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Ribnitz-Damgarten Laut Expertise braucht Ahrenshoop eine Drehleiter
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Laut Expertise braucht Ahrenshoop eine Drehleiter
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14:00 17.05.2019
Doreen Jenning und Wehrführer Benjamin Heinke vor dem Feuerwehrdomizil in Ahrenshoop. Quelle: Timo Richter
Ahenshoop

Als erste Feuerwehr im Bereich des Amtes Darß/Fischland und als zweite im Landkreis Vorpommern-Rügen hat die Freiwillige Feuerwehr Ahrenshoop den Brandschutz-Bedarfsplan fertiggestellt. Demnach werden sich die Kameraden bei der technischen Ausstattung möglicherweise neu orientieren müssen. Ergebnis der unabhängig erstellten Expertise ist laut Wehrführer Benjamin Heinke ein Höhenrettungsfahrzeug.

Doch eine Drehleiter oder andere Variante eines solchen Einsatzfahrzeugs möchte der Ahrenshooper Wehrführer gar nicht haben. Denn mit nur 17 aktiven Einsatzkräften wäre er überhaupt in der Lage, so ein Fahrzeug rund um die Uhr besetzen zu können.

Ort mit reichlich Gefahrenpotenzial

Mitstreiter für den aktiven Dienst in der Feuerwehr zu finden, ist für Benjamin Heinke das viel größere Problem. Zwar habe das Ostseebad nur rund 650 Einwohner, dafür bringen die Gäste 450 000 Übernachtungen. Mit der viel befahrenen Ortsdurchfahrt und der „Rohrbedachung ohne Ende“ gebe es in dem Ort reichlich Gefahrenpotenzial.

Dazu kommt, dass das derzeitige Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahr 2004 auch nicht allzu lange Sicht ersetzt werden sollte, wie der Wehrführer sagt. Dazu sind die Kameraden auf für die Wasserrettung ausgestattet. Die Kommune habe sich zu der Erweiterung des Einsatzspektrums bekannt.

Jugendwehr wächst

Große Frage ist, wie mehr erwachsene Einsatzkräfte zur Feuerwehr gebracht werden könnten. Um Feuerwehrnachwuchs zu rekrutieren, hat sich die offensive Ansprache in Familien bewährt. Als Benjamin Heinke vor fünf Jahren Wehrführer wurde, verloren sich gerade einmal drei Kinder in der Jugendwehr, nun ist deren Stärke auf zwölf gestiegen.

„Leider funktioniert das bei erwachsenen Aktiven nicht“, bedauert der Wehrführer. „Feuerwehr ist eben kein planbares Hobby.“ Benjamin Heinke erinnert Unternehmer im Ort immer wieder daran, dass deren Hotels und deren Gäste vom Engagement der aktiven Feuerwehrleute profitierten. Darum, so die weitgehend unerfüllte Hoffnung Heinkes, würden die Mitarbeiter für den Dienst in der Feuerwehr freistellen. Zumal ja kein finanzieller Schaden entstehe, die bei Einsätzen fehlende Arbeitszeit werde ausgeglichen.

Deutlich mehr Bereitschaft für den aktiven Dienst in der Feuerwehr hat sich Benjamin Heinke bei den Beschäftigten der gemeindeeigenen Kurverwaltung erhofft. Von den 23 Beschäftigten sei gerade einmal einer aktives Mitglied bei der Feuerwehr. „Ich kann mich nicht allein an Unternehmen wenden und in der Kurverwaltung wird weiter Laub geharkt“, sagt Benjamin Heinke mit bewusstem Seitenhieb auf den gemeindeeigenen Betrieb.

Ausrüstung auf überdurchschnittlichem Niveau

Klar ist für den Wehrführer, dass die Feuerwehr viel mehr ist, als eine reine Brandschützergruppe. In ihre gebe es eine hervorragende Kameradschaft und die Feuerwehr sei auch immer repräsentativ für den Ort. Gerade die Ahrenshooper Einsatzkräfte brauchen sich in dieser Hinsicht nicht zu verstecken. Schon die Einsatzkleidung zeigt, dass die Kommune hinter den Kameraden steht. Gerade wegen der geringen Anzahl aktiver Feuerwehrleute müsse die technische Ausstattung top sein. In Ahrenshoop, freut sich Benjamin Heinke, liege das Niveau deutlich über dem Durchschnitt.

Trotz der schwierigen Personalsituation – von den 17 Aktiven sind drei tagsüber überhaupt nicht vor Ort – gab es laut Benjamin Heinke bisher keinen Einsatz, „zu dem wir nicht mit Mindestmaß an Einsatzkräften ausgerückt sind“. Bei größeren Einsätzen wird die prekäre Situation durch die Alarmierungsgemeinschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Wustrow kompensiert. Die Zusammenarbeit klappe ohne Manko.

Gut funktioniert auch das das Miteinander mit anderen Vereinen. Am Donnerstag beispielsweise waren zahlreiche Senioren der Volkssolidarität Gäste der Feuerwehr. Die Kameraden bedankten sich mit Kaffee und Kuchen für eine Spende von 160 Euro für die Jugendwehr, die die Senioren in ihren Reihen gesammelt hatten.

Timo Richter

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