Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Grundlagenforschung in Borner Versuchsanstalt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Grundlagenforschung in Borner Versuchsanstalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:26 31.05.2019
Der Leiter des Sachbereichs Aquakultur, Dr. Ralf Bochert, blickt in der Versuchsanlage in Born in ein Becken, im dem einjährige Störe schwimmen. Quelle: Timo Richter
Anzeige
Born

Die Aquakulturforschung in Born gibt es inzwischen seit 50 Jahren, jüngst wurde in der Versuchsanlage am Bodden das Jubiläum gefeiert. Dabei gab es einen Rückblick auf eine bewegte Geschichte der Einrichtung, die 1969 in Betrieb genommen wurde – damals stand die Beschaffung von Devisen im Vordergrund. Aale sollten für stetigen Geldfluss in den damaligen Arbeiter- und Bauernstaat sorgen. Heute beschäftigen sich die Mitarbeiter mit der Grundlagenforschung für die Aufzucht von Fischen, und seit Neuestem auch dem Wachsen von Garnelen.

Der in der aufstrebenden DDR gefeierte Walter Ulbricht war Feuer und Flamme für das Projekt. Vor dem Borner Hafen sollten 250 Holzkonstruktionen im Bodden versenkt werden, in denen die kleinen Aale wachsen und gewinnbringend verkauft werden sollten. Die Kästen wurden schnell zusammengezimmert, eine DDR-Kaufhalle vom Typ C errichtet, doch dann richtete sich der Blick auf die eigene Bevölkerung. Die sollte auch Speiseforellen genießen dürfen. Idee war, das warme Abwasser des Kernkraftwerks Lubmin irgendwie für die Fischproduktion in Born einsetzen zu können, würden sich die Forellen dann auch im Winter fortpflanzen.

Born-Forelle nachgefragt

Dauerhaften Bestand hatten die Bemühungen in diese Richtungen nicht. Allein die sogenannte Born-Forelle ist heute noch gefragt. In der inzwischen 10. bis 15. Generation haben sich die eigentlich kühles Süßwasser liebenden Fische an die Bedingungen im Bodden gewöhnt. Brackwasser, das im Sommer gerne die ursprüngliche Wohlfühltemperatur überschreitet, ist angesichts der Klimaänderungen bei Experten großes Thema. Klimadefiniert nennt der Leiter der Versuchsanlage, Dr. Ralf Bochert, das. Interesse gebe es derzeit aus Sachsen, Hessen oder Schleswig-Holstein. Noch ist aber nicht der Investor vorstellig geworden, der mit den Born-Forellen das große Geschäft machen will.

Die Aufzucht der Forellen hat sich mit der Wende erst einmal erledigt. Ein Stamm konnte durch die Umwälzungen geführt werden, während der der Standort in Born der Landesforschungsanstalt zugeordnet wurde. Auf einmal ging es nicht vorrangig um die Versorgung von Menschen mit Fisch, sondern in erster Linie um Forschung. Neue Fischarten wie der Ostseeschnäpel oder der Baltische Stör rückten ins Blickfeld.

Besatzfische produziert

In der Anlage in Born wird gebrütet und aufgezogen, was das Zeug hält. Die jungen Fische werden dann in unterschiedlichen Bereichen ausgesetzt, der Baltische Stör beispielsweise in der Odermündung. Zu der Produktion von Besatzfischen kam Mitte der 90er-Jahre die Grundlagenforschung für den Betrieb von Aquakulturanlagen hinzu.

Die Schwierigkeiten der Beckenhaltung, Reinigungstechnik oder die Fütterung sollen die Mitarbeiter der Versuchsanlage minimieren beziehungsweise optimieren. Die Produktion von Zander, Barsch und Schnäpel an Land soll mit den Ergebnissen wirtschaftlich werden. „Wir sehen und als Bindeglied zwischen Praxis und Investoren“, sagt Ralf Bochert.

Geschmack verändert sich

Mit dem Geschmack der Verbraucher ändern sich auch die Arbeitsinhalte in der Borner Versuchsanlage. Als „spannende Sache“ wertet Ralf Bochert die jüngst begonnenen Forschungen mit Weißfußgarnelen. Zwei Aufzuchtfarmen existierten derzeit in Mecklenburg-Vorpommern.

Bei der Arbeit werde verstärkt auf Tierwohl und Nachhaltigkeit geachtet. Eine wirtschaftliche Aufzucht von Fischen und Garnelen ohne Einsatz von Antibiotika beispielsweise steht ganz weit oben. Dazu kommen Transportwege. Schließlich sollen die Fische und Krebstiere günstigstenfalls nahe bei den Verbrauchern produziert werden.

Garnelenzucht optimiert

Aktuell sind in der Versuchsanlage Baltische Störe aufgezogen worden, die als einjährige Fische in der Ostsee ausgesetzt werden sollen. Dazu kommen verschiedene Reihen, mit der die Zucht von Weißfuß-Garnelen optimiert werden soll, wie bei Fischen etwa durch eine bestimmte Beleuchtung. Vor allen bei barschartigen Fischen wie dem Zander oder Flussbarsch gebe es noch reichlich Fragestellungen, wie Ralf Bochert sagt. „Da sind wir dran.“

Timo Richter

Über 600 Starter gingen gestern in Kavelsdorf auf Strecke. Beim Halbmarathon siegte bei den Frauen Lucien Machoy aus Ribnitz.

30.05.2019

Bei einem Verkehrsunfall nahe Ribnitz-Damgarten sind ein Motorrad und ein Trike miteinander kollidiert. Die Fahrerin des Trikes erlitt dabei schwere Verletzungen.

30.05.2019

Alle 46 Grundstücke des neuen Wohngebietes Sandhufe IV in Ribnitz sind bereits vergeben. Die Stadt prüft eine Erweiterung der Sandhufe. Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist nach wie vor hoch.

29.05.2019