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Ribnitz-Damgarten Künstler arbeitet mit Barther Förderschülern
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Künstler arbeitet mit Barther Förderschülern
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09:24 22.12.2018
Bildhauer Lucas Drechsler aus Löbnitz arbeitet in seiner Werkstatt an einer Teufel-Skulptur und gibt ihr den letzten Schliff. Quelle: Anika Wenning
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Löbnitz/Barth

2005 startete Lucas Drechsler sein erstes Projekt mit Schülern. „Anfangs war es noch als Nebenverdienst gedacht, mittlerweile ist das mein Hauptgeschäft“, sagt der Bildhauer. Auch mit den Jugendlichen der Förderschule „Jan-Amos Komensky“ in Barth sowie anderen Förderschülern in der Region hat der 55-Jährige schon zusammengearbeitet. Dabei helfe ihm seine therapeutische Ausbildung. Denn neben seinem künstlerischen Talent hat der Löbnitzer auch eine Ausbildung zum Ergotherapeuten sowie zum Kunsttherapeuten abgeschlossen. „Ich habe mich erst 2005 gewagt, mich als Bildhauer selbstständig zu machen“, berichtet der gebürtige Dresdner, der 1996 in die Region gezogen ist. Neben den Projekten in Schulen arbeitet der gelernte Steinmetz zwei Mal in der Woche mit psychisch Kranken in einer Stralsunder Tagesklinik. „Das ist ein krasser Gegensatz zu den Projekten mit den Kindern“, sagt Lucas Drechsler.

Acht Bänke und drei Tische hat er mit den Jugendlichen der Barther Förderschule gebaut und verziert. Angeliefert wurden Baumstämme, die dann weiterverarbeitet wurden. „An dem Projekt haben etwa 20 Schüler teilgenommen. Zu der Stammgruppe zählten acht Kinder“, berichtet der Holzkünstler. „Wir haben im Spätherbst vergangenen Jahres angefangen und seit Oktober dieses Jahres sind die Bänke und Tische fertig.“ Während die Tische schon jetzt auf dem Schulhof stehen, sollen die Bänke erst im Sommer rausgestellt werden. Dann sollen sie laut Schulleiterin Liane Schöpa als grünes Klassenzimmer dienen. Derzeit stehen die Bänke noch auf den Fluren im Schulgebäude und werden in den Pausen rege genutzt. „Deshalb würden wir uns auch weitere Bänke wünschen. Damit wir sowohl drinnen als auch draußen Sitzgelegenheiten haben“, sagt Liane Schöpa. Um das Material sowie den Künstler zahlen zu können, benötigt die Schule Spenden. Im Rahmen der OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ unterstützt die Lokalredaktion in diesem Jahr die drei Förderschulen in der Region.

Dem Schulstress entfliehen

Die Idee, solche Projekte in den Schulalltag einzubinden, findet Lucas Drechsler gut. „Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen neben dem Unterricht etwas Entlastendes haben, um dem Schulstress zu entfliehen. Gerade an den Förderschulen, wo den Schülern das Lernen oft etwas schwerer fällt. Bei dem Projekt beschäftigen sie sich mit ganz praktischen Dingen.“ Dabei sei dem 55-Jährigem immer wichtig, mit den Schülern auf Augenhöhe zu sein. „Dazu gehört, dass ich sie duze und sie mich auch“, sagt der Künstler. Allerdings führe das auch hin und wieder dazu, dass er Respekt einfordern müsse.

Klare Ziele, wie das Produkt am Ende aussehen soll, setze er sich nicht. „Mein Ansatz ist eher prozess- als produktorientiert. Ich arbeite mit den Schülern auf der interaktiven Ebene, wenn dabei am Schluss auch noch etwas rauskommt, ist es wie ein Fünfer im Lotto. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass es nichts bringt, sich klare Ziele zu setzen. Ich musste immer wieder umdisponieren“, meint der Künstler. Hinterher laufe es dann eh anders als geplant. Statt überall einzugreifen und den Schülern die Arbeit abzunehmen, zeigt er ihnen Schritt für Schritt, wie es am einfachsten geht. „Ich habe mir in all den Jahren ein Konzept erarbeitet, was den Umgang mit dem Werkzeug anbelangt. Das sind so Regeln, wie ’immer von außen nach innen hauen’ oder ’immer seitlich stehen’. Mein Motto lautet ’Lernen durch Übernahme’. Ich zeige Ihnen, wie ich es mache und dann sollen sie es selber ausprobieren. Ich lerne aber immer noch nach all den Jahren bei jedem Projekt etwas dazu. “

Sobald die Schüler merken, dass es handwerklich gut laufe, sei das ganze Projekt ein Selbstläufer. Wichtig sei es am Anfang, die Kinder und Jugendlichen zu begeistern. Bei dem Projekt mit den Barther Schülern sei es vor allem darum gegangen, Ausdauer und Durchhaltevermögen zu trainieren und die gemeinsame Arbeit zu fördern. Denn gerade mit Blick auf Ausbildung und Berufsleben seien Durchhaltevermögen und Teamgeist sehr wichtige Fähigkeiten. Und nebenbei würden die Schüler merken, ob sie handwerklich begabt sind und sich eine Ausbildung in diesem Bereich vorstellen können.

So können Sie spenden

Die Lokalredaktion Ribnitz-Damgartensammelt anlässlich der OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ für die drei Förderschulen der Region, genauer gesagt für die Fördervereine der Schulen. Da die OZ selbst keine Spenden annehmen darf, ist einer der drei Vereine Träger des Spendenkontos, und zwar der Förderverein des Pestalozzi-Förderzentrums Ribnitz. Das Geld wird aber am Ende der Weihnachtsaktion zu gleichen Teilen auf alle drei Vereine aufgeteilt und kommt somit allen drei Schulen zugute.

Sie möchten spenden? Dann kommen Sie ins Service-Center in Ribnitz in der Langen Straße 43/45. Dort steht eine Spendenbox bereit. Eine weitere steht in der Pflanzenschule Schauer und Lindner in Wiepkenhagen. Am einfachsten können Sie per Überweisung spenden. Die Namen der Spender werden in der OZ veröffentlicht. Sollten Sie das nicht wünschen, bitte im Verwendungszweck vermerken.

Das Konto: Empfänger: Förderverein der J.-H.-Pestalozzi-Schule Ribnitz e.V.; IBAN: DE93 1505 0500 0000 2226 66; Verwendungszweck: OZ-Weihnachtsaktion

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Anika Wenning

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