Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Fischland-Darss Auslastung der Gästebetten im Seeheilbad steigt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Fischland-Darss Auslastung der Gästebetten im Seeheilbad steigt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:51 19.09.2015
Die Zahl der Übernachtungen in Zingst ist 2014 um 6,9 Prozent gestiegen, das Gedränge am Strand und auf den Straßen auch. Quelle: Timo Richter
Anzeige
Zingst

Der Beschluss über den Jahresabschluss 2014 des Zingster Fremdenverkehrsbetriebs am Donnerstagabend war nur eine Formsache. Denn die Zahlen, die die Finanzchefin der Kur- und Tourismusgesellschaft Zingst vortrug, zauberte den Gemeindevertretern ein Lächelns ins Gesicht. Ein Plus von 6,9 Prozent bei den Übernachtungen verkündete Kati Töllner.

Das entspricht gut 1,683 Millionen Übernachtungen, etwa 108000 mehr als noch ein Jahr davor. Insgesamt reisten im vergangenen Jahr 276000 Urlauber an. Geradezu als sensationell bezeichnete Marketingleiterin die Steigerung der Bettenauslastung von 29,8 Prozent auf 31,4 Prozent — angesichts des anhaltenden Bettenzuwachses eine enorme Steigerung.

Um fünf Prozent stiegen die Einnahmen aus der Kurtaxe. Gut 2,855 Millionen Euro kamen 2014 zusammen, dagegen wirken die 221000 Euro aus der Fremdenverkehrsabgabe, die von den Vermietern zu zahlen ist, geradezu mickrig. Den hohen Einnahmen stehen auch große Investitionen gegenüber. So flossen im vergangenen Jahr gut 291000 Euro in den Hafenponton mit dem Aussichtshäuschen.

80000 Euro kostete bislang die Planung für einen Dünenweg von der Seebrücke in Richtung Experimentarium. Michael Schmidt (SPD) wollte wissen, ob das Projekt überhaupt Wirklichkeit würde.

Bauamtsleiter Ingo Reichelt bejahte das, derzeit sei die Kommune in dieser Frage Spielball verschiedener Behörden. So sollte der Weg runter vom Dünenkamm weg auf die Landseite verlegt werden. Dort aber pocht die Forstbehörde auf den erforderlichen Abstand zum Küstenschutzwald. Ähnliche Planungen in Ahrenshoop werden vorerst nicht weitergeführt (die OZ berichtete). Einstimmig beschlossen die Gemeindevertreter den Jahresabschluss des Zingster Fremdenverkehrsbetriebes. Unterm Strich blieb ein Jahresgewinn in Höhe von gut 11300 Euro.

Auch der Jahresabschluss des Abwasserentsorgungsbetriebs stellte die Gemeindevertreter vor keine großen Hürden. Ein Betriebsführung ohne Beanstandung, im Ergebnis ein Überschuss von knapp 183

000 Euro, von dem rund 91000 Euro in die Rücklage und der Rest als Ausschüttung an die Kommune fließen, ließen die Gemeindevertreter einstimmig ihre Zustimmung für den Jahresabschluss geben.

Aufgrund der guten Saison und immer mehr Gästebetten ist die Abwassermenge im zurückliegenden Jahr um rund 1,8 Prozent gestiegen. 398500 Kubikmeter Abwasser wurden im vergangenen Jahr in der Kläranlage am Boddenweg gereinigt. Im Jahr davor waren es 391000 Kubikmeter Abwasser.

Zingst hat keinen verfügbaren kommunalen Wohnraum.“ So beantwortete Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU) ein Nachfrage zum Stand der möglichen Unterbringung von Flüchtlingen. Nachfragen bei Privatvermietern sollte durch den kurzfristig für den Landkreis gebildeten Integrationsrat koordiniert werden.

Höhere Kurtaxeinnahmen
2,855Millionen Euro nahm der Zingster Kur- und Tourismusbetrieb 2014 aus der Kurtaxe ein. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von fünf Prozent.
31,4Prozent betrug im vergangenen Jahr die durchschnittliche Auslastung der Urlauberbetten. Die Auslastung stieg von 29,8 Prozent.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1,683 Millionen Übernachtungen gezählt, rund 108000 Übernachtungen mehr als im Jahr davor.
Wasserwacht hilft auch Rettern
Eine Antwort auf zum Teil lange Wartezeiten auf professionelle Hilfe in Notfällen ist das „First Responder System“, das die Wasserwacht Zingst des Deutschen Roten Kreuzes mit dem Landkreis erarbeitet hat. So können die Rettungsschwimmer im Notfall erste Hilfe leisten und so Patienten bis zum Eintreffen eines Rettungswagens versorgen. Das Projekt hat sich nach Einschätzung von Wachleiter Oliver Stachewicz bewährt. In dieser Saison wurden die Rettungsschwimmer zu 30 Notfällen gerufen, die sich nicht am Strand oder dem Uferbereich ereignet hatten.
Teilweise sei ein Rettungswagen erst 25 Minuten nach den Wasserrettern eingetroffen.
Stachewicz stellte am Donnerstag den Mitgliedern der Zingster Gemeindevertretung die Jahresbilanz vor. Danach wurden mehr als 11000 Wachstunden geleistet, knapp 500 mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt mussten die Rettungsschwimmer 126-mal erste Hilfe leisten, dazu kamen die Einsätze als „First Responder“. Jeweils fünf Schwimmer und Surfer konnten vor dem Ertrinken gerettet werden, ein Badetoter war zu beklagen. Der Mann war aufgrund gesundheitlicher Probleme im Wasser gestorben.
Drastisch reduziert wurden die Lautsprecherdurchsagen am Strand. Nach Einschätzung des Wachleiters würden die Durchsagen nicht mehr wahrgenommen, wenn sie häufig erfolgten. Michael Schmidt (SPD) dagegen wünschte sich eine Art Begrüßung der Badegäste durch die Rettungsschwimmer.
Während der Hauptsaison von Anfang Juli bis Ende August waren sieben Wachtürme mit insgesamt 17 Rettungsschwimmern voll besetzt. Während der Vor- und Nachsaison war nur der Hauptturm an der Seebrücke besetzt. Die Wasserwacht habe in diesem Jahr an allen Veranstaltungen teilgenommen, etwa zum Kindertag oder dem Jubiläum des 150-jährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Wie zuvor auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft habe die Wasserwacht Kinderarmbänder ausgegeben, um ein Wiederfinden bei verloren gegangenen Kindern oder Eltern zu erleichtern. Zudem wurde ein Faltblatt mit Baderegeln erstellt. tri
Die Steige- rung der durch- schnittlichen Bettenauslastung ist sensationell.“Anne Burghardt, Marketingleiterin



Timo Richter

Hotel und Restaurant „Am Moor“ in Dierhagen weicht Neubau von drei Gebäuden / Künftig keine Kegelbahn im Angebot

18.09.2015

Kreisstraße 25 von der L 21 bis zum Ortseingang wird komplett erneuert

18.09.2015

Lieferengpässe bei Kühltechnik und Teilen der Elektroinstallation sorgen für Verzögerung

16.09.2015