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Ribnitz-Damgarten Fingerpuppen bevölkern das Rostocker Tor
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Fingerpuppen bevölkern das Rostocker Tor
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00:00 21.07.2016
Noch bis September sind die Fingerpüppchen von Gertrud Klein im Rostocker Tor zu sehen. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

Rotkäppchen. Hurvinek und Spejbl, Ernie und Bert aus der Sesamstraße, Rapunzel, Arafat und selbst der Tod – alle sind sie im oberen Ausstellungsraum des Rostocker Tores in Ribnitz in der Ausstellung „Maschenwelten“ versammelt. Und allesamt sind sie gehäkelt oder gestrickt.

„Insgesamt sind es 400 Fingerpuppen, die hier gezeigt werden“, erläutert Axel Attula, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Bernsteinmuseums Ribnitz-Damgarten.

Gefertigt wurden die Puppen von Gertrud Klein aus Rostock. Geboren wurde sie 1934 in Prag, 1946 folgten Ausweisung und Flucht mit der Familie nach Schwaan. 1953 legte sie ihr Abitur in Bützow ab, dann folgte ein Medizinstudium in Rostock. 1956 heiratete sie Gerhard Klein und arbeitete viele Jahre als Anästhesistin am Universitätsklinikum Rostock. Aus gesundheitlichen Gründen ging sie mit 60 Jahren in Rente.

Als Rentnerin hat sie zusammen mit ihrem Mann Mecklenburg-Vorpommern erkundet und zahlreiche Schlösser und Kirchen fotografiert. Doch dann schränkte eine Krebserkrankung ihre Bewegungsfreiheit ein.

Im Jahre 2010 fing die Rostockerin mit der Herstellung der Fingerpüppchen an – bald waren es über 400 Exemplare. Viele dieser liebevoll gestalteten Püppchen verschenkte sie, der größte Teil wurden jedoch zu Hause nach Themen sortiert und in Glasvitrinen untergebracht. „Sie holte sich auf diese Weise die Welt in ihre Wohnung“, erläuterte Axel Attula. Gertrud Klein verstarb am 28. November 2015.

In der Ausstellung sind die Finger-Puppen nach den Themen historische Persönlichkeiten, Märchen, Stars und Fantasiefiguren geordnet. „Sie sind so genau gearbeitet, dass es dem Besucher nicht schwerfallen wird herauszufinden, wen er da sieht“, macht Axel Attula neugierig. Die Ausstellung im Rostocker Tor ist montags bis freitags jeweils in der Zeit von 10 bis 16 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei.

Edwin Sternkiker

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