsere Kameraden auch während der Arbeitszeit zu Einsätzen fahren lassen. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte der Wehrführer. „Wenn sich Kameraden für eine Stelle bewerben, bekommen sie immer einen Pluspunkt“, sagte Ribnitz-Damgartens Bürgermeister. „Das ist so und das wird auch in Zukunft so bleiben.“ Trotz aller Kritik an der Stadt lobte der Wehrführer Oliver Rybicki die Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Landkreis und der Polizei. Frank Ilchmann erklärte: „Wir tun sehr viel dafür, dass die Kameraden auf dem neuesten Stand sind.“

Immer mehr aktive Feuerwehrleute

Erfreuliches gab es bei der Entwicklung der Mitgliederzahlen zu berichten. So ist die Zahl der aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten von 112 im Jahr 2016 auf 117 im Jahr 2018 gestiegen. Zählt man die Ehren- und die Jugendabteilung hinzu, steig die Zahl von 157 im Jahr 2016 auf 173 im vergangenen Jahr. Um vor allem Kinder und Jugendliche zu gewinnen, hat die Freiwillige Feuerwehr Ribnitz-Damgarten eine Arbeitsgruppe Brandschutzerziehung gegründet, die an die Schulen geht. „Ich bin stolz darauf, was wir hier erreicht haben“, erklärte Oliver Rybicki.

Großes Lob gab es vom Kreiswehrführer Gerd Scharmberg. „Ich bin stolz, euch zu kennen. Wenn ich sehe, was ihr leistet, ist das wirklich beeindruckend. Dafür habt ihr Respekt verdient.“ Denn neben den zahlreichen Einsätzen, beteiligten sich die Brandschützer auch an vielen Veranstaltungen beziehungsweise organisieren diese selbst. Zudem hätten die Feuerwehrleute sehr viel Zeit in die Aus- und Weiterbildung gesteckt. „Und dann stellt ihr euch auch noch einen Freizeitkiller ins Gerätehaus“, sagte Gerd Scharmberg mit Blick auf den Gerätewagen-Logistik Gefahrengut. „Das ist eigentlich eine kreisliche Aufgabe, die ihr auch noch übernehmt“, sagte Gerd Scharmberg. Mit Blick auf die Einwohnerzahl der Stadt von rund 15200 und die Mitgliederzahl erklärte er. „Gerade einmal 0,75 Prozent sind in der Feuerwehr. Das heißt im Umkehrschluss 99 Prozent der Bürger verlassen sich auf euch.“

Beeindruckt von dem Engagement der Feuerwehrleute zeigte sich auch Marco Stoll, Leiter des Ribnitz-Damgartener Polizeireviers. „Die freiwillige Feuerwehr ist ein unverzichtbares Bindeglied zwischen der Polizei und dem Rettungswesen.“

Geehrt und befördert

Die Geehrten: 

50-jährige Mitgliedschaft: Hans-Friedrich Pulow

40-jährige Mitgliedschaft: Elke Didlaukat, Rainer Bierung und Frank Karin

25-jährige Mitgliedschaft: Matthias Behrend

10-jährige Mitgliedschaft: Jan Michel Saupe, Max Burmeister, Daniel Fabich, Remo Fichtelmann und Tom Kuchenbecker

Die Beförderten:

zum Feuerwehrmann: Jonathan Dwars, Flynn Harder, Daniel Heise, Domenik Hemme, Richard Kasch, Olaf Olbrich und Martin Teubert

zum Hauptfeuerwehrmann: Sascha Wnuck

zum Löschmeister: Robert Schröder und Martin Schöffel

zum Oberlöschmeister: Christian Scholwin und Volker Teske

zum Hauptlöschmeister: Matthias Behrend

zum Oberbrandmeister: Robert Berndt

Anika Wenning

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