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Ribnitz-Damgarten Mahnwachen starten wieder am Barther Bahnhof
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Mahnwachen starten wieder am Barther Bahnhof
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15:07 06.04.2018
Demo vom Markt zum Bahnhof: Am Montag treffen sich die Befürworter der Bahnlinie wieder am Barther Bahnhof.
Demo vom Markt zum Bahnhof: Am Montag treffen sich die Befürworter der Bahnlinie wieder am Barther Bahnhof. Quelle: Volker Stephan
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Barth

Die Bürgerinitiative „Keine Bahn ist keine Lösung“, die sich für den Erhalt der Bahnstrecke Velgast-Barth und deren Weiterführung nach Zingst und Prerow einsetzt (denn nur so würde sich der Betrieb perspektivisch rechnen) erwacht aus dem Winterschlaf. Am Montag ruft die Initiative zur ersten Mahnwache am Bahnhof auf. Um 18.30 Uhr geht es los.

Teilnehmer der Mahnwache wollen sich in Erinnerung bringen

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Treffen große Beachtung gefunden und die Aufmerksamkeit der Landes- und Bundespolitik auf sich gezogen. Bürger, Politiker, Unternehmer und Touristiker stellten augenscheinlich Parteienzugehörigkeiten und Gemeindegrenzen in den Hintergrund, um einmündig für dasselbe Ziel einzutreten. Mit dem Wunsch nach Wiedereinrichtung der Darßbahn richten sich auch ganz klare Erwartungen an einen positiven Schub zur Entwicklung des Tourismus als wichtigstem wirtschaftlichen Standbein der Region.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel fand lobende Worte für das bürgerschaftliche Engagement und sagte den Aktivisten zu, sich für die Bahnstrecke einzusetzen. Im Februar war der damals noch geschäftsführende Bundesverkehrsminister Schmidt per Zug von Velgast nach Barth gereist, um sich von Fachleuten und Kommunalpolitikern über den Sachstand informieren zu lassen.

Jeden ersten Montag im Monat

Als im vergangenen Herbst ein Nahziel, die Aufrechterhaltung des Bahnverkehrs – wenn auch mit Umstieg in Velgast und mit zweijähriger Befristung – erreicht worden war, stellten die Organisatoren angesichts der kalten Jahreszeit die montäglichen Mahnwachen ein. Nun will sich die Bürgerinitiative nun in die Erinnerung zurückbringen. Und das an jedem ersten Montag des Monats. Unterstützer seien herzlich willkommen, sagt Stadtvertreter und Mitorganisator Peter Hermstedt. „Weil der erste Aprilmontag zugleich der Ostermontag war, werden wir uns zum ersten Mal am kommenden Montag in der Zeit von 18.30 bis 19 Uhr treffen“, kündigte er an. „Unser Ziel besteht darin, sowohl uns selbst, als auch die Lösung des Problems der Bahnanbindung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“ Die Mahnwachen würden die Politik stets daran erinnern, dass die Menschen der Region auf eine endgültige und positive Entscheidung warten. Begeistern kann sich Hermstedt für eine vom Bundesverkehrsminister geäußerte Idee, die Darßbahn möglicherweise als Teststrecke betreiben zu können. „Man könnte beispielsweise Züge mit dem innovativen Wasserstoffantrieb, der mittlerweile zur Serienreife gebracht wurde, einsetzen. Sollte ein Testzug doch mal liegenbleiben, wäre das auf diesem Gleis ohne durchgehenden Bahnverkehr kein Problem. Für die Zeit der Reparatur würden eben Busse einspringen“, so seine Vision.

Peter Hermstedt möchte auch die Gemeinde Pruchten, die sich bisher gegen den Bahnbau sperrt, mit ins Boot bekommen und mit ihr als eine „Gemeinschaft in und für die Region“ auftreten. „In Anbetracht der Vorteile für die gesamte Region wären die aus dem ersten Planfeststellungsbeschluss für die Strecke Barth-Bresewitz resultierenden Einschnitte durchaus hinnehmbar.“ Letztlich müssten alle Gemeinden sehen, dass die Bahn für die Region von Vorteil wäre.

Volker Stephan