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Ribnitz-Damgarten Halbzeit beim Projekt Markthalle Barth: Wie geht’s weiter?
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Halbzeit beim Projekt Markthalle Barth: Wie geht’s weiter? 

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19:15 15.05.2020
Katy Linke (r.) und Sandra Gellin verkaufen die regionalen Produkte in der Markthalle in Barth und beraten die Kunden gern. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Ein halbes Jahr sind seit Eröffnung der Barther Markthalle in der Langen Straße vergangen. Die Hälfte der einjährigen Förderzeit ist damit vorüber. Schon vor der Eröffnung musste die Stadt Barth für den eingeschlagenen Weg zur Revitalisierung der Altstadt Kritik einstecken, denn die Stadt hatte für das Projekt Fördermittel bekommen.

Ein Jahr lang werden die beiden Mitarbeiterinnen über Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Die Ausstattung sollte ursprünglich über den Vorpommern-Fonds finanziert werden.

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Markthalle: Zahl der Produkte steigt stetig

Dass die Stadt mit diesem Schritt in den Einzelhandel eingreife, wurde scharf kritisiert. Schließlich würden andere Einzelhändler keine Förderung bei einer Ladeneröffnung erhalten. Die Stadt änderte das Konzept und aus dem geplanten Regionalladen wurde die Barther Markthalle. Jeder Erzeuger, der seine Waren in der Markthalle verkaufen möchte, richtet seinen „Stand“ selbst her und zahlt wie bei einem Wochenmarkt eine monatliche Gebühr beziehungsweise ein Entgelt. Zumindest die Förderung für die Ausstattung war damit vom Tisch.

Jetzt will die Stadt für ein weiteres Jahr Fördermittel für die beiden geschaffenen Stellen beantragen. Denn die Corona-Pandemie hat die Projektpläne durcheinandergebracht. Schon längst sollte es in die nächste Phase gehen. Denn während im Winter der Fokus auf den Einheimischen lag, sollte mit Beginn der Saison geprüft werden, wie die regionalen Produkte bei den Touristen ankommen. „Darüber können wir bislang aber noch gar keine Aussagen zu machen. Für das Projekt ist dies sehr wichtig, deshalb versuchen wir, es zu verlängern“, erklärt der Bürgermeister.

Zugpferd für Barther Innenstadt

Nicole Paszehr, Tourismusmanagerin der Stadt, ist überzeugt, dass sich die Markthalle bei Urlaubern zum Zugpferd für die gesamte Innenstadt entwickeln könnte. Die Touristen würden in die Markthalle kommen und regionale Produkte kaufen, im Anschluss aber auch andere Geschäfte oder das Museum besuchen und den ganzen Tag in Barth verbringen.

Doch nicht nur ein weiteres Förderjahr sei denkbar. Parallel sollen auch weitere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. „Es gibt viele Alternativwege und wir sind mit den Erzeugern im Gespräch“, meint Friedrich-Carl Hellwig. Eine Möglichkeit sei, dass die Produzenten komplett die Verantwortung übernehmen und eine Genossenschaft bilden. „Noch ist offen, wie wir es fortführen. Der einfachste Weg wäre sicherlich die Förderung.“

Zahl der Erzeuger hat sich fast verdoppelt

Immer mehr Erzeuger verkaufen ihre Produkte in der Markthalle in Barth. Quelle: Anika Wenning

Dass das Konzept aufgehe, hätten die vergangenen sechs Monate gezeigt, „Zu Beginn waren es 14 Erzeuger, mittlerweile sind es 23 und ab Montag kommen noch zwei weitere hinzu“, freut sich Katy Linke, die zusammen mit ihrer Kollegin Sandra Gellin in der Barther Markthalle arbeitet. Dabei helfe vor allem Mund-und-zu-Mund-Propaganda. Zufriedene Produzenten würden ihre positiven Erfahrungen weitergeben und die Markthalle empfehlen.

Ganz neu ab Montag, 18. Mai, im Sortiment sind die Produkte vom Keksdieb aus Lüssow-Langendorf und von der Vorpommerschen Genuss-Manufaktur aus Griebenow. Auch Sigrid Elsenhans aus Kronsberg ist seit Ende Februar dabei und verkauft ihre Kunstwerke in der Markthalle. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt die Künstlerin.

„Ohne Corona wären alle happy“

Wichtige Zugpferde, die die Kunden in den Laden locken, seien das Gut Darß, die Ostseemühle und die Schlemminer Senfmühle. „Und auch der Honig wird immer beliebter“, sagt Katy Linke. Die Kunden kommen, um diese Produkte zu kaufen, schlendern durch den Laden und entdecken andere regionale Produkte. Mittlerweile gebe es viele einheimische Stammkunden. „Wir sind glücklich darüber, gerade weil es in Barth im Vorfeld ja auch sehr kontrovers diskutiert wurde. Wenn man sich die Umsätze anschaut, lohnt es sich für alle Beteiligten“, sagt Nicole Paszehr. Wobei man die Corona-Zeit nicht mitrechnen könne. „Ohne Corona wären alle happy.“

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Denn die vergangenen Wochen waren auch für die Mitarbeiterinnen in der Markthalle und alle Produzenten eine schwere Zeit. Wochenlang war das Geschäft geschlossen und die Kunden konnten lediglich vorbestellte Waren abholen. „Wir hätten die Markthalle in der Zeit auch öffnen können, da wir ja größtenteils Lebensmittel verkaufen, aber das hätten wir den anderen Gewerbetreibenden gegenüber nicht als fair empfunden. Das wäre ein falsches Signal gewesen“, sagt Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig.

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Von Anika Wenning

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