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Ribnitz-Damgarten Letzter Abschnitt des Templer Baches soll renaturiert werden
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Letzter Abschnitt des Templer Baches soll renaturiert werden
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11:52 31.03.2019
Birgit Neumann, Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes „Recknitz-Boddenkette“ vor der Karte des Verbandsgebietes. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

Der vierte und damit letzte Abschnitt des Templer Baches soll renaturiert werden. Träger dieser Maßnahme ist die Stadt Ribnitz-Damgarten. „Durch den Neubau eines Durchlasses, Rückbau alter Brückenfundamente, Grabenprofilverbreiterung und weitere Maßnahmen soll im Abschnitt zwischen Damgarten und Tempel ein naturnaher Ausbau des Baches erfolgen und der Hochwasserschutz verbessert werden“, erläutert Birgit Neumann. Sie ist Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes Recknitz-Boddenkette, in dessen Zuständigkeitsbereich sich der Templer Bach befindet. Der Fördermittelantrag werde in Kürze an das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) geschickt, informierte Jan Moldenhauer vom städtischen Bauamt. Die Kosten belaufen sich auf rund 150000 Euro, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 15 000 Euro.

Die geplanten Arbeiten am Templer Bach sind Bestandteil von Maßnahmen, die der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union dienen. Diese sieht vor, bis spätestens 2027 alle Bäche und Flüsse in einen guten chemischen und ökologischen Zustand zu versetzen. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Kommunen für die Mehrzahl der Bäche und Flüsse ausbauverpflichtet. Um solche Renaturierungsarbeiten wie am Templer Bach zu unterstützen, stellt die EU auch in Mecklenburg-Vorpommern Geld zur Verfügung. Aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes“ übernimmt das Land bis zu 90 Prozent der Kosten. Birgit Neumann betont: Obwohl die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie vor allem ökologischen Zwecken dient, können oft auch Verbesserungen beim Hochwasserschutz erzielt werden, so ergebe „sich daraus eine echte Win-Win-Situation.“ Die Unterhaltung wird für den Verband allerdings oft nicht einfacher.

Großes Zuständigkeitsgebiet

Der Wasser- und Bodenverband Recknitz-Boddenkette ist zuständig für das Gebiet von Fischland, Darß, Zingst über Ribnitz-Damgarten bis nach Teterow, erläutert die Geschäftsführerin. Insgesamt 105 000 Hektar werden betreut. Über 1510 Kilometer Gewässer, davon sind 331 Kilometer verrohrt, müssen die Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes im Blick behalten. Weiterhin ist der Verband für die Pflege von 59 Kilometer Deiche und die Unterhaltung von 35 Schöpfwerken zuständig. Die meisten Schöpfwerke seien in den 1970er Jahren gebaut worden und befinden sich in einem sehr unterschiedlichen Zustand, berichtet Birgit Neumann. Mit Reparaturen werden die Schöpfwerke am Laufen gehalten. Die Kosten werden auf die „Bevorteilten“ umgelegt. Denn Sanierungen seien sehr kostenaufwändig, aus diesem Grunde bemühe sich der Verband Fördermittel zu erhalten. Doch das klappe nicht immer.

Und wie sieht es mit Neubauten aus? Die Gemeinde Dierhagen werde in diesem Jahr mit einem Schöpfwerkneubau mit Fördermitteln aus dem Hochwasserschutz beginnen, so Birgit Neumann. Ohne Förderung müsste die Gemeinde die Neubaukosten alleine tragen. „Derzeit versuchen wir für Fuhlendorf einen Neubau hinzubekommen“, erläuterte die Geschäftsführerin weiter.

Vor allem die Gräben im Blick

Die offenen Gewässer werden in der Zeit von Juli bis Oktober/November gekrautet. Wo es notwendig ist, sorgt der Verband auch für eine Grundräumung. Für Rohrleitungen und Durchlässe wird der Durchfluss gesichert. Besonders im Auge hat der Wasser- und Bodenverband die Gräben, die ihren Auslauf in die Boddengewässer haben. Je nach Strömung und Windrichtung sanden diese oft zu und der Ablauf des Wassers wird behindert. Diese Hindernisse müssen dann beseitigt werden.

Für die Unterhaltung der Gewässer zweiter Ordnung, die Pflege der Deiche, die Unterhaltung der Schöpfwerke und alle anderen Arbeiten werden pro Jahr im Durchschnitt 1,7 Millionen Euro ausgegeben, erläutert die Geschäftsführerin weiter. Dieses Geld wird von den Grundstückseigentümern aufgebracht.

Edwin Sternkiker

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