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Ribnitz-Damgarten Marlow: Darum wird die neue Recknitzbrücke nun doch am alten Standort gebaut
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Marlow: Neue Recknitzbrücke wird am alten Standort gebaut

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19:30 07.09.2021
Die Brücke über die Recknitz bei Marlow ist in die Jahre gekommen. Sie soll an alter Stelle durch einen Neubau ersetzt werden.
Die Brücke über die Recknitz bei Marlow ist in die Jahre gekommen. Sie soll an alter Stelle durch einen Neubau ersetzt werden. Quelle: Edwin Sternkiker
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Marlow

Aufatmen in Marlow: Der Neubau der Brücke im Verlauf der L 18 über die Recknitz wird am alten Standort erfolgen. Eine entsprechende Nachricht erhielt die Stadt Marlow aus dem Landwirtschafts- und Umweltministerium, teilte Bürgermeister Norbert Schöler in der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter mit. Damit sind Überlegungen vom Tisch, den Fluss im Rahmen der geplanten Recknitzrenaturierung in den Altarm Behrendamm zu verlegen und dort eine neue Brücke zu bauen.

Brücke so marode, dass Instandsetzung nicht infrage kommt

Hintergrund: Die Brücke über die Recknitz bei Marlow ist in die Jahre gekommen. Sie wurde 1956 errichtet und ist Teil der viel befahrenen Landesstraße 18. Das Straßenbauamt Stralsund hatte bereits 2013 bei einer Voruntersuchung festgestellt, dass die Brücke so marode ist, dass eine Instandsetzung nicht mehr infrage kommt und stattdessen eine neue Brücke gebaut werden muss.

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Der Marlower Verwaltungschef stellt klar, dass sich die Stadt nie dagegen gesperrt habe, dass im Zuge der geplanten Renaturierung des Talmoores der Recknitz zwischen Bad Sülze und Tressentin solche Maßnahmen wie die Öffnung von Altarmen der Recknitz vorgesehen sind. Aber einer Umverlegung des Flusses in den oben beschriebenen Bereich habe man nicht zustimmen können. Darin waren sich Verwaltung und Stadtvertreter einig. Dies habe man in einem Schreiben an das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt deutlich gemacht.

Planungen für Radwegebau werden fortgesetzt

Eine Verlegung des Flusses in den Bereich des Altarms Behrendamm hätte nämlich bedeutet, dass die Recknitz im Bereich der alten Brücke zugeschüttet worden und damit eine Zwangsumleitung in den alten Flusslauf erfolgt wäre. Mit der Folge, dass die Fließgeschwindigkeit herabgesetzt worden wäre und sich bei Regen der Wasserstand dauerhaft erhöht. Eine Bewirtschaftung der Wiesenflächen wäre dann kaum noch möglich.

Da jetzt Klarheit herrscht, dass die Brücke am alten Standort errichtet werden soll, konnte das Straßenbauamt Stralsund die zwischenzeitlich eingestellten Planungen an der Brücke wieder aufnehmen. Zweite gute Nachricht: Auch für den Radwegebau können die Planungsarbeiten fortgesetzt werden, informierte Schöler weiter in der Stadtvertretersitzung.

Hintergrund hier: War zunächst vorgesehen, im Zuge des geplanten Neubaus der Brücke diese lediglich für einen Radweg zu verbreitern, wurde dann die Entscheidung getroffen, vom Semlower Ortsteil Plennin bis Marlow einen 3,4 Kilometer langen Radweg entlang der L 18 zu bauen. Mit diesem Radweg soll eine Querverbindung zwischen den Radwegenetzen in Mecklenburg und Vorpommern hergestellt werden. Zwischen Ribnitz-Damgarten und Bad Sülze ist die Brücke bei Marlow die einzige Möglichkeit, den Fluss zu überqueren. Deshalb ist sie auch für den Radtourismus überaus wichtig.

Erster Entwurf für Radweg zwischen Marlow und Recknitz

Doch auch für den Radwegabschnitt zwischen Marlow bis zur Recknitz als Teil einer Radwegverbindung zwischen der Gemeinde Dettmannsdorf-Kölzow und dem Semlower Ortsteil Plennin mussten die Planungen im vergangenen Jahr zwischenzeitlich eingestellt werden. Für den weiterführenden Abschnitt zwischen der Recknitz und dem Plenniner Kreuz gab es keine Einschränkungen.

Mittlerweile liegt der erste Entwurf für den Abschnitt zwischen Marlow und der Recknitz vor. Am 21. September findet im Marlower Rathaus eine Abstimmungsrunde aller Behörden statt, die an diesen Projekten beteiligt sind. „In dieser Runde wird dann über diesen Entwurf diskutiert und auch über die weitere Planung des Radweges Richtung Dettmannsdorf-Kölzow beraten werden“, informiert Norbert Schöler.

Große Herausforderungen

Beim Bau des Radweges Richtung Dettmannsdorf-Kölzow gibt es zwei große Herausforderungen. Das sind die Grabenquerungen für den Mühlbach und den Graben am Vogelpark. Auch der Radwegabschnitt von Marlow in Richtung Recknitz bis zum Forsthaus hat es in sich, macht der Marlower Verwaltungschef deutlich. Denn für diesen müsse extra ein Damm geschaffen werden. Finanziell führt das zu einer nicht unerheblichen Mehrbelastung des Projektes. Die Mittel dafür würden aber dem Straßenbauamt Stralsund zur Verfügung stehen.

Von Edwin Sternkiker