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Ribnitz-Damgarten Geplantes „Vinetarium“ in Barth: Kann noch 2020 begonnen werden?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Geplantes „Vinetarium“ in Barth: Kann noch 2020 begonnen werden?

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19:00 24.02.2020
Das am Barther Hafen geplante „Vinetarium“ in einer Simulation Quelle: Architekturbüro
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Barth

Die Hoffnung, dass noch in diesem Jahr auf dem ehemaligen Gelände der Fischfabrik am Barther Hafen die Bagger anrücken, schwindet langsam. Auf der brachliegenden Fläche soll das „Vinetarium“ – ein Freizeit- und Wohnkomplex mit Kino, Schwimmbad, Bowlingbahn, Restaurant und Ferienwohnungen – entstehen.

„Ich warte sehnsüchtig auf die geänderte Baugenehmigung, aber solange ich die nicht habe, kann ich nicht loslegen“, erklärte der Investor, Michael Budzinski, am Montag auf OZ-Nachfrage. Mit der Erteilung der geänderten Baugenehmigung hat der Investor ein Jahr Zeit, um mit den Arbeiten zu beginnen. So hatten es die Barther Stadtvertreter bei ihrer Sitzung im April vergangenen Jahres im nichtöffentlichen Teil beschlossen (die OZ berichtete).

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Vor Juni werde er aber mit dem Bau des „Vinetariums“ definitiv nicht anfangen, da erst einmal sein erstes Projekt, der Umbau des benachbarten Speichers, abgeschlossen werden müsse, so der Investor im Gespräch mit der OZ. „Wenn ich die Baugenehmigung erst im November bekomme, kann ich in diesem Jahr definitiv nicht mehr anfangen.“ Komme sie früher, sei auch ein Baubeginn in diesem Jahr noch möglich.

Bauaufsicht: Unterlagen sind nicht vollständig

Eine Simulation des „Vinetariums“ Barth Quelle: Architekturbüro

Die Bauaufsicht des Landkreises Vorpommern-Rügen weist die Schuld an der Verzögerung ganz klar von sich. Wie der Pressesprecher des Landkreises, Olaf Manzke, erklärte, habe der Investor noch nicht alle Unterlagen bei der Bauaufsicht eingereicht. Mitte Juni vergangenen Jahres hatte er den geänderten Bauantrag zwar eingereicht – die Stadtvertretung hatte eine Frist bis Ende Juni 2019 gesetzt –, allerdings nicht vollständig, wie der Kreissprecher informierte. Die fehlenden Unterlagen, die unter anderem die Statik und den Brandschutz betreffen, seien bislang nicht nachgereicht worden. „Sonst hätten wir die Baugenehmigung längst erteilt. Aber das sind wichtige Punkte, die genau geprüft werden müssen“, sagte Olaf Manzke.

Solange diese Unterlagen nicht vorliegen, könne auch keine geänderte Baugenehmigung erteilt werden. Wenn alles vollständig sei, könnte der Antrag relativ schnell bearbeitet werden. „Schließlich hatte die Bauaufsicht ja schon einmal eine Baugenehmigung erteilt“, sagte Olaf Manzke. Es handele sich ja nun nur noch um eine geänderte Baugenehmigung.

Aus Kinosaal wird Konferenzcenter

Diese war notwendig, da es bei der geplanten Nutzung eine Änderung gab. Denn die Stadt hatte Zweifel, dass das Konzept mit zwei großen Kinosälen in Barth aufgeht. „Das lag uns von Anfang an schwer im Magen“, berichtet Bauamtsleiter Manfred Kubitz. „Wir konnten uns nicht vorstellen, dass sich das in einer kleinen Stadt rechnet. Schließlich wird es nicht möglich sein, die ganz großen Filme nach Barth zu holen. Das kann man sich nicht leisten.“

Die Tourismusmanagerin der Stadt, Nicole Paszehr, brachte eine neue Idee ins Spiel, die auch den Investor überzeugte. Ein Kinosaal soll zum Konferenzcenter werden. Denn Gespräche mit den Gemeinden auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst hätten ergeben, dass ein großer Konferenzsaal für Kongresse und Seminare fehlt, der Bedarf aber durchaus da sei. Aus dem großen Kinosaal mit 160 Plätzen, der über zwei Etagen gehen sollte, soll nun im Erdgeschoss ein Konferenzcenter für bis zu 200 Personen werden. „Durch Trennwände kann der große Raum nach Bedarf in drei kleine Räume aufgeteilt werden“, berichtet Manfred Kubitz.

Im Obergeschoss sollen zwölf Zimmer für die Referenten geschaffen werden. Zudem soll dort ein weiterer kleiner Konferenzraum mit rund 60 Plätzen entstehen. Das Restaurant im „Vinetarium“ könne das Catering für die Kongresse und Seminare anbieten.

Da durch das geänderte Konzept ein zweiter Aufzug notwendig sei, würden beim Bowlingcenter im Untergeschoss zwei Bahnen wegfallen. Aus elf würden dann neun Bahnen werden. Der zweite Kinosaal mit 120 Plätzen soll bestehen bleiben, aber so gebaut werden, dass auch Lesungen und andere Veranstaltungen dort stattfinden können.

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Von Anika Wenning