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Ribnitz-Damgarten Großprojekt Haus des Gastes auf Eis gelegt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Großprojekt Haus des Gastes auf Eis gelegt
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00:00 12.12.2014
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Ribnitz-Damgarten

Das Großprojekt „Haus des Gastes“ in Ribnitz liegt vorerst auf Eis. Die Stadtvertreter wollen erst konkrete Zahlen sehen. Die sind bislang nicht genannt worden. Im Namen der CDU/FDP- Fraktion hat Manfred Widuckel in der Sitzung der Stadtvertreter am Mittwochabend den Antrag gestellt, alle Aktivitäten in Bezug auf das Projekt Haus des Gastes zu stoppen und zunächst zu klären, was der Bau und die Unterhaltung unterm Strich eigentlich kosten.

Erst wenn entsprechende Zahlen auf dem Tisch liegen, wollen die Stadtvertreter darüber entscheiden, wie mit dem Vorhaben Haus des Gastes weiter umgegangen werden soll. „Wir müssen ganz genau hinschauen, was wir uns in Zukunft leisten können und was nicht“, sagte Widuckel.

Zur Erinnerung: Das Haus des Gastes soll auf dem Gelände der Marina am Ribnitzer Hafen gebaut werden. Fünf Architekturbüros wurden von der Stadt damit beauftragt, dafür Gestaltungsentwürfe vorzulegen. Das Rennen machte im Herbst 2013 das Rostocker Büro Bastmann und Zavracky. Die Verfahrensweise stieß jedoch auf Kritik. Ein Wismarer Architekturbüro zog vor Gericht, weil es keine europaweite Ausschreibung gab. Die Stadt holte die europaweite Ausschreibung zwar nach, aber auch hier wurden wieder „Formalien gerügt“.

Abgesehen von den Pannen bei der Ausschreibung wurde unter anderem in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses kritisiert, dass noch kein Konzept für die Betreibung des Hauses vorliege. Nur wenn das der Fall sei, lasse sich abschätzen, ob sich das Ganze am Ende auch wirklich rechne, machte Stefan Stuth, der als sachkundiger Bürger im Ausschuss mitarbeitet, deutlich. Andreas Dietzel, ebenfalls sachkundiger Bürger, warf beim Thema Haus des Gastes ein, dass erst einmal ein Tourismuskonzept vorgelegt werden müsse, bevor entschieden werden kann, wie und durch wen das Haus betrieben werden solle. „Und dann muss geklärt werden, welche Rolle das Haus des Gastes im touristischen Gesamtkonzept der Stadt spielen soll“, sagte Dietzel.

Die Frage, was sich die Stadt in Zukunft leisten kann und was nicht, wurde in der Stadtvertretersitzung nicht nur im Zusammenhang mit dem Haus des Gastes gestellt. Diese Frage bestimmt auch die Diskussion über den Haushalt 2015. Fest steht, dass es ein schweres Stück Arbeit werden wird, ihn ausgeglichen hinzubekommen. Dazu sind noch viele Streichungen notwendig.

Im Januar werde in den entsprechenden Gremien über die Eckzahlen diskutiert, kündigte Bürgermeister Frank Ilchmann (parteilos) an. Wie schwierig die finanzielle Lage ist, machte er an einigen Zahlen deutlich. Allein bei der Kreisumlage müsse Ribnitz-Damgarten, so Ilchmann, satte 600 000 Euro mehr aufbringen als im Vorjahr. Auch im Bereich Kindertagesstätten gebe es erhebliche Mehrausgaben, die belaufen sich auf 300000 Euro. „Das allein sind schon fast eine Million Euro Mehrausgaben, die verkraftet werden müssen“, betonte der Verwaltungschef.

Mehrere Anläufe für Hafenbebauung
Projekte für das Areal am Ribnitzer Hafen hat es in den vergangenen Jahren bereits mehrere gegeben. So war für September 2010 der Baustart für ein Café und Restaurant auf dem Marinagelände vorgesehen. Daraus wurde allerdings nichts. Dann geriet auch ein Hotel-Projekt ins Stocken. Im Bauausschuss und auch in der Stadtvertretung waren die von einem Planer und Investor vorgelegten Pläne durchgefallen. Originalität, Transparenz und Leichtigkeit wurden vermisst. Mit einem Haus des Gastes sollte ein neuer Versuch unternommen werden, dieses Filetstück der Stadt zu bebauen. Dazu sollen in Aussicht gestellte Fördermittel für den Umbau des Ribnitz-Damgartener Stadtkulturhauses in dieses Projekt umgeleitet werden.
Einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen wird ein schweres Stück Arbeit.“Frank Ilchmann (parteilos), Bürgermeister



Edwin Sternkiker