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Ribnitz-Damgarten Gattin des Schalke-Präsidenten kauft Traditionsgaststätte „Buhne 12“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Gattin des Schalke-Präsidenten kauft Traditionsgaststätte „Buhne 12“
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05:00 27.03.2018
Immobilienhändlerin Margit Tönnies, Gattin des Präsidenten des Fußball-Erstligisten Schalke 04, hat die „Buhne 12“ in Ahrenshoop gekauft.
Immobilienhändlerin Margit Tönnies, Gattin des Präsidenten des Fußball-Erstligisten Schalke 04, hat die „Buhne 12“ in Ahrenshoop gekauft. Quelle: Richter Timo
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Ahrenshoop

Die Frau des Präsidenten des Fußball-Erstligisten Schalke 04, Margit Tönnies, hat die einstige Traditionsgaststätte „Buhne 12“ in Ahrenshoop im Dezember 2017 gekauft. Das bestätigte sie auf Nachfrage. Für die Immobilienhändlerin könnte das Haus in exquisiter Lage in Verlängerung des Grenzweges eine besondere Bedeutung erhalten.

Das Haus in allerbester Lage in Ahrenshoop könnte für Immobilienhändlerin Margit Tönnies in einer juristischen Auseinandersetzung zwischen dem Ostseebad und dem Landkreis Vorpommern-Rügen eine wichtige Rolle spielen.

Kommune klagte gegen Landkreis

Denn: Zwei Apartmenthäuser des Hotels Seezeichen in Ahrenshoop, die ebenfalls Margit Tönnies gehören, stehen derzeit auf der Abrissliste des Landkreises. Die Kommune hatte erfolgreich gegen den Landkreis Vorpommern-Rügen geklagt. Der hatte nämlich zugestimmt, dass beide Gebäude am Hans-Brass-Weg – wie von Tönnies gewünscht – mit Dachsteinen errichtet werden dürfen. Tönnies argumentierte, dass es auch in der Nachbarschaft alternative Dachbedeckungen gebe.

Rückbauverfügung erstritten

Gegen diese Entscheidung des Kreises zog die Kommune aber juristisch zu Felde – sie verlangte Rohrdächer, wie es der Bebauungsplan im Künstlerort vorsieht. Und sie bekam Recht: In zweiter Instanz hat die Kommune inzwischen eine Abrissverfügung in der Hand. Laut Bürgermeister Hans Götze (Einzelbewerber) hatte die Investorin Margit Tönnies die Apartmenthäuser nämlich trotz eines laufenden Verfahrens errichtet. Formaljuristisch sei die Abrissverfügung nur eine logische Folge.

Nachdenken über „Deal“

Und jetzt kommt die Traditionsgaststätte „Buhne 12“ ins Spiel. Denn unter der Hand wird in Ahrenshoop wohl im Gemeinderat über einen „Deal“ nachgedacht. Wenn die „Buhne 12“ von Tönnies weiterbetrieben wird, könne sich die Gemeinde im Gegenzug mit dem Steindach arrangieren, heißt es intern. Auf eine solch unkonventionelle Lösung mag sich der Bürgermeister eigenen Worten zufolge aber nicht einlassen. So etwas, sagt Hans Götze, sei möglicherweise ein „Koppelgeschäft“. Er wolle sich mit einem solchen „Deal“ nicht erpressbar machen. Unabhängig davon hofft der Bürgermeister jedoch inständig auf einen Weiterbetrieb des Traditionslokals „Buhne 12“ als gastronomischen Betrieb. Mit Auslaufen des Pachtvertrages hat sich die frühere Pächterin in den Ruhestand verabschiedet.

Zahl der Gaststätten rückläufig

Wie in anderen Orten auf der Halbinsel ist auch in Ahrenshoop die Zahl gastronomischer Einrichtungen in der jüngeren Vergangenheit immer kleiner geworden. Sieben Betriebe sind in den zurückliegenden Jahren geschlossen worden. Kurdirektor Roland Völcker hatte während der Auswertung der zurückliegenden Saison deutlich auf die Gefahren für den Tourismus hingewiesen. Lange Wartezeiten in den verbleibenden Einrichtungen erzeugten schlechte Stimmung bei den Gästen.

Furcht vor Umwandlung zu Ferienwohnungen

In diesem Zusammenhang fällt der „Buhne 12“ eine wichtige Rolle zu. Auch in der Gemeindevertretung wird ein Erhalt des Traditionsrestaurants als gastronomischer Betrieb ganz hoch angesiedelt. Nach dem Aus als Restaurant wurde der Umbau der Immobilie zu einem Ferienhaus befürchtet. Die frühere Eigentümerin, eine Erbengemeinschaft, hatte bereits eine Bauvoranfrage gestellt. Margit Tönnies hat die Immobile nun erworben.

Interessenten willkommen

Tönnies selbst will keine Aussagen zu einem Zusammenhang mit dem Erwerb und der Problematik der beiden Apartmenthäuser des Hotels Seezeichen machen. Mit der Kommune habe sie zum Weiterbetrieb der „Buhne 12“ noch keinen Kontakt gehabt, insbesondere strebe auch sie kein solches „Koppelungsgeschäft“ an oder habe hierzu mit irgendwem verhandelt. Ob die Immobilie gastronomisch weiterbetrieben werde oder zu Ferienwohnungen umgebaut werden, sei „alles noch nicht spruchreif“. Die frühere Pächterin sei raus, andere würden derzeit nicht zur Verfügung stehen. Gleichwohl lädt sie Interessenten ein, sich für den Weiterbetrieb der „Buhne 12“ bei ihr zu melden.

Richter Timo

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