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Ribnitz-Damgarten Millioneneinnahme: So viele Autofahrer wurden auf der A-20-Umleitung geblitzt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Millioneneinnahme: So viele Autofahrer wurden auf der A-20-Umleitung geblitzt
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12:59 11.12.2018
Der Blitzer auf der A-20-Umleitung in Langsdorf (Archivfoto) Quelle: Peter Franke
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Tribsees

Sie waren für viele Autofahrer ein Ärgernis –und haben dem Landkreis Vorpommern-Rügen eine Millioneneinnahme eingebracht. Pünktlich zur Wiedereröffnung der Autobahn 20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) am Mittwoch hat der Landkreis als Betreiber eine Bilanz der beiden Blitzer auf den Umleitungsstrecken der A 20 gezogen – mit beeindruckenden Zahlen.

So seien an den beiden Standorten in Langsdorf und Böhlendorf in gut 14 Monaten fast 60 000 Autofahrer geblitzt worden. Wie Vorpommern-Rügens Landrat Stefan Kerth am Dienstag mitteilte, sind 43 784 Verwarngeldverfahren und 14 792 Bußgeldverfahren wegen überhöhter Geschwindigkeit eingeleitet worden. Einnahmen: rund 1,3 Millionen Euro.

Kosten mehr als gedeckt

Kerth verwies gleichzeitig auf die Kosten für die Anschaffung und Verwaltung der beiden Blitzer. Diese lägen bei etwa 850 000 Euro. Neben der Technik habe der Landkreis für die Bearbeitung der Verfahren acht Mitarbeiter zusätzlich eingestellt. Für jedes Blitzerfoto, das zu einem Verwarn- oder Bußgeld führt, werde eine eigene Akte angelegt – die im Extremfall bis zum Oberlandesgericht gehe.

Das A-20-Loch bei Tribsees und auch die Behelfsbrücke haben zwei Jahre lang für Negativschlagzeilen gesorgt. Nun beginnt der Wiederaufbau.

Das Geld, das übrig bleibt, rund 450 000 Euro, werde dem Haushalt des Landkreises zugeführt. „Eine zweckgebundene Verwendung zum Beispiel für die Langsdorfer und Böhlendorfer gibt das Haushaltsrecht nicht her“, sagt Stefan Kerth.

Kerth: Blitzer für die Anwohner – nicht für den Haushalt

Der Landrat machte gleichzeitig deutlich, dass es nie das Ziel gewesen sei, Geld mit den Blitzern einzunehmen. „Wir haben die Geschwindigkeit in den Orten auf 30 km/h begrenzt und die Blitzer auf dringenden Wunsch der Anwohner der Umleitungsstrecke aufgestellt, um sie von Lärm zu entlasten und die Sicherheit zu erhöhen.“ An den Ortseingängen sei von Anfang an mit Schildern darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Einhaltung des Tempolimits kontrolliert werde.

Mit der Freigabe der Behelfsbrücke werden nun auch die Blitzer des Landkreises umgebaut. Auf Wunsch der Anwohner bleibt das Gerät in Langsdorf bestehen. Die Anlage aus Böhlendorf wird auf der Behelfsbrücke in Fahrtrichtung Rostock aufgebaut. Zusätzlich werde ein weiterer Blitzer auf der entgegengesetzten Richtung der A 20 aufgebaut.

Mit den beiden Blitzern auf der Behelfsbrücke soll das Tempolimit von 60 Stundenkilometern kontrolliert werden. Damit sollen Unfälle vermieden werden. Jeder Zusammenstoß auf diesem Streckenabschnitt könne eine Vollsperrung und damit erneute Umleitung auslösen. Zudem geht es um den Lärmschutz: Die Behelfsbrücke bestehe aus 27 Segmenten, deren Übergänge holprig sind. In einem Video, das im Internet kursierte, waren deutliche Klack-Geräusche zu hören. Sollte die Lärmbelastung zu hoch sein, könnte es auch eine noch striktere Geschwindigkeitsbegrenzung geben.

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