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Ribnitz-Damgarten Flughafen: Solarpark sorgt für schwarze Zahlen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Flughafen: Solarpark sorgt für schwarze Zahlen
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15:07 19.12.2018
Der Geschäftsführer des Ostseeflughafens Stralsund-Barth, Jan Hufnagel, beobachtet gemeinsam mit Flugleiter Michael Hinz die Landung einer Maschine. Quelle: Anika Wenning
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Barth

 Michael Hinz schaut auf den Computerbildschirm. „Hier kann man sehen, wo sich die Maschine gerade befindet“, erklärt der Flugleiter, der im Tower des Ostseeflughafens Stralsund-Barth sitzt. „Gerade ist sie in Laage gestartet.“ Nur kurze Zeit später kommt das Flugzeug schon durch die Wolken hindurch, fliegt einen Bogen, landet und startet direkt wieder durch. Das Flugzeug gehört zur „Lufthansa Aviation Training Pilot Academy“ in Laage. Hier absolvieren Flugschüler ihre Ausbildung. „Es fliegt direkt weiter nach Heringsdorf“, berichtet Michael Hinz, der noch kurz mit dem Fluglotsen telefoniert und durchgibt, dass die Maschine weitergeflogen ist. „Falls sie dort nicht ankommt, wissen sie, dass sie bei uns nicht fragen müssen, weil sie hier nach Plan wieder losgeflogen“, erklärt Jan Hufnagel, der seit dem 1. Januar vergangenen Jahres Geschäftsführer des Ostseeflughafens ist und hier vorher zwei Jahre als Flugleiter gearbeitet hat.

Ansonsten geht es momentan auf dem Flughafen nahe der Stadt Barth eher ruhig zu. „Bei uns herrscht Saisongeschäft, wie überall im Norden“, erklärt Geschäftsführer Jan Hufnagel. „Ab März geht es los und im Oktober trudelt es langsam wieder aus. Aber wir haben vom Land eine Betriebspflicht und müssen das ganze Jahr geöffnet haben.“ Wichtig sei dies, unter anderem auch für den Rettungsdienst, Ambulanzflieger, die Bundeswehr oder Polizei-Fiegerkräfte. „Die müssen hier dann auch mal tanken“, sagt der 49-Jährige. „Unser Flughafen ist Tag und Nacht bei fast jeden Wetter anfliegbar.“

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9000 Flugbewegungen im Jahr

9000 Mal starteten und landeten in diesem Jahr Flugzeuge und Hubschrauber auf der Landesbahn des Ostseeflughafens Barth-Stralsund. „Wir nennen das Flugbewegungen. Jeder Start und jede Landung ist eine Bewegung“, erklärt Jan Hufnagel. „Die Zahl ist allerdings etwas rückläufig.“ Das liege aber vor allem daran, dass die Anzahl der Flüge der Flugschüler aus Laage zurückgegangen sei, da sich der Ausbildungsplan geändert habe. „Das wird sich im kommenden Jahr aber wieder ändern“, sagt Jan Hufnagel. Genutzt werde der Flughafen auch von Touristen. 60 Prozent der gesamten Flugbewegungen mache der Bereich in etwa aus. Das seien beispielsweise Touristen aus Süddeutschland, die von Barth aus nach Stralsund, Rügen oder auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst fahren, um dort Urlaub zu machen. Viele seien Stammgäste und hätten eine eigene Immobilie in der Region. „Zu uns kommen aber auch Tagesgäste, unter anderem aus Berlin“, berichtet der 49-Jährige. Mit dem Leihfahrrad können sie vom Flughafen zum Barther Hafen fahren und von dort mit dem Schiff nach Zingst schippern. Auch Geschäftsleute, die in der Nähe einen Termin haben, reisen mit dem Flieger an.

Der Fallschirmsprungverein „Skydive Ostsee“, der auf dem Ostseeflughafen beheimatet ist, sorgt ebenfalls für zahlreiche Starts und Landungen, vor allem in der Saison. „Es werden auch Tandemsprünge angeboten. Das ist ein beliebtes Geschenk“, sagt Jan Hufnagel. Beliebt sei bei Urlaubern und Einheimischen auch das Restaurant „Air-Pott“. „Das wird auch gerne für Feiern genutzt. Ein Flugplatz ohne Restaurant funktioniert nicht. Das ist wie ein Hotel ohne Wellness-Bereich“, sagt Jan Hufnagel, der stolz darauf ist, dass der Ostseeflughafen ganz ohne Subventionen auskommt. „Wir haben drei Gesellschafter, den Landkreis Vorpommern-Rügen, die Stadt Barth und die Stadt Stralsund. Alle drei sind darauf bedacht, dass wir ohne Nachschüsse der Gesellschafter arbeiten. Und das hat auch in diesem Jahr wieder geklappt.“ Möglich sei dies allerdings nur durch den Solarpark auf dem Gelände. „Ein Flugplatz alleine schreibt niemals schwarze Zahlen. Die Fläche ist verpachtet. Es sind 50 Hektar und der Solarpark stößt 60 Megawatt aus.“

Anika Wenning

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