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Ribnitz-Damgarten Glyphosat bleibt Dauerthema
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Glyphosat bleibt Dauerthema
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17:45 01.03.2018
Der Einladung der Klockenhäger Umweltinitiative folgten am Mittwochabend zahlreiche Interessierte. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

An dem Unkrautvernichter Glyphosat scheiden sich seit Jahren die Geister. Während die einen die Meinung vertreten, dass Glyphosat im Vergleich mit anderen Herbiziden eher harmlos und unverzichtbar für die landwirtschaftliche Produktion sei, warnen andere vor einem weiteren Einsatz. So steht Glyphosat im Verdacht, krebserregend zu sein. Kritiker verweisen auch darauf, dass es entscheidend mitverantwortlich für das Artensterben in der Agrarlandschaft ist. Kritiker und Befürworter trafen sich am Mittwochabend im Begegnungszentrum Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) zu einem Informations- und Dialogabend unter dem Thema „Die pestizidfreie Kommune - ein Weg zu mehr Umweltschutz vor Ort“.

Keine Schwarz-Weiß-Diskussion

Dazu hatte die Umweltinitiative Klockenhagen eingeladen. Diese war 2015 gegründet worden, nachdem ein Jahr zuvor das Gut Klockenhagen damit begonnen hatte, das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat einzusetzen. Mit der Themensetzung hatten die Mitglieder der Initiative offenbar den Nerv vieler Menschen getroffen, denn der Saal des Begegnungszentrums war bis auf den letzten Platz besetzt. Moderiert wurde der Abend von Arndt Müller, Mitglied es Landesvorstands des BUND Mecklenburg-Vorpommern. Er betonte, dass es das Wichtigste sei, im Gespräch zu bleiben und nicht „in Grabenkämpfe abzurutschen“. Ein Satz den Katinka Friese von der Bürgerinitiative dick unterstrichen wissen wollte: Sie betonte, dass deren Mitglieder die Vereinbarkeit von Leben im Ort, Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus befördern wollen. Was man nicht wolle, sei eine Schwarz-Weiß-Diskussion. Zu den Gästen, die von der Initiative eingeladen worden waren, gehörte u.a. Peter Gros. Er forscht an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Uni Rostock als Doktorand. Gros verwies in seinem Vortrag darauf, dass Glyphosat immer häufiger in Grund- und Oberflächenwasser nachgewiesen werden konnte. Und mittlerweile auch schon in der Ostsee. „75 Prozent der Deutschen sind über den Grenzwert hinaus mit Glyphosat belastet.“ Wie sich Glyphosat auf den menschlichen Organismus auswirke, könne er als Bodenkundler nicht sagen. Eines sei aber sicher: Die von den Befürwortern mantraartig vorgebrachte Behauptung, dass Glyphosat fest im Boden gebunden bleibe und nicht ausgewaschen werden könne, sei falsch.

Landwirtschaft im Einklang mit der Natur

So lange man nicht wisse, wie schädlich Glyphosat sei, so lange sollte man die Finger davon lassen, sagte Claudia Resthöft und bekam dafür Applaus aus dem Publikum. Sie bewirtschaftet mit sieben fest angestellten Mitarbeitern nach biologisch-dynamischen Grundsätzen einen 214 Hektar großen Demeter Biobauernhof, gelegen zwischen den Hansestädten Stralsund und Greifswald. „Wir möchten Landwirtschaft im Einklang mit der Natur betreiben“, so Claudia Resthöft. Zu den Landwirten, die konventionelle Landwirtschaft betreiben und sich an diesem Abend zu Wort meldeten,  gehörte Wilfried Lenschow. Er ist Chef der Agrargenossenschaft Bartelshagen I. Er sagte, dass es gut sei, miteinander zu reden. Es sei aber nicht förderlich, „wenn man Ängste schürt“ und so tue, als ob konventionell wirtschaftende Landwirte die Menschen vergiften wollten. Lenschow: „Ich lade alle herzlich ein, sich in unserem Betrieb umzuschauen.“ Gegenüber OZ machte gestern auch Christian Ehlers, Geschäftsführer des Bauernverbandes Nordvorpommern, deutlich, zum Thema Glyphosat für Gespräche zur Verfügung zu stehen.

Edwin Sternkiker

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