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Ribnitz-Damgarten Ein Ort der Erinnerung und Mahnung
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ein Ort der Erinnerung und Mahnung
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17:19 25.11.2019
Karsten Richter, Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und Stabsfeldwebel René Schuster von der Flugabwehrraketengruppe Bad Sülze legten am Erinnerungskreuz einen Kranz nieder. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

Es war eine gut besuchte Gedenkfeier auf dem Alten Friedhof Damgarten an der Richtenberger Straße. Anlass war die Weihung eines Holzkreuzes, mit dem künftig an die Soldaten und Offiziere des Fliegerhorstes Pütnitz erinnert werden soll, die in den Jahren von 1938 bis 1945 starben und hier beerdigt sind. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatten der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Stadt Ribnitz-Damgarten. Für den würdevollen Rahmen sorgten Pfarrer Andy Hoth von der evangelischen Kirchengemeinde Damgarten-Saal und Pastorin Susanne Attula von der evangelischen Kirchengemeinde St. Marien Ribnitz. Michael Gabbert und Björn Neubert von der Original Mecklenburg-Vorpommerschen Blaskapelle spielten mit ihren Trompeten unter anderem das Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“.

Stadtverwaltung gab unkompliziert Unterstützung

Udo Steinke, er ist für den Altkreis Nordvorpommern Beauftragter im Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dankte allen, die mitgewirkt haben, diese würdige Gedenkstätte zu schaffen. An erster Stelle nannte er Mario Günther. Er sei es gewesen, der darauf aufmerksam gemacht habe, dass es hier einmal einen Soldatenfriedhof gab, der dann jedoch völlig in Vergessenheit geriet. Mario Günther habe nicht nachgelassen und immer wieder darauf gedrungen, in geeigneter Form an die Toten zu erinnern, so Steinke. „Unkomplizierte Unterstützung haben Bürgermeister Frank Ilchmann sowie Heiko Werth und Guido Keil vom Bauamt gegeben“, sagte Steinke weiter. Hilfe gaben auch die Friedhofsverwaltung der Stadt und der Stadtbauhof sowie der Verein zur Förderung der Arbeit und Qualifizierung Ribnitz-Damgarten. Sein besonderer Dank galt der Tischlerei Rehberg aus Breesen, die das Holzkreuz kostenlos anfertigte.

Diese Tafel verweist auf den Bereich des Friedhofes, in dem sich die Soldatengräber befinden. Quelle: Edwin Sternkiker

Unter den Gästen befand sich Karsten Richter. Der Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sagte: „Mit dieser neu gestalteten Gedenkstätte, die wir heute einweihen, ist es möglich geworden, einen Ort der Erinnerung und Mahnung zu schaffen. Die Folgen von Krieg, Diktatur und Gewaltherrschaft werden in angemessener Form den Besuchern veranschaulicht. Die Abwehr politisch-extremistischer Tendenzen sowie der Einsatz für Mitmenschlichkeit, demokratische Verhaltensweisen und Frieden in der Gesellschaft werden an diesem Ort besonders hervorgehoben.“

Pfarrer Andy Hoth sagte: „Unsere Aufgabe ist es, an all die Menschen zu erinnern, die Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft, Flucht und Vertreibung wurden. Dies ist ein geeigneter Ort dafür.“ Aber es gehe nicht nur darum, an vergangenes Leid zu erinnern, sondern auch darum, nachzudenken, wie diese Welt friedlicher gemacht werden könne, so Pfarrer Hoth.

30 Namen konnten ermittelt werden

Mario Günther übernahm es, die Namen der 30 Toten, die auf dem ehemaligen Soldatenfriedhof begraben sind, zu verlesen. Dass sie bekannt sind, ist seinen langjährigen und akribischen Nachforschungen zu verdanken. Günther konnte ermitteln, dass die erste Beerdigung im September 1938 stattfand. Auch Ilse von Arnim, die Frau des damaligen Pütnitzer Fliegerhorstkommandanten Oberst von Arnim, wurde hier bestattet.

Heiko Körner, stellvertretender Bürgermeister, machte deutlich, dass dieser Teil des Friedhofes nicht nur sehr eng mit dem Fliegerhorst Pütnitz verbunden sei, „sondern auch ein wichtiger Teil der Damgartener Stadtgeschichte ist“. Körner dankte allen Helfern, Unterstützern und Förderern, die zur Schaffung des Erinnerungskreuzes beigetragen haben.

Udo Steinke drückte am Ende der Veranstaltung die Hoffnung aus, dass möglichst viele Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt die Gelegenheit nutzen, diesen Ort der Erinnerung und Mahnung aufzusuchen.

Von Edwin Sternkiker

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