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Fischland-Darss Bestnoten für neue Messstation in Zingst
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Fischland-Darss Bestnoten für neue Messstation in Zingst
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00:00 28.04.2017
Wiebke Küpper, Thilo Lochmann, Antje Schindler, Andreas Rietz und Robert Klaus (v. li.) vor der Luftmessstation in Zingst, die mit der silbernen Plakette für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet wurde. Quelle: Foto: Timo Richter
Zingst

In Sachen Nachhaltigkeit beim Bauen hat der Neubau der Luftmessstation in Zingst einen Silberplatz erreicht. Erstmals überhaupt in Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Projekt des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften ausgezeichnet. Allein für die Ökologische Qualität erreichte der 2015 eingeweihte Neubau an der Straße zur Sundischen Wiese einen Erfüllungsgrad von 91 Prozent. Insgesamt erfüllt der Neubau in Holzrahmenbauweise exakt 68,8 Prozent der Kriterien des Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundesumweltministeriums.

Dafür gab es die Note 1,87, das ist Silberstandard.

Referatsleiter Andreas Rietz vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung und Wiebke Küpper von der Oberfinanzdirektion Karlsruhe – dort ist die Bundesbau-Betriebsleitung angesiedelt, die die rund einjährige Prüfung vorgenommen hat – überreichten die Plakette. Rietz erinnerte an verschiedene Maßnahmen, um den Neubau der Messstation möglichst nachhaltig zu errichten. So wurde die Größe der versiegelten Fläche auf dem Grundstück im Vergleich zu dem alten Bau deutlich verringert. Das Gebäude entspricht den Vorgaben für Passivhäuser. Denn eine herkömmliche Heizung würde die Messwerte durch luftverunreinigende Emissionen verfälschen. Die Energie für die Heizung wird mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes selbst erzeugt, so Rietz.

Gleiches gelte für die Wahl der Baustoffe. So blieb die Holzfassade unbehandelt. Keine Ausdünstungen sollen die Messwerte verfälschen. Auch im Inneren wurden nur Materialien höchster ökologischer Güte verbaut. Allein für den Geräteraum musste eine Kühlung installiert werden, sagte der Referatsleiter. Insgesamt hatte die Bundesrepublik Deutschland rund eine Million Euro in den Neubau der Messstation in Zingst investiert. Verantwortlich für das Gebäude ist der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften. Der Neubau ersetzt gleich mehrere Altgebäude. Das Gebäude im Osten Zingsts ist auf den automatisierten und kontinuierlichen Betrieb ausgelegt. Es kann per Fernwartung gesteuert werden.

Die Einrichtung in Zingst ist die einzige ihrer Art in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt betreibt das Umweltbundesamt acht solcher Stationen in ganz Deutschland. In Zingst wird seit 1991 die Sondierung der mittleren Atmosphäre innerhalb des Luftmessnetzes durchgeführt. Im Zentrum der Arbeit in der Zingster Station steht die Untersuchung der sogenannten Hintergrundbelastung von Luft der ostseenahen Küstenregion sowie Stoffflüsse aus der Atmosphäre in die Ostsee. Die Untersuchungen erfolgen unter anderem im Rahmen des Programms Helcom. Dabei handelt es sich um eine zwischenstaatliche Kommission, die für den Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum arbeitet. Diese Kommission wurde von den Ostsee-Anrainern gegründet, der Plan wurde von den Umweltministern der beteiligten Staaten im Jahr 2007 unterschrieben.

Erste Auszeichnung im Land

8 Messstationen bilden ein Netz, das die Luftqualität dokumentiert. In Zingst wird seit 1991 die Sondierung der mittleren Atmosphäre innerhalb des Luftmessnetzes des Umweltbundesamtes durchgeführt.

1Million Euro hat die Bundesrepublik Deutschland in den Neubau investiert. Der hat als landesweit erstes Projekt des Betriebs für Bau und Liegenschaften MV die Plakette in silber für nachhaltiges Bauen erhalten.

Timo Richter