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Ribnitz-Damgarten Kostbare Medaillen für engagierte Menschen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Kostbare Medaillen für engagierte Menschen
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20:48 01.06.2018
Barth

Das Ehrenamt soll in Barth künftig stärker gewürdigt werden. Doch wie soll man den Menschen niveauvoll danken, die ihre Zeit freiwillig für gesellschaftliche, soziale oder kulturelle Zwecke opfern?

Eine geschmackvolle Idee. Viel besser als das billige Stück Papier und die Bernsteinchen, die Landrat Drescher Ehrenamtlern vor Jahren überreichte.Helga Radau, Ehrenamtlerin

Heyko Mews aus dem Amt für Kultur schweben mehrere Varianten vor: Eine Ehrenmedaille, maximal im Durchmesser vier Zentimeter groß, in einem stilvollen Schmuckkästchen. Dazu noch eine Anstecknadel, die der Ausgezeichnete bei besonderen Anlässen öffentlich präsentieren kann. Die Medaille sollte aus Kupfer sein und versilbert werden. „Kein Blech. Nicht sparen. Es soll schließlich eine Wertschätzung darstellen“, erklärt er. 50 dieser Sets würden schätzungsweise 2000 Euro kosten. Geld, das die Stadt für diese Zwecke gern investieren möchte.

Das Motiv auf den Medaillen steht aktuell noch nicht fest. Heyko Mews schwankt zwischen dem Stadtwappen oder einem alten Siegel der Stadt Barth.

Bislang gibt es noch keinen sogenannten städtischen Ehrenamtspreis. Dafür dürfen sich Menschen, die besonders engagiert in Barth wirken, ins Ehrenbuch der Stadt eintragen oder die Ehrenbürgerschaft annehmen – 13 sind es bis zum heutigen Tag. Der letzte, dem die Ehrenbürgerschaft posthum im Jahre 2012 verliehen wurde, ist der Erfinder und Physiker Friedrich Adolf Nobert (1806 bis 1881). Nun wird es Zeit für einen neuen Preis.   Menschen, die langjährig ehrenamtlich arbeiteten, sei es in einem Verein oder in der Kommunalpolitik, oder die eine Völkerverständigung bewirkt haben, kommen in die enge Wahl. Auch sportliche Leistungen oder Einheimische, die einem Menschen das Leben gerettet haben oder katastrophale Ereignisse abwendeten, können die Auszeichnung erhalten. Jedoch möchte die Stadt darauf verzichten, die Ehrungen im „Gießkannenverfahren“ über der Bevölkerung auszuschütten. Helga Radau ist selbst seit vielen Jahren ehrenamtlich aktiv. Sie gilt beispielsweise als Gründungsmitglied des Fördervereins „Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth“ und arbeitet die Geschichte des Zweiten Weltkriegs auf. Der Bartherin wurden für ihre Arbeit schon einige Auszeichnungen verliehen. An manche hat sie gute, an andere schlechte Erinnerungen. Vor Jahren überreichte ihr Landrat Ralf Drescher den Ehrenamtspreis des Alt-Kreises Nordvorpommern. „Ein billiges Stück Papier mit liebloser Formulierung, eine Blume und dazu ein kleines Säckchen mit Bernsteinen.“

Die Krönung sei dann ein Spruch Dreschers gewesen: „Die Steine habe ich beim Aufräumen in meinem Schrank gefunden, ich beziehe nämlich ein neues Büro.“ Helga Radau war bitter enttäuscht über die geschmacklose Auszeichnung, die nichts mit einer Würdigung zu tun hatte. „Dann sollte man lieber gar keine Ehrung vornehmen“, findet sie. Ihre Bürgerauszeichnung für gesellschaftliche Arbeit der Stadt Barth trägt sie jedoch mit Stolz – eine Anstecknadel an ihrem Anorak. Auch ihren Ehrenamtspreis der SPD hat sie in ihrem Wohnzimmer aufgestellt. Die Idee, einen hiesigen Ehrenamtspreis in Form von Medaille und Nadel einzuführen, findet sie sehr gut: „Das ist geschmackvoll, eine Anerkennung und auch eine Motivation für die fleißigen Menschen.“

Carolin Riemer

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