Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Robuste Tonne forderte Reitern in Klockenhagen viel ab
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Robuste Tonne forderte Reitern in Klockenhagen viel ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:29 28.07.2019
Beim Tonnenabschlagen in Klockenhagen brauchten die Reiter viel Kraft. „Tonnenbauer“ Torsten Rohde hatte es gut gemeint. Quelle: Anika Wenning
Anzeige
Klockenhagen

Torsten Rohde hatte ganze Arbeit geleistet. Der „Tonnenbauer“ hatte es den 17 Reitern, die am Sonnabend beim Tonnenabschlagen im Freilichtmuseum in Klockenhagen antraten, schwer gemacht. „Die Tonnen sind jedes Jahr sehr gut und fest, aber dieses Mal hat er es besonders gut gemeint“, sagte Annemarie Schreiber, die seit zehn Jahren Mitglied im Tonnenbund Klockenhagen ist. Während sie in den vergangenen Jahren immer auch auf dem Pferd saß, hatte sie sich in diesem Jahr dagegen entschieden. „Mein Sohn wird in zwei Wochen eingeschult. Da wollte ich kein Risiko eingehen. Schließlich kann man sich immer irgendwie verletzen“, sagte die 30-Jährige, die stattdessen im Organisationsteam mithalf. Ihre Prognose: Gegen 17.30 Uhr steht der Sieger fest.

Doch während um 15 Uhr die Kinder bereits ihre Könige feierten, kämpften die Reiter noch weiter. Gegen 15.30 Uhr entschieden sich die Verantwortlichen, nachzuhelfen und den letzten Ring der Tonne zu lösen. Und das zeigte Wirkung. Nur etwa zehn Minuten später schlug Klaus Prohn, der bereits 2011 Tonnenkönig war, den letzten Stab aus der Tonne. „Und dass obwohl ich Schmerzen in der Schulter hatte. Ich musste als Rechtshänder mit links schlagen“, sagte der Klockenhäger, der zuvor vom Pferd gefallen war. Und die Schmerzen waren nicht die einzige „Hürde“ in diesem Jahr. „Ich musste auch ein anderes Pferd nehmen“, berichtet der 58-Jährige. Doch Gento brachte ihm Glück und machte Klaus Prohn zum Stäbenkönig. Dabei sei das Pferd ganz schön temperamentvoll. „Ich musste es ein paar Mal zurückhalten, weil es zu schnell lief“, sagte Klaus Prohn, dessen Familie bereits in fünfter Generation im Tonnenbund Born aktiv ist. Denn zwar könne man bei schneller Geschwindigkeit fester zuschlagen, doch gerade zum Ende hin sei Präzision wichtig. „Wenn man dann zu schnell ist, ist man nicht mehr so treffsicher.“ Seine Frau habe schon am Sonnabendmorgen gewusst, dass er König werde. „Ich hatte das einfach im Gefühl“, sagte Heike Prohn.

Angela Sorokin erstmals Vorreiterin

Zum ersten Mal Vorreiterin war Angela Sorokin, die bereits zum 35. Mal beim Tonnenabschlagen auf dem Pferd saß und 2012 Stäbenkönigin wurde. „Als Vorreiter übernimmt man das Kommando und gibt vor, wann es losgeht“, sagte die 49-Jährige. Bislang hatte Hans-Joachim Pulow diese Aufgabe inne, doch in diesem Jahr saß er nicht auf dem Pferd. Stattdessen moderierte er die Veranstaltung gemeinsam mit Hartmut Kühl. Für Hans-Joachim Pulow war es am Sonnabend eine ganz besonderer Tag, denn vor genau 50 Jahren, auf den Tag genau, ist er Mitglied im Tonnenbund. Während die beiden in gewohnt lustiger Weise die Veranstaltung moderierten, schwitzten die Reiter und versuchten, mit aller Kraft auch das letzte Stück Holz herunterzuschlagen. „Zum Glück ist es in diesem Jahr aber nicht ganz so heiß wie im vergangenen Jahr. Der Wind ist ganz angenehm“, sagte Stäbenkönig Klaus Prohn.

Beim Tonnenabschlagen am Sonnabend im Freilichtmuseum Klockenhagen wurde Klaus Prohn Stäbenkönig und Dirk Pollow Tonnenkönig. 1741 Besucher kamen zu der Veranstaltung.

Positiv wirkte sich das Wetter auch auf die Besucherzahl aus. „Es sind auf jeden Fall mehr Besucher da als im vergangenen Jahr“, sagte Annemarie Schreiber. Konkrete Zahlen konnte das Freilichtmuseum am Sonntag präsentieren: 1741 Gäste wurden hier gezählt. Ana Figueiredo war mit ihrer Freundin Catrin Wernicke zum Tonnenabschlagen gekommen. Seit Oktober 2018 arbeitet die Portugiesin in Rostock. „Die Veranstaltung ist toll“, sagte sie und ihre Freundin fügte hinzu. „Ich wollte meiner Freundin etwas Besonderes zeigen.“ Gespannt warteten die beiden dann auch auf den finalen Schlag. Doch auch hier musste erst einmal nachgeholfen werden. Nachdem das Kreuz in der Tonne etwas gelöst wurde, ging es dann aber schnell. Gegen 17.30 Uhr, genau wie Annemarie Schreiber vorausgesagt hatte, stand der Sieger fest. Dirk Pollow aus Petersdorf ist der neue Tonnenkönig.

Bei den Kindern, die in zwei Altersklassen antraten und zu Fuß unterwegs waren, gewannen Lukas Zilse und Lukas Grimm. Dabei wollte der sechsjährige Lukas Grimm eigentlich schon aufgeben. Doch der Ribnitz-Damgartener schlug noch einmal kräftig zu und holte das letzte Holzstück herunter. Stäbenkönige wurden Annalena Borbe und Moritz Waack.

Anika Wenning

2800 Besucher kamen am Freitagabend zu dem Auftritt des DJ-Duos „Gestört aber GeiL“ in Zingst.

27.07.2019

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck ist am Freitag vor Wustrow bei einem Ausflug mit einem Netzboot gekentert. Die DGzRS rettete den 79-Jährigen aus dem Wasser. Nach Angaben des BKA blieb Gauck unverletzt.

26.07.2019

Situation ist wind- und wetterabhängig und kann sich aber innerhalb weniger Stunden ändern. Sollte es schlimmer werden, können Behörden Badeverbote aussprechen.

26.07.2019