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Ribnitz-Damgarten Treffpunkt für alle: Löbnitz soll Dorfgemeinschaftshaus bekommen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Löbnitzer sollen Dorfgemeinschaftshaus bekommen

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15:24 13.01.2020
In Löbnitz soll die ehemalige Schule zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Quelle: Anika Wenning
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Löbnitz

Die ersten Monate als Bürgermeister der Gemeinde Löbnitz waren für Manfred Zemke nicht leicht. Bei der Wahl im Mai vergangenen Jahres wurde der bisherige Stellvertreter zum neuen Bürgermeister gewählt. „Es war erst einmal schwierig, sich einzuarbeiten. Die Gemeinde ist finanziell nicht gut bestückt. Wir haben keinen ausgeglichenen Haushalt und müssen sehen, dass wir mit den wenigen Mitteln etwas machen. Aber mittlerweile weiß ich, wie der Hase läuft und an wen ich mich, beispielsweise im Amt Barth, wenden muss.“

Für 2020 will er eines unbedingt voranbringen: Die Gemeinde soll wieder ein Dorfgemeinschaftshaus bekommen. „Das ist sicherlich die größte Baustelle in diesem Jahr. Wir haben keine Gaststätte mehr im Dorf und brauchen endlich wieder einen Treffpunkt. Das hätte man schon viel früher voranbringen müssen“, sagt der Bürgermeister. Als Standort biete sich die ehemalige Schule, das Gebäude direkt vor der Kindertagesstätte „Stoppelhopser“ des Regionalverbandes Warnow-Trebeltal des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), an.

Ohne Fördermittel geht es nicht

Wir haben keine Gaststätte mehr im Dorf und brauchen endlich wieder einen Treffpunkt“, sagt Manfred Zemke, Bürgermeister der Gemeinde Löbnitz.

Derzeit werde die ehemalige Schule nur als Wahlbüro genutzt oder könne für Veranstaltungen gemietet werden. Auch das Büro des Bürgermeisters befindet sich dort. „In dem Gebäude sieht es aber noch aus wie im Mittelalter. Und auch von außen ist es nicht ansehnlich.

Mit Besuchern treffe ich mich deshalb lieber im Sportlerheim“, berichtet Manfred Zemke, der zumindest sein eigenes Büro in Eigenregie auf Vordermann bringen will. Denn bis aus der Schule ein Dorfgemeinschaftshaus werde, sei es noch ein sehr langer Weg.

Das Dach ist marode und mit Asbest belastet und auch die Fassade muss dringend erneuert werden. Zudem müssen unter anderem eine neue Heizung und neue Fenster eingebaut werden. Eine konkrete Kostenschätzung für das gesamte Bauvorhaben gebe es nicht. Aber der Bürgermeister rechnet mit rund einer Million Euro für die Sanierung des Gebäudes. Schließlich seien die Preise in der Baubranche enorm gestiegen.

„Wir müssen schauen, dass wir Fördermittel bekommen, aber das wird nicht leicht werden“, sagt Manfred Zemke. Deshalb sei ein Zeitplan auch sehr schwierig. „Ich möchte in diesem Jahr noch mit der Projektierungsphase beginnen und hoffe, dass wir im kommenden Jahr vielleicht schon mit dem Umbau starten können“, meint der Bürgermeister.

Im Zeichen des Dichters Ernst Moritz Arndt

Im August 2019 wurde der Park in Löbnitz in Ernst Moritz Arndt-Park umbenannt. Quelle: Anika Wenning

In dem Dorfgemeinschaftshaus soll auch wieder ein Arndt-Zimmer eingerichtet werden. Der Dichter und Publizist Ernst Moritz Arndt wurde am 26. Dezember 1769 geboren und verbrachte 18 Jahre seines Lebens in Löbnitz bei Barth. Von 1787 bis 1805 wohnte er im dortigen Gutshaus, das in Privatbesitz ist.

Bereits im August vergangenen Jahres hatte die Gemeinde im Rahmen der 700-Jahr-Feier den gemeindeeigenen Park am Gutshaus in Ernst Moritz Arndt-Park umbenannt. Ein Gedenkstein stand hier bereits, der extra für das Fest gesäubert und ausgebessert wurde.

Von der Sanierung der ehemaligen Schule würde auch die Kindertagesstätte profitieren, ist sich der Bürgermeister sicher. Wenn das Gebäude vor der Kita wieder ansehnlicher sei, mache das einen ganz anderen Eindruck. 2018 hatte die Gemeinde die Kita erweitert, da es immer wieder Anfragen von Eltern gab. Seit August 2018 stehen 42 Plätze zur Verfügung, zuvor waren es 29 Plätze. Doch der erhoffte Zuwachs bleibt bislang aus. Manfred Zemke ist allerdings zuversichtlich, dass auch unabhängig vom Umbau der Schule schon bald die Kita-Plätze wieder belegt sind.

Voranbringen möchte er auch den Zuzug junger Familien, doch dafür müssten Baugebiete her. „Seit der Wende wurden nur wenige Häuser in der Gemeinde gebaut. Das muss sich auf jeden Fall ändern“, sagt Manfred Zemke. Das Dorf liege verkehrstechnisch sehr gut direkt an der Bundesstraße 105 zwischen Ribnitz-Damgarten und Stralsund, es gebe eine Kindertagesstätte und auch der Weg zur Schule nach Barth sei nicht weit, zählt der Bürgermeister die Vorteile auf.

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Von Anika Wenning

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