Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Gemeinde will Bauplätze schaffen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Gemeinde will Bauplätze schaffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:38 24.01.2019
Die Gemeindevertreter haben im vergangenen Jahr die Sanierung der Grundschule in Lüdershagen beschlossen. Ein wichtiger Schritt, um junge Familien in die Gemeinde zu holen. Quelle: Anika Wenning
Anzeige
Lüdershagen

Die Gemeinde Lüdershagen will weiter wachsen. „Vor allem in den vergangenen drei Jahren hatten wir vermehrt Anfragen von jungen Leuten, die nach Lüdershagen ziehen möchten“, erklärt Bürgermeisterin Gerhild Balzer (Wählergemeinschaft Initiative Lüdershagen). „Deshalb wollen wir Bauplätze schaffen.“ Vor allem in den Außenbereichen gebe es hier noch Potenzial. Dabei würden nicht nur die Ortsteile, wie Kronsberg oder Heidberg, zum Außenbereich der Gemeinde zählen, sondern auch einige Stichstraßen direkt in Lüdershagen. Doch um dort bauen zu dürfen, muss die Gemeinde Satzungen erarbeiten, um Baurecht zu schaffen. „So konsequent wie vom Landkreis das Satzungsrecht betrieben wird, haben wir keine andere Chance. Wir müssen das Geld investieren“, sagt Gerhild Balzer. Zuvor habe es immer wieder Bemühungen seitens der Gemeinde gegeben, auch ohne Satzungen Lückenbebauung zu ermöglichen, aber ohne Erfolg. „Es gibt so viele Vorgaben. Für mich als Gemeindevertreter ist das nicht nachvollziehbar, aber wir können es nicht ändern“, sagte Joachim Wellnitz (CDU), zweiter stellvertretender Bürgermeister.

Die Bedingungen für junge Familien im Ort seien ideal. „Kirche, Kita, Schule und Kneipe. Was will man mehr“, zählt Joachim Wellnitz auf und lacht. Gerhild Balzer fügt hinzu: „Und zwei Mal in der Woche kommt ein Arzt.“ Und dass die Zukunft der Schule in Lüdershagen gesichert ist, darum haben sich die Gemeindevertreter gekümmert. Im vergangenen Jahr haben sie den Beschluss zur Sanierung der Grundschule gefasst (die OZ berichtete). „Die Fenster und das Dach werden erneuert und im unteren Bereich die Türen und der Fußboden“, erklärt die Bürgermeisterin. Auch der Brandschutz werde auf den neuesten Stand gebracht. Um das rund 340 000 Euro teure Projekt stemmen zu können, braucht die Gemeinde allerdings Fördermittel. Der Antrag sei in Arbeit und es sei realistisch, dass die Sanierungspläne 2020 umgesetzt werden.

Anzeige

Mehr Engagement von jungen Leuten

Joachim Wellnitz hofft, dass sich die jungen Menschen, die ins Dorf ziehen, auch mehr mit einbringen. Dabei sei unter anderem bei den Veranstaltungen, wie Tannenbaumverbrennen, Tonnenabschlagen oder Kinderfest, jede Hilfe willkommen. „Gut besucht sind alle Veranstaltungen, aber es sind immer die gleichen Leute, die das ehrenamtlich organisieren“, meint Gerhild Balzer.

Ein weiterer Punkt auf der Agenda der Gemeinde sei die Erneuerung des Bürgersteiges und der Straßenbeleuchtung entlang der Kreisstraße. Da in diesem Zuge auch die Verbreiterung der Kreisstraße anstehe, sei für die Planung der Landkreis zuständig. „Geplant war dies schon für 2017, aber damals gab es die Begründung, dass die Fördermittel fehlen“, sagt die Bürgermeisterin, die hofft, dass die Maßnahme in diesem Jahr angeschoben werde.

Überhaupt seien die Straßen in der Gemeinde in einem sehr schlechten Zustand. Das größte Problem sei dabei, dass die Straßen von schweren Landmaschinen genutzt würden, obwohl sie dafür nicht ausgelegt seien. „Einige Trecker fahren mit 50 oder 60 in den Ortslagen und machen unsere Straßen kaputt“, sagt der erste stellvertretende Bürgermeister, Birger Kavelmacher. Da die Straßen allerdings damals über den ländlichen Wegebau finanziert worden seien, könne man dagegen nichts machen. „In diesem Fall dürfen Landwirte die Straßen auch nutzen, aber das Problem ist doch, dass sich die Technik geändert hat“, meint die Bürgermeisterin.

Anika Wenning