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Ribnitz-Damgarten Letzte marode Piste in Wieck wird saniert
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Letzte marode Piste in Wieck wird saniert
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00:03 30.07.2015
Ausgefranste Betonplatten: Der Kargweg versprüht den kargen Charme des landwirtschaftlichen Wegs aus DDR-Zeiten. Fotos (4): Matthias Schümann
Ausgefranste Betonplatten: Der Kargweg versprüht den kargen Charme des landwirtschaftlichen Wegs aus DDR-Zeiten. Fotos (4): Matthias Schümann
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Wieck

Am Ende ging alles ganz schnell: Erst im vergangenen Mai wurden die Fördermittel für die Sanierung des Kargwegs in Wieck freigegeben, schon in der kommenden Woche ist Baubeginn.

Die Sanierung der Straße kostet insgesamt 270 000 Euro. Kein sehr großes Vorhaben. Und doch ist diese Straßenerneuerung etwas Besonderes: Denn der Kargweg ist die letztes sanierungsbedürftige Straße in Wieck, mit ihrer Erneuerung geht zu Ende, was vor 25 Jahren begann, ein Vierteljahrhundert Straßensanierung in dem kleinen Ort kommt nun zum Abschluss. Am Dienstagabend wurde das Bauvorhaben während einer Einwohnerversammlung in der Darßer Arche vorgestellt.

Die Fördergelder stammen aus dem Dorferneuerungsprogramm. „Dieses Programm hat sich für uns absolut gelohnt“, freut sich Bürgermeister Bernhard Evers (parteilos). Bereits 1990 zapfte Wieck den Fördertopf erstmals an, im Laufe des Jahres wurden alle Straßen erneuert. Eine Nachwende-Erfolgsgeschichte.

Bis auf den Kargweg. „Wir freuen uns, dass unsere Straße endlich dran ist“, sagt Kai Simon, der im Kargweg wohnt. Tatsächlich rumpeln heute täglich Fahrzeuge über die alten Betonplatten. Verlegt wurden sie in den 70er Jahren vom volkseigenen Gut Zingst. Ab Anfang kommender Woche werden diese geschottert.

Die Sanierung durch die Zingster Firma Siwa GmbH erfolgt in zwei Bauabschnitten. Die Arbeiten beginnen an der Einmündung Kielstraße, erklärt Günter Krull vom Ingenieurbüro Dorsch Consult aus Ribnitz-Damgarten. Grund ist die freiwillige Feuerwehr am anderen Ende der Straße, die so lange wie möglich von dem Bau unbeeinträchtigt aus- und einfahren können soll.

Die Straße selber wird mit Betonsteinen gepflastert, die Begrenzung bilden abgerundete Kantsteine von wenigen Zentimetern Höhe. Die Fahrbahnbreite von rund vier Metern bleibt erhalten. Damit sich Fahrzeuge begegnen können, werden drei Ausweichtaschen eingerichtet. Regenwasser wird an den Straßenrändern in Grasmulden versickern, für extreme Fälle gibt es ein Rohrabflusssystem. Überhaupt werden im nördlichen Teil der Straße auch die unterirdischen DDR-Wasserleitungen saniert. Insgesamt 180 Meter.

Für die Feuerwehr ist eine Ampelanlage geplant, die die rasche Ausfahrt ermöglichen soll. Bis Ende Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Wir haben eine straffe Bauzeit“, sagt Günter Krull.

„Aber wir haben es im vergangenen Jahr geschafft, das schaffen wir es in diesem Jahr auch wieder.“ Auch die Abrechnung der Fördermittel müsse nach einem straffen Plan erfolgen, ergänzt Bürgermeister Evers. Ein weiterer Grund dafür, die Sanierung im geplanten Zeitrahmen abzuschließen.

Da nach Abschluss der Arbeiten mehr Boden versiegelt sein wird als davor, müssen Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden. Das Ingenieurbüro plant daher, Bäume in der Prerower Allee anzupflanzen, so Krull.

Die Planungen für den Kargweg begannen bereits im Jahr 2000, sagt Ingo Dann, Leiter des Bauamts Fischland-Darß. „Diese Fördermittel kommen immer kurzfristig, da muss die Planung schon weit vorangeschritten sein.“ Von der Investitionssumme sind 170 000 Euro Fördermittel, den Rest müssen Kommune und zu einem kleinen Teil auch die Anwohner aufbringen.

Auf die kommen in den nächsten Wochen ein paar Unbequemlichkeiten zu. Denn durch die Bauarbeiten wird das Befahren der betroffenen Grundstücke für jeweils etwa zwei Wochen nicht möglich sein.

Entsprechend macht sich Gerald Fischer von der „Manufructur“ mit Sitz im Kargweg Sorgen um seinen Waren-Nachschub. Aber Günter Krull beruhigt. Im Zweifel können für solche Transporte Radlader der Baufirma eingesetzt werden.

Dorferneuerung in Wieck

1990 wurde das Dorferneuerungsprogramm von der Gemeinde Wieck erstmals genutzt.
25 Jahre später wird nun die letzte Straße saniert.
170 000 Euro beträgt die aktuelle Fördersumme.



Matthias Schümann