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Ribnitz-Damgarten In alte Oberförsterei in Born ziehen Schweinswale ins Museum
Vorpommern Ribnitz-Damgarten In alte Oberförsterei in Born ziehen Schweinswale ins Museum
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16:30 15.08.2019
Der Leiter des Borner Kurbetriebs, Yves Scharmberg, betrachtet eine Animation, wie das Museum künftig innen aussehen soll. Im Hintergrund der einstige Pferdestall, in den das Forst- und Jagdmuseum einziehen soll. Quelle: Timo Richter
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Born

Wenn das Forst- und JagdmuseumFerdinand von Raesfeld“ irgendwann von der historischen Remise der alten Oberförsterei in den umgebauten Pferdestall umziehen wird, dann wird das neue Domizil schon wieder zu klein sein. Das befürchtet die Leiterin des Museums, Nicola Nibisch. Für die eifrige Sammlerin wäre in Born jedes Gebäude zu klein, um alle Schätze des Museums zu zeigen. Nun freut sich die Museumschefin, dass die Arbeiten für den Umbau des einstigen Pferdestalls als neue Museumsheimstatt endlich weitergehen.

Das geschieht peu à peu, wie der Leiter des Borner Kurbetriebs, Yves Scharmberg, sagt. Im ersten Halbjahr wurde der Fußboden gegossen, eigens angefertigte Fenster wurden geliefert und sind inzwischen zum Teil eingebaut worden, eine Wand trennt den Bereich Sonderausstellungen von dem der Dauerausstellung ab.

Alte Bausubstanz soll Charakter wahren

Außerdem wurde mittlerweile der Bau der Ausstellung beauftragt. Allein dafür werden rund 200 000 Euro fällig. Nach dem Entfernen des Dachunterbaus, hat ein Holzschutzgutachter die Dachbalken des alten Pferdestalls unter die Lupe genommen. Ergebnis: „Ganz viele“ der Balken können demnach erhalten werden, wie Yves Scharmberg betont. Der weitgehende Erhalt der ursprünglichen Bausubstanz sei auch Ziel des Umbaus, erklärt der Betriebsleiter. Das mache den späteren Charakter des Museums aus. Noch im kommenden Monat soll der Trockenbau starten, dann folgen die Elektroarbeiten und „umfangreiche Zimmererarbeiten“, wie Yves Scharmberg sagt.

Dem Dachgeschoss misst Yves Scharmberg eine gewisse Imposanz bei. Quelle: Timo Richter

Ein besonderer Raum wird sich im Dachgeschoss finden. „Dieser Bereich hat eine „gewisse Imposanz“, so der Leiter des Kurbetriebs. Unterbrochen wird die große Fläche allein vom Fahrstuhl. Auf der Einhausung soll eine Art Hochsitz für die Besucher geschaffen werden.

Viele Stücke werden frei ausgestellt

Ziel des neuen Museums soll eine freie Ausstellung sein. Die meisten Stücke können ganz nah betrachtet werden. Ausnahme: Die verkämpften Hirsche werden wie gehabt in einer Vitrine präsentiert. Yves Scharmberg verspricht: Es wird ein Museum für die ganze Familie.

Im Zusammenhang mit den neuen Freiräumen des Museums wird auch schon über einen neuen Namen nachgedacht. Forst- und Jagdmuseum – das grenze laut Yves Scharmberg die neue Ausstellung zu sehr ein. Als Nationalparkgemeinde solle das Schutzgebiet auch Thema der neuen Ausstellung sein. Die Hirschbrunft oder Kraniche sollen in der neuen Ausstellung gezeigt werden. Und auch die einstige Oberförsterei soll entsprechend ihrer Bedeutung gewürdigt werden.

Schweinswal zieht in neues Museum ein

Einzug in das neue Museum soll auch der Schweinswal halten. Darum haben die Verantwortlichen in dem Boddendorf den Kontakt zum Deutschen Meeresmuseum gesucht. Dorthin werden regelmäßig die an der Küste angeschwemmten Tiere gebracht. Zudem gibt es weitere Kooperationen, zum Beispiel mit dem Freilichtmuseum in Klockenhagen oder dem Vogelpark Marlow.

Mit dem neuen Museum soll keine verstaubte Heimatstube entstehen, so Yves Scharmberg. Vielmehr werde es sich um eine moderne Einrichtung in historischem Ambiente handeln. Unter anderen werden sich die Besucher über Kopfhörer Gespräche mit Zeitzeugen, darunter ehemalige Forstamtsleiter anhören können.

Vorhaben verzögerte sich um Jahre

Schon kurz nach Beginn der Umbauarbeiten geriet das Projekt ins Stocken. Die Kommune hatte verfahrensfreie Arbeiten bereits vor dem Vorliegen einer Baugenehmigung begonnen. Weil eine Nutzungsänderung für den einstigen Pferdestall als Teil der Baugenehmigung noch nicht vorlag, wurde ein Baustopp verfügt. Auch musste eine Waldumwandlung erfolgen. Ursprünglichen Planungen zufolge sollte das Museum zur Saison 2015 eingeweiht werden. Jetzt ist es schwierig, die seinerzeit vorgesehenen Firmen ohne erhebliche Mehrkosten erneut für das Vorhaben zu binden.

Mehr lesen: Bauarbeiten auf alter Oberförsterei ruhen

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Von Timo Richter

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