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Ribnitz-Damgarten Jazz zwischen Mühle und Schifferberg
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Jazz zwischen Mühle und Schifferberg
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14:47 24.06.2018
Lutz Gerlach spielte vor der Windmühle und hunderten Gästen in Ahrenshoop. Quelle: Carolin Riemer
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Ahrenshoop

Ahrenshoop bebt, swingt und jazzt: drei Tage, 21 Spielorte, 24 Bands und 30 Konzerte. Unzählige Besucher des Jazzfestivals sind an diesem Wochenende auf den Straßen und Lokalen von Ahrenshoop unterwegs. Sie lassen sich mitreißen von den unterschiedlichsten Stilrichtungen der Musik.

Musik unter der Mühle

Hunderte sitzen beispielsweise auf den Stühlen und auf dem Rasen vor der Windmühle und lauschen den Klängen von Lutz Gerlach, Ulrike Mai und Oliver Bostroem. Sie spielen Musik aus Westernfilmen und arrangierten diese in einem einzigartigen jazzigen Stil. „Dieses Ambiente ist grandios“, flüstert Ulla Rebmann (66) aus Halle und blickt auf die Windmühle, die erhaben in den Himmel ragt. Alle Konzerte möchte die Urlauberin erleben, Lutz Gerlach und Band sind an diesem Tag erst der Anfang. „Was für ein wunderbarer Beginn“, sagt sie lächelnd. Besonders freut sie sich auf das ausverkaufte Konzert von Gitte Haenning am Abend. Nur einen kleinen Wermutstropfen birgt der Auftritt des diesjährigen Stargastes: „Mein Mann hat vor ein paar Minuten seine Karte verkauft, weil er doch lieber das deutsch-schwedische Fußballspiel sehen möchte. Männer.“ Ulla Rebmann nimmt es ihm nicht übel: „Dann geh ich eben mit Freunden zu Gitte.“ Zur gleichen Zeit sorgt die Band „SuperBrass“ in der Dorfstraße für Stimmung. Spaziergänger bleiben stehen, wippen mit den Füßen und beginnen verhalten zu tanzen. Die Hamburger Band, ein sogenannter Walk-Act, spielen Rock-, Pop- und Jazzklassiker auf der Dorfstraße zwischen Hausnummer 1 und 31. Das bringt Dynamik ist das einst so beschauliche Fischerdörfchen.

Jazz Collegium wurde am Hafen vermisst

Doch trotz all den Konzerten, viele Festivalbesucher sind in diesem Jahr unzufriedener als sonst. Während der Sonnabend seit Jahren mit viel Stimmung am Hafen begann, ist es dort in diesem Jahr ungewohnt still. Das Jazz-Collegium Berlin, das zahlreiche Fans anzog, spielt nicht mehr am Hafen, sondern in der Pension Bradhering. Auch für Marla Fretwurst aus Dändorf war das immer der große Auftakt des Festivals, nun ist sie enttäuscht: „Viele haben sich beschwert. Wieso dient der schöne Hafen nicht mehr als Kulisse für diese fantastische Band? Jahrelang war das der Treffpunkt für Jazz-Freunde. Nun spielen sie nachmittags in einem kleinen Lokal, das sich sehr abseits befindet und am Hafen ist nichts los. Sehr schade.“

Carolin Riemer