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Ribnitz-Damgarten „Für mich zählt Sacharbeit, nicht Parteiarbeit“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

„Für mich zählt Sacharbeit, nicht Parteiarbeit“

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20:37 13.02.2020
Kathrin Meyer beantwortete in der OZ-Lokalredaktion Ribnitz-Damgarten die Fragen der Facebook-Nutzer. Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

In dieser Woche hatte die Lokalredaktion Ribnitz-Damgarten alle Bewerberinnen und den Bewerber für den Bürgermeisterposten zum Facebook-Interview eingeladen. Am Donnerstag beantwortete Kathrin Meyer (CDU) die Fragen der Nutzer des sozialen Online-Netzwerks.

Jasmin Enkelmann: Wie stehen Sie zum Thema „adäquate Zusammenarbeit mit sozialen Trägern/Vereinen“?

Kathrin Meyer: Eine gute Zusammenarbeit ist mir sehr wichtig. Der soziale Frieden in unserer Stadt beruht auf dem großartigen Engagement unserer Vereine und Träger. Ich werde immer ein offenes Ohr haben und ihnen eine unterstützende und wertschätzende Partnerin sein.

Stephan Jastrzynski: Wie sieht es denn mit dem Hafen aus, denn die Hafenumgebung ist in einem schrecklichen Zustand? Der Steg am Spielplatz sieht sehr unsicher aus, da sollte man wirklich auch was machen.

Die Entwicklung unserer Häfen in Damgarten und Ribnitz werde ich aktiv angehen. Für Damgarten gibt es bereits gute Ideen. Diese möchte ich gemeinsam mit den Damgartenern weiter verfolgen. Vielen Dank noch einmal für den Hinweis bezüglich der Brücke. Gefahren müssen schnell abgewendet werden. Den Spielplatz schaue ich mir auch gerne an und werde für schnelle Abhilfe sorgen.

Erich Sechsnulleins: Bis zu welchem konkreten Datum in 2020 werden die festgesetzten Maßnahmen aus dem Lärmaktionsplan, beschlossen 2018, zum Wohle der Gesundheit der Menschen in Ribnitz-Damgarten, umgesetzt?

Der Lärmaktionsplan wurde von der Stadtvertretung beschlossen. Einzelmaßnahmen wurden und werden umgesetzt. Alle Maßnahmen, die zu weniger Belastung für unsere Bürgerinnen und Bürger führen, sind mir wichtig. Ist es eine konkrete Maßnahme, die Ihnen noch fehlt in der Umsetzung?

Heiko Doeffinger: Wie stehen Sie zur Marktproblematik? Wo sehen Sie die Probleme und wie können die Probleme aus Ihrer Sicht aus der Welt geschaffen werden?

Die Bewohner haben einen Anspruch auf eine gute Wohnqualität und unsere Jugendlichen einen Anspruch auf entsprechende Angebote der Freizeitgestaltung und oder Räumlichkeiten. Jugendsozialarbeit soll dabei helfen. Aber auch ein direkter Austausch, z. B. mit einem Jugendstammtisch. Das hatte vor einigen Jahren auch schon gut funktioniert. Ich möchte das aktiv angehen.

Stephan Jastrzynski: Wie stärken Sie das Ehrenamt bzw. Feuerwehr (z.B. Gerätewart)?

Ich kann nur immer wieder allen Danke sagen, die sich für andere Menschen einsetzen und für unsere Stadt. Das ist großartig. Die Unterstützung und Wertschätzung ist für mich selbstverständlich. Ich sehe bei der freiwilligen Feuerwehr, dass die Aufgaben über die Jahre immer umfangreicher geworden sind. Deshalb werde ich die Einstellung eines Gerätewarts forcieren.

Steffen Worm: Warum erkennt man auf ihren Wahlplakaten nicht, dass sie Kandidaten der CDU sind?

Eine Bürgermeisterwahl unterscheidet sich natürlich von anderen Wahlen. Hier geht es nicht um Parteien, sondern um Personen. In der Vergangenheit habe ich bewiesen, dass für mich die Sacharbeit zählt und nicht die Parteiarbeit. Ich möchte Bürgermeisterin für alle sein.

