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Ribnitz-Damgarten Kenzer Kirche: Letzter Bauabschnitt in Gefahr
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Kenzer Kirche: Letzter Bauabschnitt in Gefahr
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15:26 10.09.2019
Pastor Kai Steffen Völker (v.l.), CDU-Landeschef Vincent Kokert und Landtagsmitglied Dietmar Eifler (CDU) sprachen über den letzten Bauabschnitt in der Kenzer Kirche. Quelle: Anika Wenning
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Kenz

Es ist der letzte Bauabschnitt. Wenn diese Arbeiten fertig sind, ist die Grundsanierung der Kenzer Kirche abgeschlossen. Insgesamt 1,7 Millionen Euro sind seit 2010 bisher in die Sanierung geflossen. Doch obwohl der Bund bereits Mittel aus dem Sonderdenkmalschutzprogramm in Aussicht gestellt hatte, droht das Vorhaben jetzt doch zu scheitern.

„Der Bund hat seine lose Zusage zurückgenommen“, berichtet Pastor Kai Steffen Völker. Und dass obwohl der Kirchgemeinde bereits eine Zusage von Stiftungsmitteln in Höhe von 180 000 Euro vorliegt und der notwendige Eigenanteil somit gesichert ist. „Wenn wir mit dem Bauabschnitt nicht zeitnah anfangen, gehen uns die Stiftungsmittel flöten. Eigentlich wollten wir noch in diesem Jahr beginnen“, erklärt der Pastor, der nun auf die Unterstützung des Landes hofft und CDU-Landeschef Vincent Kokert zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen hat.

Gemeinsam mit dem Landtagsmitglied Dietmar Eifler (CDU) machte dieser sich ein Bild von der ehemaligen Wallfahrtskirche und ihren Besonderheiten. So wurde 1405 der damalige Herzog für Pommern-Wolgast, Barnim VI, in der Kenzer Kirche beigesetzt. Seine Gruft ist heute noch erhalten. Bereits 2016 war zudem das Kenotaph, das hölzerne Scheingrab von Barnim VI, restauriert worden. Es stammt aus dem Jahr um 1410 und ist das einzige aufklappbare hölzerne mittelalterliche Grabmal in Mecklenburg-Vorpommern.

Perfektes Ensemble: Brunnen und Kirche

Eine weitere Besonderheit ist auch die Kenzer Quelle, die überhaupt erst zum Bau der Kirche führte. Zahlreiche Pilger kamen zum Gesundbrunnen, tranken von dem Wasser und hofften auf Heilung. Und auch heute zieht das Ensemble von Kirche und Brunnen zahlreiche Besucher an. „Wir haben einerseits die Kranichgucker und im Sommer die normalen Touristen“, berichtet Kai Steffen Völker. Eine Zählung im Jahr 2013 habe ergeben, dass von Mai bis September rund 15 000 Besucher kamen.

Sichtlich begeistert zeigte sich Vincent Kokert. „Ich war schon in sehr vielen Kirchen, aber so etwas Beeindruckendes habe ich noch nicht gesehen“, erklärte der CDU-Landeschef, der versprach noch in dieser Woche mit der Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen zu sprechen.

Land will Bund ins Boot holen

„Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Wir machen es gemeinsam mit dem Bund und jeder trägt die Hälfte der Kosten oder das Land macht es alleine“, versprach der CDU-Landeschef. Die erste Variante sei allerdings deutlich leichter, da dann kein gesondertes Prüfverfahren durchgeführt werden müsste. Wenn das Land die Kosten alleine stemmen müsste, sei dieses hingegen notwendig.

Die Fenster im Kirchenschiff der Kenzer Kirche müssen dringend saniert werden. Quelle: Anika Wenning

Für insgesamt rund 480 000 Euro sollen die acht Fenster des Kirchenschiffes saniert sowie Arbeiten in der Seitenkapelle durchgeführt werden. „Die Fenster sind stark verschmutzt. Wir wollen wieder Licht in die Kirche bringen“, erklärt die Architektin Elke Meißner. Dabei soll das Glas, soweit wie möglich, erhalten bleiben. Die Quereisen in den Fenstern hätten dazu geführt, dass die Rippen stark geschädigt seien. „Wir stark, das werden wir erst sehen, wenn wir das Glas herausgenommen haben. Teilweise können wir einzelne Steine auswechseln oder wir müssen neu mauern“, sagt die Expertin. Zudem sollen die Türen im Kirchenschiff ausgebessert werden. Ziel sei es auch, die drei zugemauerten Fenster im Turm wieder zu öffnen.

Gewölbe wird restauiert

Restaurator Bastian Hacker restauriert das Gewölbe der Kenzer Kirche. Quelle: Anika Wenning

Derzeit wird das Gewölbe des Kirchenschiffes restauriert. Zahlreiche Metallhülsen haben das Gewölbe auseinandergedrückt. Dadurch sind tiefe Risse entstanden. Doch nicht nur die Hülsen haben dem Gewölbe stark zugesetzt. Weitere Risse sind vermutlich auf den desolaten Dachstuhl zurückzuführen, der bereits saniert wurde. Ebenfalls abgeschlossen ist die Restaurierung des Chorraum-Gewölbes sowie die mittelalterlichen Fenster des Chorraumes. Und auch das 650 Jahre alte Triumphkreuz der Kenzer Kirche erstrahlt im neuen Glanz.

1,7 Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren in die Sanierung der Kenzer Kirche geflossen. Diese Bildergalerie gibt einen Einblick in die umfangreichen Arbeiten.

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Von Anika Wenning

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