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Ribnitz-Damgarten Kauft die Uni-Klinik Ribnitzer Kinderarztpraxis?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Kauft die Uni-Klinik Ribnitzer Kinderarztpraxis?
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00:00 08.08.2017
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Ribnitz-Damgarten

Neue Hoffnung auf einen zweiten Kinderarzt in Ribnitz-Damgarten? Die Uni-Medizin Rostock prüft offenbar derzeit, ob sie die frei gewordene Praxis-Stelle der ehemaligen Ribnitzer Kinderärztin Angela Pieplow aufkauft. „Es gibt Sondierungsgespräche. Der Ausgang ist allerdings völlig offen“, sagte Harald Jeguschke, kaufmännischer Vorstand der Rostocker Uniklinik. Immerhin ein kleiner Silberstreif am Horizont. Ende Juni war Angela Pieplow in den Ruhestand gegangen. Seitdem gibt es mit Inge-Lore Metzenmacher nur noch eine Kinderärztin in der Bernsteinstadt. Deren Nachfolge im kommenden Jahr sei zwar geregelt. Viele Eltern müssen mit dem Weggang Pieplows trotzdem mit ihren Kindern längere Wege zu Kinderärzten in der Region in Kauf nehmen.

Die Übernahme der Praxis durch die Uni-Klinik wäre eine Möglichkeit, das Problem zu lösen. „Wir brauchen einen zweiten Kinderarzt“, sagt Bürgermeister Frank Ilchmann. Diverse Telefonate mit der Uni-Klinik, den Bodden-Kliniken oder auch der Kassenärztlichen Vereinigung habe er geführt. Der Wunsch ist da, auch der Wille, potenzielle Kandidaten zu unterstützen. Allerdings sei noch niemand gefunden worden, der sich ambulant in der Bernsteinstadt als Kinderarzt niederlassen wolle.

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Ein Grund dafür ist offenbar, dass junge Ärzte das finanzielle Risiko einer eigenen Praxis scheuen würden und lieber als angestellte Ärzte arbeiten möchten. Deshalb kauft die Uni-Medizin Rostock immer häufiger Praxen auf, um dort Ärzte anzustellen. Laut Professor Michael Radke, Direktor der Rostocker Kinderklinik, sei das auch für Ribnitz-Damgarten vorstellbar.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV), zuständig für die Planung und Vergabe der Arztpraxen im Land, sieht diese Entwicklung allerdings kritisch, „weil sich in MV bereits die überwiegende Anzahl der Krankenhäuser in der Hand privater Klinikketten befindet.“ Vielfalt und Wettbewerb in der ambulanten Versorgung gingen dadurch verloren. Ein weiteres Problem sei die Möglichkeit einer hohen Fluktuation von Ärzten. Möglich sei, dass Patienten nicht mehr konstant „von ihrem Arzt des Vertrauens wie in der Praxis eines niedergelassenen Arztes, sondern von zum Teil verschiedenen Ärzten betreut werden.“

Seit gut einem Jahr ist die Praxis von Angela Pieplow im Ärzteblatt als Praxis im Planungsbereich Stralsund/Nordvorpommern ausgeschrieben. Dass es sich dabei um eine Praxis in Ribnitz handelt, wird nicht sofort ersichtlich. „Bei den Beratungsgesprächen mit niederlassungswilligen Kinder- und Jugendärzten wird auch Ribnitz-Damgarten vorgeschlagen und beworben“, heißt es dazu von der KV.

Allerdings werde in diesen Gesprächen deutlich, „dass bei der Wahl des Ortes auch die jeweilige Infrastruktur, z.B. Kindergarten, Schule, Wohn-, Freizeit- und Einkaufsangebote mit einbezogen wird.“

Ein Argument, dass Bürgermeister Frank Ilchmann nicht nachvollziehen kann. „Unser Gebiet ist lukrativ. Wir haben diese Infrastruktur. Das einzige, was in dieser Infrastruktur fehlt, ist ein zweiter Kinderarzt.“ Die Stadt würde einen niederlassungswilligen Kandidaten in allen möglichen Bereichen unterstützen. Auch die Kassenärztliche Vereinigung tut dies, etwa mit Investitionskostenzuschüssen von bis zu 75000 Euro oder mit der Übernahme der Umzugskosten.

Ende des Jahres läuft die Ausschreibung für die Praxis von Angela Pieplow aus. Dann fällt sie weg, da der Versorgungsgrad mit Kinderärzten im Planungsbereich Nordvorpommern/Stralsund laut KV eigentlich bei knapp 186 Prozent liege. Nur dank einer Sonderregelung kann die Ausschreibung verlängert werden. Grundlage für die Berechnung ist die sogenannte Bedarfsplanungsrichtlinie des Bundes.

„Bereits seit Langem fordert die KV, die Richtlinie zu überarbeiten. Die 25 Jahre alten, rein statistischen Maßstäbe sind ungeeignet, um die tatsächliche medizinische Versorgung abzubilden.“

Regionale Besonderheiten könnten kaum berücksichtigt werden.

Robert Niemeyer

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