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Ribnitz-Damgarten Gutshaus hat neue Besitzer
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Gutshaus hat neue Besitzer
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15:43 31.01.2019
Das Gutshaus in Löbnitz soll an eine Rostocker Familie verkauft worden sein. Quelle: FOTOS: Anika Wenning
Löbnitz

Das Gutshaus in Löbnitz hat einen neuen Besitzer. Eine Familie aus Rostock soll das Gebäude gekauft haben. „Ich bin allerdings noch etwas zurückhaltend und skeptisch. Bisher hat sich nämlich noch niemand bei mir gemeldet“, erklärt Bürgermeister Lothar Seib auf OZ-Nachfrage. „Das finde ich schon merkwürdig.“ Schließlich sei es doch üblich, sich in so einem Fall bei dem Bürgermeister vorzustellen. Und leider habe die Gemeinde in der Vergangenheit auch viele schlechte Erfahrungen gemacht. „Uns haben schon so viele das Blaue vom Himmel versprochen und am Schluss kam doch wieder nur Regen runter“, erklärt Lothar Seib seine Skepsis.

Bei all den schlechten Erfahrungen gebe es aber auch eine positive Ausnahme, die man nicht vergessen dürfe. Das Gutshaus Saatel, das ebenfalls auf Gemeindegebiet steht, habe der Eigentümer mit viel Mühe und Geld aufwendig saniert. „In diesem Fall haben wir Glück gehabt und sind sehr froh darüber“, berichtet der Bürgermeister.

Das Gutshaus in Löbnitz stehe hingegen solange er denken könne leer. Auch die Gemeinde selbst habe Ende der 1990er Jahre Geld investiert. „Die Gemeinde hat damals insgesamt rund 360 000 Euro Fördermittel samt Eigenanteil in das Gebäude gesteckt“, berichtet der 68-Jährige. „Als wir mit den Arbeiten fertig waren, hat sich allerdings herausgestellt, dass es der BVVG gehörte.“ Ein herber Rückschlag. Die Bodenverwertungs- und Verwaltungs GmbH habe das Gutshaus dann an einen Privateigentümer verkauft. Der Eigentümer habe innen und außen einige Arbeiten vorgenommen, doch dann sei dem Düsseldorfer das Geld ausgegangen und er sei erkrankt. Vor zwei, drei Jahren sei er verstorben und seine Familie habe sich jetzt entschieden, das Gutshaus wieder zu verkaufen. „Der Mann machte damals einen vernünftigen Eindruck, aber manchmal ist der Geldbeutel dann doch etwas kleiner, als man denkt“, sagt Lothar Seib. Diese Erfahrung habe ihm aber gezeigt, dass man vorsichtig sein müsse und nicht zu viel erwarten dürfe. Was die neuen Eigentümer planen, weiß der Bürgermeister nicht. Er versuche gerade, mehr Informationen zu bekommen und Kontakt mit den Rostockern aufzunehmen. Neben dem Gutshaus gehört auch ein Teil des Parkes den Eigentümer. Die andere Hälfte gehört der Gemeinde. Hier steht auch ein Gedenkstein, der an den bekannten Dichter Ernst Moritz Arndt erinnert.

Ein Gedenkstein im Löbnitzer Gutspark erinnert an Ernst Moritz Arndt. Quelle: Anika Wenning

Auch Wolfgang Holzhauer, der mit anderen Mitstreitern im Sommer eine Jubiläumsfeier auf die Beine stellt (die OZ berichtete), will Kontakt mit den neuen Eigentümern des Gutshauses aufnehmen. Vom 16. bis zum 18. August ist das Fest zum Jubiläum des Ortes geplant. Neben dem Jubiläum soll auch der 250. Geburtstag von Ernst Moritz Arndt im Fokus stehen. 18 Jahre lebte der Schriftsteller im Gutshaus in Löbnitz, von 1787 bis 1805. Bei den Feierlichkeiten im August soll der Park in Ernst Moritz Arndt Park umbenannt werden. Ein entsprechendes Namensschild aus Holz hat der Künstler Lucas Drechsler zusammen mit dem Kunstschmied Wolfgang Holzhauer bereits angefertigt. „Schön wäre auch, wenn die neuen Eigentümer des Gutshauses ein kleines Museum einrichten würden“, verrät Wolfgang Holzhauer seine Vorstellungen.

Ein Haus mit Geschichte

Im Jahr 1319 wurde Löbnitz in Schwerin das erste Mal urkundlich erwähnt. Zunächst befand sich das Gut im Besitz der Familie Behr und im Anschluss im Besitz der Familie von Schwerin. Nachdem Malte von Putbus das Gut kaufte, pachtete von 1787 bis 1805 der Vater Ernst Moritz Arndts das Gut. Otto Metelmann war um 1937 bis 1945 der neue Besitzer des Gutshauses. Nach 1945 diente das Herrenhaus als Wohnunterkunft.

Der Dichter Ernst Moritz Arndt verbrachte seine Jugend in Löbnitz. In dieser Zeit schrieb er sehr viele Sagen, unter anderem „Die alte Burg bei Löbnitz“, „De witte Frau to Löbnitz“, „De spökenden Buren“ und „Schiffer Gau und sein Puk“. Ihm zu Ehren wurde ein Gedenkstein im Park aufgestellt. Zudem soll der Park bei der Jubiläumsfeier des Ortes im Sommer in Ernst Moritz Arndt Park umbenannt werden.

Anika Wenning

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