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Ribnitz-Damgarten Massiver Stundenausfall in Barth: Jetzt schaltet sich die Stadt ein
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Massiver Stundenausfall in Barth: Jetzt schaltet sich die Stadt ein

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13:53 22.01.2020
Jede fünfte Unterrichtsstunde ist für die Regionalschüler in Barth in diesem Schuljahr ausgefallen. Quelle: Caroline Seidel/dpa
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Barth

Jede fünfte Unterrichtsstunde ist in diesem Schuljahr am Regionalschulteil des Gymnasialen Schulzentrums in Barth ausgefallen. Schon vor den Winterferien hatten Eltern öffentlich auf diese Problematik hingewiesen (die OZ berichtete).

Jetzt schalten sich auch der Bürgermeister der Stadt und der Vorsitzende des Schulausschusses, Frank Schröter, in die Debatte ein. „Wir sind zwar ‚nur‘ Schullastträger und sind unter anderem für den Erhalt des Schulgebäudes zuständig, aber wir können auch etwas zu den Lehrinhalten und Zuständen sagen“, erklärte Friedrich-Carl Hellwig. „Allerdings brauchen wir dafür eine Datengrundlage.“ Deshalb habe er Eltern gebeten, den Stundenausfall anhand der Vertretungspläne genau zu dokumentieren.

Vor allem am Regionalschulteil fällt Unterricht aus. Quelle: Detlef Lübcke

20 Prozent der Stunden fielen aus

„Eine Mutter hat eine Excel-Tabelle erstellt und alles genau aufgelistet, die Soll- und die Ist-Stunden“, berichtet Elisabeth Reinecke, ihre beiden Söhne besuchen die sechste (Regionalschule) beziehungsweise die neunte Klasse (Gymnasium) des Schulzentrums. Das Ergebnis ist alarmierend: 20 Prozent der Stunden fielen im vergangenen Schuljahr aus. „Das ist ein großes Problem“, sagte Friedrich-Carl Hellwig, der sich nun mit Eltern zusammensetzen möchte, um dann selbst ein Schreiben ans Bildungsministerium des Landes und ans zuständige Schulamt zu verfassen. „Schon fünf Prozent Stundenausfall können ein Problem sein, wenn es zum Beispiel nur ein Unterrichtsfach betrifft, aber 20 Prozent sind definitiv zu viel.“

Zunächst habe er gezögert, sich in die Debatte einzuschalten, doch nun sei er davon überzeugt, dass es ein wichtiger und richtiger Schritt sei. Schließlich bezahle die Kommune für den Schulbetrieb, stelle das Gebäude zur Verfügung und der Hausmeister sorge dafür, dass alles instand gehalten wird. „Das ist aber keine Einbahnstraße. Das ist nicht nur ein Nehmen. Wenn im technischen Betrieb etwas nicht funktioniert, sind wir als Kommune schließlich auch verantwortlich.“

Andersherum sei das Bildungsministerium seinerseits verantwortlich, dass genügend Lehrer an den Schulen eingestellt werden und Unterricht stattfindet. Schule sei eine gemeinsame Aufgabe der Kommunen, des Landes und im Fall des Gymnasiums auch des Landkreises.

Auch Bildungsausschuss des Kreises hat sich eingeschaltet

Die Mitglieder des Kreisausschusses für Bildung, Kultur und Sport hatten sich bereits in ihrer letzten Sitzung in die Debatte eingeschaltet. Sie kritisieren die Bildungspolitik des Landes. Es werde viel zu wenig getan, Lehrer in unserem Bundesland zu halten. Zudem hätten die Schulen zu wenig Mitspracherecht, wenn es um die Einstellung von Lehrkräften geht. Sie kündigten an, in den kommenden Wochen ein Schreiben an das Bildungsministerium des Landes zu schicken. Zwar könne der Ausschuss rechtlich nichts ausrichten, dennoch sei es wichtig, seinen Unmut zu äußern.

Das sieht auch Barths Bürgermeister so. „Und als Kommune sind wir eben noch ein Ticken mehr involviert als der Landkreis. Deshalb müssen wir etwas tun.“ Der Vorsitzende des Schul- und Sozialausschusses, Frank Schröter, hatte den Bürgermeister um Unterstützung gebeten. Und auch der Ausschuss selbst werde sich in der kommenden Sitzung am 27. Januar um 18.30 Uhr im Rathaussaal mit dem Thema beschäftigen.

„Wir haben Frau Reinecke zu dem Ausschuss eingeladen, damit sie über die Situation berichten und uns die Daten übermitteln kann“, erklärte Frank Schröter. Denn während der Ausschuss früher bei Unterrichtsausfall noch genaue Zahlen von der Schulleitung erhielt, sei dies nicht mehr der Fall. „Auch wenn wir nicht direkt Einfluss haben, wollen wir uns einmischen. Wir wollen als Ausschuss nicht nur dafür sorgen, schöne Schulen in Barth zu bauen“, erklärte der Ausschussvorsitzende.

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Von Anika Wenning

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