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Ribnitz-Damgarten In Shorts und Schürzen aufs Parkett
Vorpommern Ribnitz-Damgarten In Shorts und Schürzen aufs Parkett
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17:43 03.03.2019
Hatten beim Kostümfest im Stadtkulturhaus Ribnitz-Damgarten ihren Spaß: „Schmidt, Muschi, Schulz und Hausmeister Karl“ aus Ribnitz. Quelle: FOTO: Susanne Retzlaff
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Ribnitz-Damgarten

Kaum hat Karl Lagerfeld, die Lichtgestalt der Laufstege dieser Welt, den Catwalk für immer verlassen, da erwachen auch schon die finstersten Modesünden der Vergangenheit zu neuem Leben. Am Samstag ließen sie sich auf dem Parkett des Ribnitzer Stadtkulturhaus genüsslich feiern. „Bad Taste“, schlechter Geschmack, das war das wichtigste Accessoire der Kostümparty und, man staune, davon brachten die rund 90 Gäste reichlich zur Abendveranstaltung mit!

Am Nachmittag hatten die Kinder hier noch Fasching gefeiert, ohne Motto, denn „die tragen sowieso, was sie wollen“, wusste Moderator Remo Maletz. Nun füllten die Großen langsam die Reihen, mit weißen Tennissocken in Sandalen, bunten Strumpfhosen auf Plateausohlen, Schlaghose, Latzhose, Hochwasserhose, Brusttoupet unterm Netzhemd, Tigerlegging, Lockenwickler und Herrentäschchen. Ästheten hatten gehofft, all das nie wieder sehen zu müssen. Als größte modische Fettnäpfe sollten sich bei den Damen die Kittelschürze, Shorts bei den Herren und geschlechtsübergreifend Jogginghose, Trainingsjacke und das rosa-violett-türkise Aerobic-Outfit herauskristallisieren.

Entführung auf die Hüpfburg im Séparée

„So muss man hier aussehen“, strahlt Inka aus Ribnitz und presste sich lachend ihren Radiorecorder ans Ohr. „Wieso verkleidet? Bei uns laufen alle so rum!“, behauptete Martin im Goldjäckchen mit der unvermeidlichen „Vokuhila“-Frisur, er war mit seinem „Luder“ Ines aus Stralsund in die Bernsteinstadt gekommen, um mit Norbert „Hasselhoff“ und „Lkw-Fahrer“ Sebastian, Shorts zum Netzhemd, zu feiern. Sie entführten ihre Herzdamen, die rotgeblümte Katha, „eine Hausfrau, die noch etwas erleben möchte“, und Dana in der grünen Trainingsjacke, „ich bin die Schantalle“, auf die Hüpfburg im Séparée. Dort hatte Detlevs Outfit, Jason-King-Schnauzer aus den 70igern zum Aerobicanzug der 80iger, einen verhängnisvollen Riss bekommen.

Mit rosa Shirt, blauer Jeansjacke und mächtig blonder Mähne stießen Tina, Pauline und Steffi aus Ribnitz auf die große Fashion-Freiheit an während drei Damen im Dirndl interessante Akzente setzten: zu kleinkariert und streugeblümt passt einfach keine schwarze Lederumhängetasche. Die braune Wildlederjacke und seine umgehängte Gitarre zierten dagegen den „Singer/Songwriter“ Christian, der nach langen Jahren in der Fremde endlich wieder im heimatlichen Trinwillershagen lebt. Er hatte die Reinigungskräfte an seinem Tisch bereits mit einem Ständchen zum Thema Schuhtick erfreut. „Schmidt, Muschi, Schulz und Hausmeister Karl“ aus Ribnitz waren beeindruckt. Shanty in pinken Pömps und prallen Leggings hatte ihren „Käwinn“ mitgebracht: „Neon und eng sind total im Trend, egal wieviel man(n) wiegt!“ Sie behielt Recht, ihr Kevin bekam den Solopreis für „seine Plautze“, ein entschiedenes Bekenntnis in bleu und rosé zur weichen Rundung zwischen Brust und Keule.

Kostümfest soll auch im nächsten Jahr wieder stattfinden

Als am besten schlecht gekleidete oder einfach kreativste Gruppe wurden die zeitlosen Raumpflegerinnen mit ihren 80iger-Jahre-Parkettfegern aus Klockenhagen ausgezeichnet. Nicole, Kathrin, Olaf, Karsten und Anja nannten es anders: „Wir haben uns als Klockenhäger verkleidet!“ - Wer bei Irrungen und Wirrungen in Geschmacksfragen „A“ wie Anders sagt, muss auch „B“ wie Bohlen sagen, das nennt man dann „Modern Talking“, und die durften auf dieser Party nicht fehlen. Als Überraschung mit Ansage präsentierten die „Stilikonen“ ihre aufgeblasenen Instrumente und größten Hits in einer schrägen Bühnen-Show und heizten ordentlich ein. Die Jogginganzugträger mögen an diesem Abend die Kontrolle über ihr Leben verloren haben, wie es Lagerfeld einst vermutete, sicher aber hat der verblichene Modezar die Kontrolle über ihre Kleiderschränke verloren. Doch wahre Schönheit kann ja ohnehin nichts entstellen. Unter neuer Regie soll das bislang vom Karnevalsverein ausgerichtete Kostümfest auch im nächsten Jahr wieder stattfinden, verriet ein zufriedener Remo Maletz.

Susanne Retzlaff

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