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Ribnitz-Damgarten Mehr Geld für die Bibliothek in Barth
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Mehr Geld für die Bibliothek in Barth
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16:51 29.05.2018
Bibliothek in Barth soll künftig 10 000 Euro mehr zur Verfügung gestellt bekommen.
Bibliothek in Barth soll künftig 10 000 Euro mehr zur Verfügung gestellt bekommen. Quelle: Hans-Joachim Meusel
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Barth

Ein Leben ohne Bücher ist wie eine Jugend ohne Liebe oder eine Kindheit ohne Märchen. So sehen es wohl auch die Lokalpolitiker aus Barth, denn im jüngsten Ausschuss für Wirtschaftsförderung sprachen sie sich für eine Unterstützung der Barther Bibliothek aus. Und das wird höchste Zeit.

4000 Euro Fördermittel bislang eingebüßt

Seit zwei Jahren kann Bibliothekarin Catherina Schmidt die Erneuerungsquote nicht mehr erfüllen, weil am Budget gespart wird. Sieben Prozent neue Bücher müsste sie Jahr für Jahr neu anschaffen, damit die Bibliothek Fördermittel vom Land bekommt. Seit zwei Jahren liegt die Zahl der neu gekauften Literatur nur noch bei 3,4 Prozent und dem Bücherhaus gehen jährlich 2000 Euro verloren.

„Wenn wir die Quote auch weiterhin nicht erfüllen, fliegen wir jetzt auch noch aus dem Verbund der Onleihe raus“, brachte es Hauptamtsleiterin Juliane Stroth auf den Punkt. 37 Bibliotheken in MV gehören zu diesem Verbund, der es ermöglicht, dass der Barther Bibliothek über mobile Lesegeräte 70 000 Medien zur Verfügung stehen. Vor allem im Fachbuchbereich stellt das einen unschätzbaren Gewinn dar. Ein Ausscheiden wäre für Schüler, Studenten und andere Leser katastrophal.

Hauptamtsleiterin stellt unschlagbaren Plan vor

Juliane Stroth stellte den Ausschussmitgliedern kurzerhand einen plausiblen Plan vor: Nutze man 10 000 Euro aus Werbemitteln, die zurzeit sowieso nicht ausgegeben werden, und stelle dieses Geld der Bibliothek zur Verfügung, könne die Quote erfüllt und das Problem gelöst werden. „Eine einfache und unkomplizierte Umverteilung“, sagte die junge Frau und erntete großen Zuspruch auf allen Seiten. 14 000 Euro könnte Catherina Schmidt dann ab sofort für den Kauf neuer Bücher einplanen. „Wir benötigen vor allem neue Kinderbücher“, sagte sie. Die Bibliothek arbeite eng mit Kindergärten zusammen und packe regelmäßig Bücherkisten für die Einrichtungen. „Wenn ich fünf Kitas beliefert habe, bleiben nur noch wenige Kinderbücher im Haus. Mit dem Geld könnte ich viel anfangen und meine Arbeit würde mir gleich noch einmal so viel Spaß machen.“

Auch äußerlich gewinnt die neue Bibliothek

Auch für die optische Gestaltung der neuen Bibliothek stellte Juliane Stroth Neuerungen vor. Das Bücherhaus soll im kommenden Jahr in das neue Bürgerhaus einziehen und parallel zum Haupteingang einen eigenen großzügigen Eingangsbereich bekommen. Zusammen mit dem Architekten plante die Mitarbeiterin der Stadt, dass durch Wanddurchbrüche die neue Bibliothek mehr in das Gebäude integriert werden würde. Die verursachten Mehrkosten für die optische Aufwertung – auch die Pläne für die Tourist-Info wurden noch einmal überarbeitet – könne die Stadt stemmen. In den vergangenen Monaten verkaufte Barth Grundstücke, sodass die Einnahmen zur Finanzierung genutzt werden können. „Wir kommen nun mit fast 100 000 Euro weniger Kreditaufnahme aus“, informierte Stroth.

Der Ausschuss gab seine Empfehlung einstimmig. Gegenwind ist aus der Stadtvertretersitzung am kommenden Donnerstag wohl kaum zu erwarten. Bereits im Januar sicherte Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) der Bibliothek seine Unterstützung zu. Damals sagte er: „Wenn die Bibliothek ins neue Bürgerhaus umzieht, werden wir das Budget auch wieder erhöhen.“ Ausschussvorsitzender Mario Galepp sagte dazu: „Das Versprechen muss nun schnell in die Tat umgesetzt werden. Wir sollten den Ausführungen von Frau Stroth folgen. Ein Kur- und Erholungsort muss über eine Bibliothek mit gehobenem Standard verfügen.“

Carolin Riemer

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