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Ribnitz-Damgarten „Heiligtümer“ werden auf Vordermann gebracht
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Heiligtümer“ werden auf Vordermann gebracht
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15:36 25.06.2018
Altar, Kanzel und Taufkapelle in der Seemannskirche in Prerow werden restauratorisch gereinigt und fehlende Stücke gegebenfalls ersetzt. Restauratorin Valerie Eitle ergänzt auf dem Kanzeldach abgeblätterte Farbe. Quelle: Tim Richter
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Prerow

Mit dicken Staubschichten kennt sich Valerie Eitle ebenso aus wie mit Vogelskeletten. Die Restauratorin stößt bei ihrer Arbeit immer wieder auf diese Zeugen des Zeitverlaufs. Zuletzt hat sich die hohlen Knochen von Federvieh auch dem Kanzeldach in der Seemannskirche in Prerow gefunden. In dem Gotteshaus erfolgt derzeit eine restauratorische Reinigung und Teilsanierung von Kanzel, Altar und Taufkapelle. Alles stammt aus dem Spätbarock. Für die Arbeiten sind die „Heiligtümer“ der Seemannskirche eingerüstet worden.

Skelette auf Kanzeldach

Ganz oben findet die Restauratorin dann die Überreste von Vögeln, die bei weniger aufwändigen Aktionen unentdeckt bleiben. Hartnäckiger ist dagegen Staub. Dem rückt Valerie Eitle mit einem Spezialstaubsauger zu Leibe, pinselt mit weichen Borsten den Grauschleier von den Figuren weg.

Mit Kreide wird aufgefüllt

Und dann tauchen die schadhaften Stellen auf, abgeplatzte Farbe, abgebrochene Teile. Auf dem Kanzeldach beispielsweise fehlen zwei Strahlen des Kranzes. Manches kann Valerie Eitle mit Kreide und Farbe ausbessern, vieles nicht. Etwa Teile die nachgebildet werden können, bietet doch beispielsweise der erhaltene Teil des Strahlenkranzes die Vorlage, wie die einzelnen Teile aussehen müssen. Aaron, der viele Meter im Gewölbe der Kirche über Kanzel und Altar thront, fehlen seit nahezu 30 Jahren Finger und Stab. Diese Teile restauratorisch nachzubilden, verbietet sich. Denn es gibt keine auch nur halbwegs exakte Vorlage. Der altehrwürdigen Figur wird kein Fantasiegebilde zugefügt.

Arbeiten werden finanziell gefördert

Geplant bis Ende August soll die Seemannskirche innen wieder in neuem Glanz erstrahlen. Pfarrer Reinhard Witte geht aber davon aus, dass die Arbeiten schon vor dem Termin vollendet werden können. 35 000 bis 40 000 Euro sollen die absehbaren Kosten für die Maßnahme betragen. Das Geld kommt zum einen vom Förderverein der Seemannskirche. Bei den aktuellen Arbeiten sitzt auch der Bund finanziell mit im Boot, nämlich in Form der Beauftragten für Kultur und Medien, die Mittel aus einem Sonderprogramm für den Denkmalschutz locker gemacht hat.

Neue Heizung für Seemannskirche

Dass die Investition auch eine nachhaltige wird, dafür sorgt die Kirchengemeinde. So wurden in der Vergangenheit Baustellenlüfter mit Heizung aufgebaut, wenn draußen niedrige Temperaturen zu erwarten waren. Die Geräte haben sich „Staubquirl“ erwiesen. Alles, was auf dem Boden lag, wurde aufgewirbelt, landet am Ende auf den historisch wertvollen Figuren auf KAnzel, Altar und Taufkapelle. Künftig sollen die Besucher von Gottesdiensten und Veranstaltungen bei Kältegraden auf beheizbaren Sitzkissen Platz nehmen, ähnlich einer Sitzheizung in neuwertigen Fahrzeugen. Der Förderverein jedenfalls sammelt schon mal für die neuen Sitzkissen.

Festes Holz im Fokus

In luftiger Höhe begutachtet Valerie Eitle dagegen erst einmal die unzähligen Löcher, die der Arbeit des Holzwurms entstammen. Laut Reinhard Witte ist der Schädling nicht mehr aktiv, zu sehen seien nur die Folgen dessen Wirken. Vorgabe jeglicher Arbeiten ist, das Holz zu festigen, sollte es durch den Wurmfraß beziehungsweise der Nachnutzung der Gänge durch andere Insekten instabil geworden ist. Laut einer speziellen Expertise ist der Holzwurm in den alten Gehölzen nicht mehr aktiv, wie Reinhard Witte sagt. Letzte Exemplare würde Valerie Eitle aufspüren.

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