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Ribnitz-Damgarten Kammermusiktage Barth wegen Coronavirus abgesagt: Das sind die Konsequenzen
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Kammermusiktage Barth wegen Coronavirus abgesagt: Das sind die Konsequenzen

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17:00 12.03.2020
Martin Panteleev hat die Kammermusiktage im Hotel „Speicher Barth“ 2002 in Leben gerufen. In diesem Jahr musste die Konzertreihe kurzfristig abgesagt werden. Quelle: Detlef Lübcke
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Barth

Die Absage der Kammermusiktage in Barth hat nicht nur für den Veranstalter, den Verein Art Club Panteleev, Konsequenzen. Der Landkreis Vorpommern-Rügen hatte am späten Mittwochnachmittag eine Durchführung der Konzertreihe wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus untersagt.

Insgesamt waren vom 13. bis zum 21. März fünf Konzerte im Hotel „Speicher Barth“ geplant. „Wir waren vor allem an dem ersten Wochenende komplett ausgebucht“, berichtet Christian Tertin, Empfangsmitarbeiter des Barther Hotels. „Donnerstagmorgen hagelte es Stornierungen. Die Absage der Kammermusiktage hat sich scheinbar sehr schnell rumgesprochen. 90 Prozent der Buchungen wurden wieder storniert. Das ist ein herber Verlust für uns.“ Alle Gäste konnten die Zimmer kostenfrei stornieren. Wer bereits eine Anzahlung geleistet hat, bekomme diese zurück.

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Verständnis für Absage

Die frei gewordenen Zimmer seien direkt wieder freigeschaltet worden und es gebe für das Wochenende auch einige neue Buchungen, aber so eine gute Auslastung wie zu den Kammermusiktagen sei so kurzfristig nicht mehr möglich. Fraglich sei auch, ob die Barther, die vor dem Konzert einen Platz im Restaurant reserviert hatten, trotz der Absage kommen. „Das können wir momentan noch nicht abschätzen“, sagte Christian Tertin.

Dass die Konzertreihe aufgrund der aktuellen Lage nicht durchgeführt werden kann, könne er aber nachvollziehen. „Fast alle Veranstaltungen werden momentan abgesagt, warum sollten wir davon verschont bleiben. Zu den Konzerten kommen auch viele ältere Besucher über 60, die eher gefährdet sind.“

Kartenrückgabe: Entscheidung soll nächste Woche fallen

Drei Konzerte – das Eröffnungskonzert am Freitag, das Konzert am Mittwoch sowie das Abschlusskonzert – waren ausverkauft. Für die beiden anderen Konzerte gab es noch Restkarten. Wie Beatrice Boeck vom Art Club Panteleev am Donnerstag auf OZ-Nachfrage bekanntgab, wird der Verein spätestens in der kommenden Woche ein Formular für die Rückerstattung der Karten auf seine Homepage stellen. Zudem werden die Formulare in der Barth-Information am Markt ausgelegt. Die Sponsoren und Mitglieder des Vereins würden gesondert informiert.

Am späten Mittwochabend hatte Beatrice Boeck vom Art Club Panteleev die OSTSEE-ZEITUNG von der Absage in Kenntnis gesetzt. Auf der Internetseite des Vereins findet sich ebenfalls ein Vermerk. „Für einen kleinen Verein wie uns ist die Absage ein herber Rückschlag. Welche finanziellen Auswirkungen das hat, kann ich momentan noch nicht sagen. Wir machen gerade Kassensturz und müssen dann weitersehen“, erklärte Beatrice Boeck am Donnerstag.

Sie sei aber froh, dass der Landkreis eine klare Entscheidung getroffen habe. „Uns wurde damit die Entscheidung abgenommen. Und ich stehe total hinter dieser Entscheidung. Die Räumlichkeiten im Hotel Speicher sind eng und bestimmt 60 Prozent der Besucher sind ältere Herrschaften, die zur Risikogruppe gehören.“

Seit 2002 Konzertreihe in Barth

Die Kammermusiktage wurden 2002 von Martin Panteleev ins Leben gerufen. Der Stargeiger, Dirigent und Komponist kommt aus Bulgarien und holte Musiker aus aller Welt nach Barth. In diesem Jahr sollte unter anderem das Baltic Neopolis Ensem­ble aus Stettin auftreten. Der Mittwoch war vor allem für die Barther immer ein besonderer Tag, denn im Vorprogramm trat das Schulorchester des Gymnasialen Schulzentrums Barth auf. Angekündigt war auch die berühmte sizilianische Sängerin, Musikerin und Komponistin Etta Scollo, die vor kurzem in Hamburg in der Elbphilharmonie spielte.

Für den gebürtigen Bulgaren ist Barth mittlerweile eine zweite Heimat geworden. Martin Panteleev selbst wollte gemeinsam mit seiner Frau Lida, die ebenfalls Musikerin ist, am Donnerstag, einen Tag vor dem Eröffnungskonzert, nach Barth reisen. Er selbst war am Donnerstag für ein Statement nicht zu erreichen.

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Von Anika Wenning

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