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Ribnitz-Damgarten „Wir brauchen mehr jüngere Leute in der Kommunalpolitik“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Wir brauchen mehr jüngere Leute in der Kommunalpolitik“
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17:15 07.01.2019
Die Stadt Marlow kann auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurückblicken. Quelle: Ernst E. Fischer
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Marlow

2018 war für Marlow in vielerlei Hinsicht ein ereignisreiches Jahr, wichtige Bauvorhaben konnten an den Start gebracht oder beendet werden, und zahlreiche Veranstaltungen machten das Leben in der Stadt und in den Ortsteilen bunter. Für die größten Schlagzeilen sorgte allerdings das Wetter. Zu Ostern machte blitzschnell die Nachricht die Runde, dass im Vogelpark fast alle Volieren unter den Schneemassen zusammengebrochen sind. Über diese und weitere Themen sprach die OZ mit Bürgermeister Norbert Schöler (CDU).

Herr Schöler, wenn Sie heute auf die Ereignisse im Vogelpark zu Ostern 2018 und in den Tagen und Wochen danach zurückblicken, wie fällt Ihre Bilanz aus?

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Zunächst einmal: Als wir im Rathaus erfuhren, welche großen Schäden die Schneemassen im Vogelpark angerichtet hatten, war das für alle erst einmal niederschmetternd. Aber sehr schnell wich diese Niedergeschlagenheit, da bereits kurze Zeit nach dem Schneechaos eine Welle der Hilfsbereitschaft einsetzte, auch und vor allem Dank der sozialen Netzwerke. Es war überwältigend. Hilfsangebote kamen nicht nur aus der Region, sondern aus ganz Deutschland. Die einen spendeten Geld, andere boten ihre Hilfe bei den Aufräumarbeiten an. Dies war nicht nur wichtig, um die Schäden so schnell wie möglich zu beseitigen, diese Hilfsbereitschaft machte auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vogelparkes Mut. Die Stadtvertreter brachten ihre Verbundenheit mit dem Vogelpark zum Ausdruck, indem sie einer Beschlussvorlage der Verwaltung zur Unterstützung des Vogelparkes mit 5000 Euro einstimmig zustimmten. Auch das Land reagierte schnell und umfassend. Nur durch die große Unterstützung durch Privatpersonen, Firmen, Institutionen, Einrichtungen, Politik und das große Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vogelparkes war es möglich, dass er bereits eine Woche später wieder für Besucher öffnen konnte.

Wie lief ansonsten das Jahr 2018 für die Stadt Marlow aus Ihrer Sicht?

Es war ein erfolgreiches Jahr, schon deshalb, weil mehrere wichtige Bauprojekte begonnen bzw. abgeschlossen werden konnten. So konnte die Erneuerung des zweiten, 1,6 Kilometer langen Abschnittes der Ortsverbindungsstraße Brünkendorf-Bartelshagen I abgeschlossen werden. Mit rund 550 000 Euro war es das zweitgrößte Investitionsvorhaben im vergangenen Jahr. Größte Baustelle der Kommune ist das Begegnungszentrum im Ortsteil Gresenhorst. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf 771 500 Euro. Der Rohbau steht, jetzt geht es an den Innenausbau. Im April soll das Haus eingeweiht werden, ich hoffe, dass der Termin gehalten werden kann, denn es gibt bereits die ersten Buchungen für Mai. In die eine Hälfte des Gebäudes soll das Bücherdorf, das sich derzeit noch in der ehemaligen Schule befindet, einziehen. Die andere Hälfte wird dem Dorfverein Gresenhorst zur Verfügung stehen. Ich freue mich auch, dass im Dorfgemeinschaftshaus Bartelshagen I relativ umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen werden konnten. Abgeschlossen wurden im vergangenen Jahr die Arbeiten am Außenbereich von Grundschule und Hort.

Ein Thema, über das oft und lange in der Stadtvertretung und Ausschüssen diskutiert wurde, ist die unzureichende Löschwasserversorgung im Ortsteil Rostocker Wulfshagen. Konnte das Problem mittlerweile gelöst werden?

Im Dezember wurden zwei große Behälter in die Erde gebracht, in denen 96 Kubikmeter Löschwasser gespeichert werden können. Rund 100 000 Euro hat die Stadt in dieses Vorhaben investiert. Restarbeiten laufen noch.

Lassen Sie uns noch ein Blick auf das kulturelle Leben in der Stadt und den Ortsteilen werfen. Sind Sie damit zufrieden?

Sehr sogar. Wenn man sich einmal vergegenwärtigt, wie viele Veranstaltungen übers Jahr stattfinden, dann ist das wirklich sehr beachtlich. Das Angebot reicht von ScanhausCup über die Kultursonntage in Völkshagen bis hin zum Anglerfest, dem Kürbisfest in Alt Guthendorf, um nur einige Beispiel zu nennen. Auch der Kinderflohmarkt, der zweimal im Jahr stattfindet, läuft toll. Erstmals hat es in Marlow einen Weihnachtsmarkt gegeben, auch er wurde sehr gut angenommen. Ohne die vielen ehrenamtlich tätigen Einwohnerinnen und Einwohner wäre das gar nicht möglich. Dafür sei ihnen an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich gedankt.

So sieht ein zufriedener Bürgermeister aus...

Könnte man so sagen. Und ich möchte hinzufügen, dass ich sehr stolz bin, in Marlow Bürgermeister sein zu dürfen. Die Arbeit macht großen Spaß. Vieles können wir auch nur deshalb wuppen, weil wir uns auch auf die Gewerbetreibenden stützen können. Rund 300 Betriebe sind immerhin in Marlow und den Ortsteilen ansässig. Sie bilden das finanzielle Rückgrat, und oftmals springen sie auch mit Technik und Manpower ein.

Was wünschen Sie sich für das Jahr 2019?

In diesem Jahr stehen ja Kommunalwahlen ins Haus, das heißt, dass auch die Marlower Stadtvertretung neu gewählt wird. Der ein oder andere ältere Stadtvertreter hat bereits angekündigt, aus Altersgründen nicht mehr antreten zu wollen. Mein größter Wunsch ist, dass sich möglichst viele jüngere, engagierte Leute finden, die sich der Wahl stellen. Wir brauchen mehr jüngere Mitstreiter in der Kommunalpolitik. Und ich hoffe auch auf eine gute Wahlbeteiligung der Bevölkerung.

4600 Einwohner in 26 Ortsteilen

Marlow ist eine der flächenmäßig größten Städte in Mecklenburg Vorpommern in unmittelbarer Nähe zur Ostsee. Von den fast 14 000 Hektar Stadtfläche sind nur 5 Prozent bebaut oder Verkehrsflächen, 45 Prozent sind Wald-, Wiesen- und Wasserfläche, die restlichen 50 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Rund 4600 Einwohner wohnen in 26 Ortsteilen. Das idyllische Recknitztal bietet dem Ruhesuchenden Erholung und Entspannung. In Marlow und den Ortsteilen sind rund 300 Betriebe ansässig, größtes und weit über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Unternehmen ist der Hausbauer ScanHaus.

Edwin Sternkiker

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