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Ribnitz-Damgarten Junge Schiris vertrauen sich fast blind
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Junge Schiris vertrauen sich fast blind
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14:46 26.03.2019
Niklas Linke und Kay Wenzel (in dunklen T-Shirts v. l. ) stehen an der Spitze einer ganzen Reihe von Nachwuchs-Schiedsrichtern beim SV Motor Barth. Luca Helms, Justin Unger, Maite Fischbein, Lenja Markau, Lia Stehr und Josephine Siewert (helle Trikots v. l.) wollen ihnen nacheifern. Quelle: Foto: Marco Schwarz
Barth

Wenn Niklas Linke und Kay  Wenzel nach der Faszination ihrer Sportart gefragt werden, sind die beiden Jugendlichen um eine schnelle Antwort nicht verlegen. „Mir gefällt insbesondere, dass du in einem Team zusammen kämpfst und nicht jeder für sich“, sagt der ­16-jährige Niklas. Sein Kumpel Kay (17) meint: „Mich beeindrucken die Schnelligkeit, die Kraft und dass du immer wieder auf neue Situationen reagieren musst.“

Die Jungs spielen Handball seit ihrem achten Lebensjahr, sind inzwischen Teil der A-Jugend-Mannschaft beim SV  Motor Barth, die in der MV-Liga ihre Punktspiele bestreitet. In der kommenden Saison werden sie in den Männerbereich aufrücken.

Und damit nicht genug. Wenn Niklas und Kay gerade mal nicht selbst als Spieler auf dem Parkett stehen, dann kümmern sie sich darum, das andere die Regeln des Spiels einhalten. Ein großer Teil ihrer Freizeit geht nämlich für das Schiedsrichter-Dasein drauf. Vor drei Jahren haben sie ihre Ausbildung begonnen.

„Zunächst haben wir ausschließlich Heimspiele im Nachwuchs des SV  Motor gepfiffen“, erläutert Niklas Linke. Recht schnell fiel das Gespann den Verantwortlichen beim Handballverband Mecklenburg-Vorpommern auf. „Die Leute haben wohl gesehen, dass wir sehr motiviert sind“, meint Kay Wenzel mit einem Augenzwinkern. Inzwischen sind die jungen Schiedsrichter auch auf Ebene des Landesverbandes im Einsatz. In der Regel haben sie am Wochenende ein bis zwei Spiele zu leiten. Jüngst waren es sogar mal fünf.

„Da weißt du am Ende des Tages, was du getan hast“, berichtet Kay Wenzel. Als Gespann pfeifen sie aktuell bis zur Verbandsliga der Frauen. Im April werden sie erstmals ein MV-Liga-Spiel leiten. Auch im Männerbereich kamen die beiden Barther schon zum Einsatz, in der Bezirksliga. „Das ist schon aufregend, wenn du dich als junger Schiedsrichter durchsetzen musst“, berichtet Niklas Linke von seinen Erfahrungen. „Das ist eine Herausforderung. Die können wir nur meistern, wenn wir geschlossen und nicht überheblich auftreten. Genau das versuchen wir, in jedem Spiel hinzubekommen“, meint Wenzel.

Mittlerweile sind die Freunde zu einem echten Team zusammen­gewachsen. „Es ist sehr wichtig, dass wir uns als Einheit bei der Spielleitung präsentieren“, sagt Wenzel. „Gegenseitiges Vertrauen ist dafür unerlässlich“, ergänzt Niklas Linke. Als Schiedsrichtergespann haben sie dafür ein eigenes System der Kommunikation ent­wickelt. „Uns reicht ein Blick, ein Kopfnicken oder ein Handzeichen und wir wissen, wie der andere in der jeweiligen Situation entscheiden würde“, erklärt Niklas, der das Fachgymnasium in Velgast besucht. Es sei aber ebenso wichtig, Entscheidungen mitzutragen, die der Partner getroffen habe, fügt Kay hinzu. Er möchte am Barther Gymnasium sein Abitur machen.

Schwierige Situationen, in denen die Schiedsrichter in die Kritik geraten, haben Kay und Niklas auch schon erlebt. Sie wissen damit umzugehen. „Das müssen wir komplett ausblenden“, sagt Kay. Und Niklas erklärt: „Ich höre schon gar nicht mehr, wenn von außen etwas reingerufen wird.“

Gemeinsam haben beide noch viel vor. Es sei unheimlich schwierig, sich auf einen anderen Partner als Schiedsrichter einzustellen. Gegenseitig kennt sich das Duo eben besser und wisse, wie der Gegenüber tickt, sagen sie. Und deshalb wollen sie ihre Schiedsrichter-Laufbahn auch gemeinsam ­gehen. „Es wäre sehr schön, wenn wir irgendwann mal in der Oberliga für Spiele eingesetzt werden“, nennt Kay Wenzel ein nächstes Ziel. „Zuvor wollen wir uns allerdings weiterentwickeln und Akzeptanz erarbeiten“, sagt er.

Gelegenheit dazu haben sie im April bei ihrem ersten Einsatz bei einem internationalen Turnier, dem Ostercup in Berlin. Dort nehmen neben deutschen auch Teams aus Dänemark, Schweden, Israel oder den Niederlanden teil. Im Mai steht dann außerdem das Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia in ihrem Terminkalender – ebenfalls in der Hauptstadt.

Beim SV Motor Barth widmen die Verantwortlichen dem Nachwuchs nicht nur im spielerischen Bereich große Aufmerksamkeit, sondern auch im Schiedsrichterwesen. Neben Niklas Linke und Kay Wenzel gibt es momentan eine ganze Reihe weiterer junger Unparteiischer. Niklas und Kay leben ihnen vor, was einen Schiedsrichter ausmacht. „Es macht Spaß, das Spiel aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, in Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu treffen und die dann auch konsequent zu verkaufen.“ Auch darin ist sich das junge Gespann einig.

Marco Schwarz

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