Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Fischland-Darss Bauarbeiten auf alter Oberförsterei ruhen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Fischland-Darss Bauarbeiten auf alter Oberförsterei ruhen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:22 10.07.2015
Erik Roepke (hi.) und Gerd Scharmberg betrachten den Pferdestall der alten Oberförsterei. Quelle: Timo Richter
Anzeige
Born

Die Rechnung ohne die Bauaufsicht hat die Kommune in Sachen Umbau des Pferdestalls für den Einzug des Forst- und Jagdmuseums gemacht. Sogenannte verfahrensfreie Arbeiten, etwa das Ausbessern von Fugen oder Arbeiten im Innern des altersschwachen Gebäudes, erfolgten ohne Vorliegen einer Baugenehmigung (die OZ berichtete). Genehmigt werden muss aber von der Bauaufsicht die Umnutzung des Pferdestalls für Umzug des Forst- und JagdmuseumsFerdinand von Raesfeld“ von der Remise in den Stall. Diese Genehmigung liegt noch nicht vor. In der Konsequenz dürfen auch die nicht genehmigungspflichtigen Arbeiten nicht länger ausgeführt werden. Der Umbau des Pferdestalls ruht. Selbst Putz im Inneren darf nicht mehr abgeklopft werden.

„Es ist nicht schön, dass wir in diese rechtliche Falle getappt sind“, sagt der Borner Bürgermeister Gerd Scharmberg (Bürger für Born) und verweist auf ein Schreiben der Genehmigungsbehörde. Alles kein Problem, urteilen der Bürgermeister sowie Bauleiter und erster Stellvertreter Scharmbergs, Erik Roepke. Es wäre sowieso ruhig geworden auf der Baustelle, was mit der langen Lieferzeit für Rundbogenfenster zusammenhänge. Und auch der Beginn der Spielzeit der Darß-Festspiele hätte zumindest für Einschränkungen bei der Bautätigkeit geführt. Der Zeitplan für den Umbau des Pferdestalls der einstigen Oberförsterei jedenfalls wankt nach Einschätzung des Bauleiters nicht.

Und dass die Baugenehmigung erteilt wird, das ist für Scharmberg und Roepke eine sichere Sache. Problem ist: Es muss eine Waldumwandlung her. Entlang des einstigen Obstgartens am Haupthaus haben frühere Mieter eine Hecke aus Waldbäumen gepflanzt. Die Hecke verbindet nun einen frei stehenden Baum mit dem übrigen Baumbestand. Laut Definition handele es sich nun um einen Wald, wie der Bürgermeister erläutert. Die Forstbehörde müsse natürlich ihren Wald schützen, sagt der Bürgermeister. Damit die Genehmigung trotz der wenig ansehnlichen Hecke aus Tannen trotzdem erteilt wird, haben Scharmberg und Roepke eine Idee: Der alte, inzwischen zugewucherte Obstgarten soll wieder zu einem Garten werden. „Damit haben wir ein Juwel dazubekommen“, frohlockt der Bürgermeister und sieht schon Obst an den Zweigen hängen und Gemüse aus dem Boden sprießen.

Die Waldproblematik wäre nach Auffassung Scharmbergs spätestens mit der Sanierung der alten Remise zutage getreten. Da, wo sich derzeit das Forst- und Jagdmuseum befindet, ist später ein Café

geplant.

Der Pferdestall ist eines der wichtigsten Gebäude für die Neustrukturierung des Areals. Die einstige Oberförsterei soll das neue kulturelle Zentrum des Boddendorfes werden. Allein der Umbau des Stalls für das Museum schlägt mit 600000 Euro zu Buche. Die Kommune hat dafür einen Kredit aufgenommen. Laut Yves Scharmberg von der Borner Kurverwaltung sind aber mehrere Millionen Euro fällig, um das Gesamtareal auf Vordermann zu bringen.

Das Forst- und Jagdmuseum im einstigen Pferdestall unterzubringen, stieß innerhalb der Gemeindevertretung nicht auf ungeteilte Zustimmung. So hatte Antje Hückstädt (Borner Alternative) stets dafür geworden, das Museum im Haupthaus unterzubringen.

Die Mehrheit entschied jedoch anders und wollte mit dem Umzug des Museums in den früheren Pferdestall eine großzügigere Präsentation der Exponate erreichen. Außerdem soll in dem Gebäude auch Platz für Sonderausstellungen geschaffen werden.

Kredit für Stall-Ausbau
600 000Euro kostet der Umbau des Pferdestalls der einstigen Oberförsterei in Born für den Einzug des Forst- und Jagdmuseums. Der Betrag wird über einen Kredit finanziert.
Um allerdings das Gesamtensemble auf Vordermann zu bringen, werden laut Yves Scharmberg von der Borner Kurverwaltung mehrere Millionen Euro fällig.
Es ist natürlich nicht schön, dass wir in diese rechtliche Falle getappt sind.“Gerd Scharmberg, Bürgermeister in Born



Timo Richter

Am Freitag findet auf der Freilichtbühne in Born die Premiere des Stücks „Die Heiden von Kummerow 3 — Himmel, Hölle, Halleluja“ statt.

09.07.2015

Mit einfachen Bebauungsplänen und Veränderungssperren nimmt das Seeheilbad Investoren an die Zügel.

08.07.2015

Scharmberg reagiert auf Vorwürfe mit Strafanzeige.

04.07.2015