Steffen Worm: Wenn sie Bürgermeisterin werden, werden sie dann ihr Kreistagsmandat aufgeben?

Nein, das ist auch nicht notwendig. Kreispräsidentin ist ein Ehrenamt. Ich möchte meine Heimatstadt im Kreistag Vorpommern-Rügen weiter aktiv vertreten. Das ist für unsere Stadt sehr wichtig.

Steffen Worm: Wie werden Sie den Ortsbeirat Klockenhagen bei der Schaffung einer Einkaufsmöglichkeit unterstützen?

Dass das nicht einfach ist, mussten wir mit der aktuellen Anfrage an einen Discounter und der darauffolgenden Absage wieder feststellen. Wir sollten gemeinsam überlegen, wie wir hier weiterkommen. Ich werde den Ortsbeirat sehr ernst nehmen und auch selbst immer wieder eine Sitzung besuchen.

Rainer Borgwardt: Wie steht es bei ihnen mit der Stadtbegrünung, denn gefühlt werden überall nur Bäume gefällt?

Das Grün in unserer Stadt ist sehr wichtig für Erholung und Gesundheit. Es sollten immer mehr Bäume gepflanzt als gefällt werden. In den vergangenen Tagen wurde ich auf den Zustand der Klosterwiese in Ribnitz und des Stadtparks in Damgarten angesprochen. Stehen auf meiner Aufgabenliste!

Angelika Blohm: Viele Bürger aus Damgarten wünschen sich eine Städtetrennung. Begründung: Damgarten wird nach wie vor vergessen. Damgarten gehört zu Vorpommern, Ribnitz ist nach wie vor Mecklenburg. Vorpommern ist Steuerzahler für Mecklenburg. Wie stehen sie dazu?

Das finde ich sehr traurig. Ich möchte, dass es uns gelingt, dass diese Gedanken gar nicht mehr aufkommen und wir gemeinsam mehr Verbindendes als Trennendes sehen. Das ist für mich ein ganz wichtiges Thema als Bürgermeisterin.

Stephan Jastrzynski: Gemeinsam bedeutet ja auch, dass wir die Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten und nicht eben nur Bernsteinstadt Ribnitz sind, da muss auf jeden Fall viel mehr passieren. Das Thema Shuttle bei Veranstaltungen ist oft gefallen in den drei Tagen hier.

Da bin ich voll bei Ihnen. Das Bernsteinfest wird in diesem Jahr in beiden Stadtteilen stattfinden. Ein so tolles Badewannenrennen werden wir in Ribnitz sicher nicht hinbekommen. Ich will damit nur sagen, dass es sicher Veranstaltungen gibt, die genau da funktionieren, wo sie stattfinden. Der Bus-Sshuttle ist notwendig, damit alle Damgartener und Ribnitzer teilhaben können. Darum werde ich mich kümmern.

Stephan Jastrzynski: Wie sieht es mit Penny aus in der alten Videothek? Es sind ja schon zwei Jahre vergangen. Das Thema Pütnitz ist sowieso im Interesse der Stadt, wie auch die Veranstaltungen wie Pangea oder Ostblocktreffen zu halten, oder?

Nach meiner Kenntnis geht es nun tatsächlich bald los mit den Bauarbeiten für den Penny-Markt in der Rostocker Straße. Zu den Veranstaltungen Pütnitz: Ich werde alle Veranstaltungen unterstützen. Für mich ist es auch für die Zukunft wichtig, eine Bebauung von Pütnitz möglich zu machen, die das Technikmuseum und Pangea einschließt.

Axel Attula: Was wünschen Sie den Museen unserer Stadt?

Nur das Beste. Sie sind enorm wichtig für den Tourismus und auch für die Präsentation unserer Geschichte. Ich habe große Achtung vor dem, was hier geleistet wird. Es ist gar keine Frage für mich, dass beide Museen weiter aktiv unterstützt werden.

RiJü Ge: Wäre es nicht sinnvoller, auf Pütnitz Wohnraum statt Ferienwohnung zu schaffen? Die Stadt ist überrannt genug, mehr Tourismus vertragen wir derzeit nicht.

Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen, in Ribnitz-Damgarten und in allen Ortsteilen Wohnraum zu schaffen. Pütnitz sehe ich als große Chance, dass etwas entsteht, dass unsere jungen Leute hier eine Perspektive finden und zusätzlich Einzelhandel und Dienstleister unserer Stadt gestärkt werden.

Erich Sechsnulleins: Wo konkret wurden bisher durch die Verwaltung Ribnitz-Damgarten seit 2018 Lkw-Verbote oder Geschwindigkeitsreduzierungen durchgesetzt?

Das ist eine Frage, die konkret nur die aktuelle Verwaltung beantworten kann. Ich habe nicht alle Maßnahmen vor Augen. Ich frage nach und leite die Antwort gern an Sie weiter.

Stefan Drews: Was können oder werden sie tun, um das Apotheken Problem jenseits des Rostocker Tors zu lösen. Einwohner, die nicht im Zentrum wohnen, müssen jedesmal den langen Weg in die Stadt gehen, um ihre Medikamente zu holen.

Apothekerinnen und Apotheker entscheiden natürlich alleine, wo sie ihren Standort haben. Sicher hat die Standortwahl mit der Nähe zu den Ärzten zu tun. Viele Apotheken bieten inzwischen aber schon einen Bringeservice an. Ich will die Frage gern mitnehmen, die Möglichkeiten prüfen.

Steffen Worm: Welche Vorstellungen haben Sie in Bezug auf die Neuerstellung des Nahverkehrsplanes für den Kreis? Wie wird sich Ribnitz-Damgarten darin wiederfinden?

Ich sehe im neuen Nahverkehrsplan für unsere Stadt mit allen Ortsteilen eine große Chance. Das Beteiligungsverfahren läuft. Sie haben das Thema ja dankenswerter Weise im Ortsbeirat Klockenhagen angesprochen. Ich habe dazu mit dem zuständigen Mitarbeiter in der Kreisverwaltung gesprochen. Es wird auf jeden Fall Verkehrskonferenzen in den einzelnen Regionen geben. Hier sind wir alle gefragt, uns entsprechend einzubringen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es eine bessere Taktung gibt und habe auch auch die Anbindung Klockenhagen/Hirschburg auf dem Schirm.

Claudia Möller: Sie haben von Barrierefreiheit für ältere Menschen gesprochen, indem Fahrstühle in Mietwohnungen eingebaut werden sollen. Kann meine Mutter mit einem Fahrstuhl rechnen? Und wann ja wann ungefähr? Sie ist jetzt 72 Jahre alt und es fällt ihr selbstverständlich immer schwerer in den vierten Stock zu kommen. Sie möchte aber auch nicht ausziehen.

Ich weiß, dass unsere Bürgerinnen und Bürger im Alter nicht mehr umziehen möchten. Deshalb ist die Barrierefreiheit auch so wichtig und mir ist es natürlich auch wichtig, dass die Wohnungen nach Umrüstung auch bezahlbar bleiben. Deshalb freue ich mich, dass es jetzt Fördermittel für den Einbau/ Anbau von Fahrstühlen gibt. Als Bürgermeisterin werde ich mich dafür einsetzen, dass von dieser Förderung aktiv Gebrauch gemacht wird. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich heute nicht sagen kann, wann das im Haus sein wird, in dem Ihre Mutter wohnt.

Stephan Jastrzynski: Hundehalter wünschen sich einen sicheren Auslauf und wieder Kotbeutelspender, solche sind sicherlich nicht so günstig, aber diese können sich doch durch aufgedruckte Werbung finanzieren lassen.

Auf meiner Zuhörtour wurde dieses Thema sehr oft angesprochen. Die Spender sind ein Thema und hier bin ich dafür, mehr davon anzuschaffen. Wenn uns das mit Werbeplatzierung sogar kostengünstiger gelingt, um so besser. Zu Hundeauslaufplätzen und Leinenpflicht werde ich mir den aktuellen Stand anschauen und gemeinsam mit dem Ausschuss für Ordnung und Sicherheit, unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, an neuen Lösungen arbeiten.

Lesen Sie mehr: Die OZ-Porträts der Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Ribnitz-Damgarten

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